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Kettner Edelmetalle

Kookaburra Silber

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Kaum eine Anlagemünze verbindet nüchternes Investment und lebendige Sammelfreude so charmant wie der Kookaburra. Seit 1990 prägt die australische Perth Mint die Silbermünze mit dem Motiv des lachenden Eisvogels -- und weil sich das Motiv Jahr für Jahr ändert, wird aus reinem Anlagesilber eine kleine Serie zum Sammeln. Dieser Ratgeber ordnet Geschichte, Stückelungen, Feinheit, Sonderausgaben, Auflagen, Aufgeld und die steuerliche Behandlung der Kookaburra Silbermünze ein.

Kookaburra Vogel auf einem Eukalyptusast im australischen Outback bei Morgenlicht
Der Kookaburra -- in Deutschland als Lachender Hans bekannt -- ist Namensgeber und Motiv der australischen Silbermünze.

Der Kookaburra: der lachende Eisvogel Australiens

Der Name der Münze stammt vom Kookaburra, der Bezeichnung der australischen Ureinwohner für den heimischen Eisvogel (Familie Alcedinidae). Sein markantes, an menschliches Lachen erinnerndes Rufen hat dem größten Vertreter seiner Art den deutschen Namen Lachender Hans eingebracht. Der Vogel erreicht eine Größe von bis zu 45 Zentimetern und lebt in den Wäldern und im offenen Buschland Australiens. Charakteristisch sind sein spitz zulaufender, gerader Schnabel und das teils bläulich schimmernde Obergefieder.

Genau dieses lebendige Tier hat die Perth Mint zum Gesicht einer ihrer bekanntesten Prägungen gemacht. Wer sich für australische Tiermotive begeistert, findet im Sortiment verwandte Klassiker wie den Silber-Koala oder das Silber-Känguru -- allesamt aus dem Hause der Perth Mint beziehungsweise der Royal Australian Mint.

Geschichte der Kookaburra Silbermünze seit 1990

Die Geschichte beginnt 1990, als die Perth Mint die erste Kookaburra in der Größe einer Unze ausgab -- damals noch mit einem Nennwert von 5 australischen Dollar. Bereits ab 1991 kamen größere Formate hinzu, und 1992 senkte die Münzstätte den Nennwert der Unze auf 1 AUD. Damit war die Kookaburra die erste australische Silber-Anlagemünze mit jährlich wechselndem Motiv und legte den Grundstein für ein Prinzip, das später auch andere australische Serien prägte.

Über die Jahrzehnte etablierte sich die Kookaburra neben Klassikern wie dem kanadischen Maple Leaf, der britischen Britannia oder dem American Silver Eagle. Was sie von diesen unterscheidet, ist die Kombination aus solidem Anlagecharakter und einem Motiv, das jedes Jahr neu gestaltet wird -- ein kleines Stück gestalterische Tradition, das die Serie bis heute lebendig hält. Zum 35. Jubiläum im Jahr 2025 würdigte die Perth Mint die lange Geschichte der Serie mit eigens gestalteten Ausgaben.

Das jährlich wechselnde Motiv

Während der Maple Leaf seit Jahrzehnten dasselbe Ahornblatt zeigt, entwirft die Perth Mint den Kookaburra jedes Jahr neu: mal ein einzelner Vogel auf einem Ast, mal ein Paar, mal eine Szene mit Jungtieren im Nest. Für die reine Silberanlage ist das nebensächlich, denn der Silberwert bleibt gleich. Für Sammler entsteht jedoch ein besonderer Reiz -- ältere Jahrgänge mit niedriger Auflage oder besonders gefragtem Motiv können über die Jahre einen Aufschlag über den reinen Materialwert hinaus tragen. Eine Garantie dafür gibt es allerdings nicht.

Vorder- und Rückseite

Die Motivseite zeigt stets einen oder mehrere Kookaburras in natürlicher Umgebung, umgeben vom Schriftzug The Australian Kookaburra, dem Feingewicht und dem Jahrgang. Die Wertseite folgte lange dem klassischen Muster der Commonwealth-Münzen: Bis 2022 zierte sie das Porträt von Königin Elisabeth II., seit dem Jahrgang 2023 zeigt sie das Bildnis von König Charles III. Damit ist die Kookaburra zugleich ein kleines Zeitdokument der jüngeren britisch-australischen Geschichte.

Feinheit, Gewicht und Stückelungen

Die Standardmünze besteht aus reinem Feinsilber und wiegt in der gängigsten Variante eine Feinunze (31,1035 Gramm) bei einem Durchmesser von rund 40,6 Millimetern. In den ersten Jahrzehnten lag die Feinheit bei 999, seit dem Jahrgang 2018 prägt die Perth Mint die Kookaburra in 999,9er Feinsilber. Alle Größen tragen einen geriffelten Rand als klassisches Echtheitsmerkmal.

Die Serie deckt eine ungewöhnlich breite Spanne an Gewichten ab -- von der handlichen Unze bis zur massiven Kilomünze:

GrößeFeingewichtDurchmesserNennwert (ab 1992)geprägt seit
1 Unze31,10 g40,6 mm1 AUD1990
2 Unzen62,20 g53,3 mm2 AUD1991
10 Unzen311,0 g75,5 mm10 AUD1991
1 Kilogramm1000 g101,0 mm30 AUD1991
Größen und Eckdaten der Kookaburra Silbermünze im Überblick.

Jede Stückelung hat ihren eigenen Charakter:

  • 1 Unze -- der Standard für Einsteiger und Sparpläne, gut handel- und lagerbar. Vergleichbare Einheiten finden sich auch bei den 1-Unzen-Silberbarren.
  • 10 Unzen -- attraktiv, um größere Beträge in wenigen Stücken zu bündeln, ähnlich den 10-Unzen-Silberbarren.
  • 1 Kilogramm -- ein echtes Schwergewicht, das beim Aufgeld pro Gramm oft günstiger liegt, sich aber schwerer teilen und wiederverkaufen lässt; das gilt ebenso für den 1-kg-Silberbarren.

Die 2-Unzen-Variante wurde 2009 zum letzten Mal regulär aufgelegt, während Unze, 10-Unzen- und Kilomünze bis heute regelmäßig erscheinen. Wer die Serie über verschiedene Größen hinweg sammelt, kombiniert damit häufig auch andere Perth-Mint-Prägungen wie den Lunar-Zyklus.

Feinheit im Wandel

Ältere Jahrgänge bis 2017 tragen die Feinheit 999, ab 2018 hebt die Perth Mint auf 999,9 an. Für den reinen Silbergehalt ist der Unterschied minimal -- für die exakte Beschreibung eines Jahrgangs jedoch ein nützliches Detail.

Sonderausgaben: WMF, ANDA und Privy Marks

Neben der Standardprägung gibt die Perth Mint regelmäßig Sonderausgaben heraus, die sich vor allem an Sammler richten. Zwei davon haben sich einen festen Namen gemacht und sind unter Liebhabern besonders gesucht.

Colorierte WMF-Ausgabe

Zur World Money Fair in Berlin, der weltweit größten Münzmesse, erscheint regelmäßig eine farbveredelte Variante der Kookaburra in besonders begrenzter Stückzahl. Die Kolorierung hebt das Motiv hervor und macht die Münze zum Blickfang. Solche Ausgaben werden in kleinen Auflagen produziert; ihr Preis liegt deutlich über dem reinen Silberwert. Wer gezielt nach farbveredelten Prägungen sucht, findet weitere im Sortiment der colorierten Silbermünzen.

ANDA-Ausgaben mit Privy Mark

Auf Münzmessen wie der ANDA in Australien legt die Perth Mint Versionen mit einem zusätzlichen Privy Mark auf -- einem kleinen geprägten Zusatzzeichen, während das Hauptmotiv des Jahrgangs gleich bleibt. Diese Geheimzeichen kennzeichnen eine eigene, meist niedrige Auflage und ermöglichen es, ein Motiv erneut zu prägen, selbst wenn die reguläre Auflage bereits ausgeschöpft ist. In der Vergangenheit dienten unter anderem heimische Tiere als Privy. Der Aufpreis spiegelt die Seltenheit wider, nicht den Materialwert. Solche Prägungen bewegen sich thematisch nah an klassischen Sammlermünzen.

Auflage und Prägezahlen

Die Auflage der Kookaburra schwankt je nach Jahrgang erheblich. In den frühen Jahren lag die Prägezahl der Unze meist zwischen 80.000 und 300.000 Stück. Seit 2011 deckelt die Perth Mint die Auflage der Eine-Unze-Münze häufig bei 500.000 Stück pro Jahr -- ein Niveau, das in mehreren Jahren tatsächlich ausgeschöpft wurde. Ist das Maximum erreicht, gilt der Jahrgang als ausverkauft, und ältere Prägungen können am Sammlermarkt an Wert gewinnen.

  • Hohe Auflagen jüngerer Jahrgänge sprechen für Anleger, die Silber nach Gewicht kaufen.
  • Niedrigere Auflagen älterer Jahrgänge können den Sammlerwert stützen -- eine Wertsteigerung ist damit aber nicht garantiert.
  • Sonderausgaben mit vier- oder niedrigen fünfstelligen Auflagen sind klare Sammlerstücke.

Innerhalb des breiten Silbermünzen-Sortiments gehört die Kookaburra damit zu den Serien, bei denen sich ein Blick auf den einzelnen Jahrgang besonders lohnt.

Nahaufnahme eines Kookaburra-Kopfes im Profil mit kraeftigem Schnabel
Der kräftige, gerade Schnabel ist ein charakteristisches Erkennungsmerkmal des Kookaburra.

Steuer und Aufgeld beim Kauf

Das wichtigste Stichwort beim Kauf jeder Silbermünze ist das Aufgeld -- der Aufschlag über den reinen Materialwert, der Prägung, Vertrieb und Handelsmarge abdeckt. Bei Silber fällt es prozentual höher aus als bei Gold, unter anderem wegen der steuerlichen Behandlung: Während Anlagegold in Deutschland umsatzsteuerbefreit ist, unterliegen Silbermünzen der Umsatzsteuer.

Weil die Kookaburra außerhalb der Europäischen Union geprägt wird, können viele Stückelungen im Rahmen der Differenzbesteuerung gehandelt werden. Dabei wird nur die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis mit der Mehrwertsteuer belegt, nicht der volle Warenwert -- ein Modell, das den Endpreis gegenüber der Regelbesteuerung spürbar senken kann.

Worauf sich beim Kookaburra-Kauf zu achten lohnt:

  1. Stückelung -- größere Einheiten wie die 10-Unzen- oder Kilomünze haben anteilig oft ein niedrigeres Aufgeld als viele einzelne Unzen.
  2. Jahrgang -- aktuelle Standardjahrgänge sind meist am günstigsten, ältere können einen Sammleraufschlag tragen.
  3. Ausführung -- colorierte oder Privy-Mark-Versionen kosten ein Vielfaches des Silberwerts; hier zahlt man für die Seltenheit.
  4. Marktlage -- in Phasen hoher Nachfrage steigt das Aufgeld, weil verfügbare Ware knapper wird.

Diese Einordnung ist allgemeiner Natur und keine Anlageberatung. Wer regelmäßig zukaufen möchte, findet passende Bausteine in den Sparplan-Produkten.

Aufbewahrung und Werterhalt

Silber reagiert empfindlicher auf Umwelteinflüsse als Gold und kann bei ungünstiger Lagerung anlaufen. Für den Werterhalt einer Kookaburra -- gerade bei Sammlerqualitäten in Stempelglanz oder Polierter Platte -- ist der Schutz vor Feuchtigkeit, Fingerabdrücken und Kratzern entscheidend. Bewährt haben sich passgenaue Münzkapseln, in denen die Münze berührungsfrei aufbewahrt wird.

Wer eine größere Sammlung ordnen möchte, greift zu Münzkassetten oder Münztubes, die mehrere Unzen platzsparend bündeln. So bleiben wechselnde Jahrgänge übersichtlich sortiert und optisch geschützt -- ein nicht zu unterschätzender Faktor, wenn ältere Prägungen später einmal weiterverkauft werden sollen.

Häufig gestellte Fragen zur Kookaburra Silbermünze

Aus welchem Material besteht die Kookaburra Silbermünze? +

Die Kookaburra besteht aus reinem Feinsilber. Ältere Jahrgänge wurden in 999 (99,9 Prozent) geprägt, seit dem Jahrgang 2018 in 999,9. Die Standardmünze wiegt eine Feinunze (31,1035 Gramm); daneben gibt es Formate mit 2 Unzen, 10 Unzen und einem Kilogramm.

Seit wann wird die Kookaburra geprägt? +

Die Perth Mint gibt die Eine-Unze-Kookaburra seit 1990 heraus, die größeren Stückelungen kamen ab 1991 hinzu. Damit gehört die Serie zu den langjährig etablierten Silber-Anlagemünzen.

Warum wechselt das Motiv jedes Jahr? +

Die Perth Mint gestaltet das Kookaburra-Motiv jährlich neu. Für die reine Anlage ist das ohne Belang, da der Silberwert gleich bleibt. Für Sammler entsteht jedoch ein Anreiz, da einzelne Jahrgänge und Motive unterschiedlich gefragt sein können.

Was unterscheidet die WMF- und ANDA-Ausgaben von der Standardmünze? +

Die colorierte WMF-Ausgabe erscheint zur World Money Fair in Berlin in kleiner Auflage, die ANDA-Versionen tragen ein zusätzliches Privy Mark. Beide sind Sammlerausgaben mit deutlich höherem Aufgeld als die reguläre Münze.

Warum ist das Aufgeld bei Silbermünzen höher als bei Gold? +

Silbermünzen unterliegen in Deutschland der Umsatzsteuer, während Anlagegold steuerbefreit ist. Zudem ist der relative Prägeaufwand bei niedrigerem Materialwert höher. Beides erhöht das prozentuale Aufgeld gegenüber Gold.

Eignet sich die Kookaburra eher als Anlage oder als Sammlerstück? +

Das hängt vom Ziel ab. Standardprägungen aktueller Jahrgänge eignen sich für die Silberanlage nach Materialwert. Colorierte und Privy-Mark-Ausgaben sind Sammlerobjekte, deren Wert stärker von Nachfrage und Seltenheit abhängt. Eine Wertsteigerung ist in keinem Fall garantiert.

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