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Das Goldvreneli zählt zu den geschichtsträchtigsten Goldmünzen Europas – eine kleine goldene Umlaufmünze aus der Schweiz, die selbst in der Zeit des Goldverbots niemals eingezogen wurde. Zwischen 1897 und 1949 geprägt, verbindet sie den Ruf des Schweizer Frankens mit einem Motiv, das die Eidgenossen einst ebenso begeisterte wie es sie spaltete. Die folgenden Abschnitte beleuchten Geschichte und Herkunft der Münze, das umstrittene Motiv, die verschiedenen Stückelungen und ihren Feingehalt, die Auflagen der einzelnen Jahrgänge, den Sammlerwert seltener Ausgaben sowie die steuerlichen und praktischen Besonderheiten dieser Schweizer Goldmünze.

Das Vreneli im Überblick

Das Vreneli ist eine Schweizer Goldmünze, die zwischen 1897 und 1949 als offizielles Umlaufgeld geprägt wurde. Ihren Namen verdankt sie der jungen Frauenfigur auf der Motivseite, die im Volksmund Vreneli genannt wurde. Bemerkenswert ist ihre kulturelle Rolle: Das Vreneli löste die Helvetia ab, die weibliche Allegorie der Schweiz, die über Jahrhunderte als Sinnbild der Eidgenossenschaft diente. Damit trat an die Stelle einer abstrakten Staatsfigur erstmals ein lebendig wirkendes Porträt.

Anders als moderne Bullion-Prägungen wie der Wiener Philharmoniker oder das Maple Leaf ist das Vreneli keine Neuprägung für den Anlagemarkt, sondern eine echte historische Umlaufmünze. Jedes Exemplar hat bereits mehr als hundert Jahre hinter sich – ein Charakterzug, der es von reinen Bullion-Münzen wie dem Krügerrand unterscheidet und ihm innerhalb der Goldmünzen eine Sonderstellung als Zeitzeuge verleiht.

Geschichte des Goldvreneli und der Schweizer Franken

Der Schweizer Franken genießt bis heute den Ruf einer besonders stabilen Währung. Die Grundlagen dafür wurden bereits vor über hundert Jahren gelegt, als die Schweiz ihre Währung mit Gold absicherte und goldene Umlaufmünzen ausgab. Im Jahr 1897 wurde erstmals eine Goldmünze mit einer Frauenfigur geprägt. Zuvor kursierte bereits die seit 1883 ausgegebene Helvetia-Münze. Auch nach dem Ende der Lateinischen Münzunion prägte die Schweiz das Vreneli fort – bis in die Nachkriegszeit hinein.

Produziert wurde die Münze in der eidgenössischen Münzstätte in Bern, erkennbar am kleinen Münzzeichen B. Dass das Vreneli auch während der Phase des Goldverbots verkehrsfähig blieb, unterstreicht ihre Sonderstellung. Wer sich näher mit historischen Umlaufmünzen befasst, findet unter den deutschen Goldmünzen oder beim britischen Sovereign thematisch verwandte Stücke aus derselben Epoche.

Die Frau auf der Münze – ein Politikum

Der Name Vreneli ist die Verniedlichung des Frauennamens Verena beziehungsweise Veronika. Auf der Motivseite ist eine junge Frau vor einem Bergpanorama zu sehen. Ihre Darstellung war seinerzeit ein regelrechtes Politikum: Die moderne Frauenfigur galt vielen Eidgenossen als zu fortschrittlich, weshalb das Motiv mehrfach überarbeitet wurde. Der Graveur Fritz Ulysse Landy musste nachbessern – die endgültige Vreneli trägt einen geflochtenen Zopf statt offener Haarpracht, die Stirnlocke wurde entfernt.

Viele Würdenträger wollten lieber Wilhelm Tell auf der Goldmünze sehen – doch die Schweiz verliebte sich in ihr Vreneli.

Trotz anhaltender Kritik setzte sich das Motiv durch und wurde zum nationalen Sinnbild. Bis heute ist das Goldvreneli ein beliebtes Geschenk zu besonderen Anlässen und ein fester Begriff im Schweizer Goldhandel.

Motiv und Gestaltung im Detail

Die Motivseite zeigt das Porträt der Vreneli mit Bergpanorama, umrahmt von Edelweiß. Die Wertseite trägt einen Eichenzweig, der sich um das Wappenschild mit dem Schweizer Kreuz schlingt, dazu Nennwert, Währungsbezeichnung, Prägejahr und Münzzeichen. Bei den 100- und 10-Franken-Münzen erscheint das Wappen zusätzlich vor einem Strahlenkranz aus 22 Sternen.

Eine Besonderheit betrifft die Randgestaltung: Der Münzrand des 10-Franken-Vreneli ist geriffelt, bei der 20-Franken-Variante sind in regelmäßigen Abständen fünfeckige Sterne eingeprägt. Nur die Jahrgänge 1947 und 1949 tragen statt des Strahlenkranzes die Randschrift AD LEGEM ANNI MCMXXXI („nach dem Gesetz von 1931“). Solche Details helfen bei der Zuordnung und lassen sich mit einer guten Lupe aus dem Bereich Sammlerutensilien nachvollziehen.

Stückelungen, Feingehalt und technische Daten

Das Vreneli wurde in mehreren Nennwerten ausgegeben. Alle Varianten weisen einen Feingehalt von 900/1000 auf – also 21,6 Karat. Die wichtigsten Kenndaten im Überblick:

  • 20 Franken Vreneli – die mit Abstand häufigste Variante: 6,45 g Gesamtgewicht, 5,80 g Feingold, Durchmesser 21,0 mm. Der Nennwert lag weit unter dem Goldwert – ein typisches Merkmal einer Kurantmünze.
  • 10 Franken Vreneli – die kleine Schwester: 3,22 g Gesamtgewicht, 2,90 g Feingold, Durchmesser 19,0 mm. Nur zwischen 1911 und 1922 geprägt und daher deutlich seltener.
  • 100 Franken Vreneli – die seltene XXL-Ausgabe von 1925 mit Strahlenkranz und einer Auflage von nur 5.000 Stück.

Wer die kleinen Feingewichte des Vreneli mit modernen Anlagegrößen vergleichen möchte, findet bei den 5-Gramm-Goldbarren oder 2-Gramm-Goldbarren passende Referenzformate. Auch die Dukaten und Kronen aus Österreich zählen zu den historischen Kleingold-Klassikern mit vergleichbarem Feingehalt.

Gut zu wissen: Kurantmünze

Das Vreneli zählt zu den sogenannten Kurantmünzen – Münzen, die als reguläres Zahlungsmittel konzipiert und nahezu vollständig durch ihren Goldwert gedeckt waren. Beim 20-Franken-Vreneli liegt der reine Materialwert von 5,8 g Gold heute um ein Vielfaches über dem historischen Nennwert.

Auflagen und Jahrgänge im Überblick

Zwischen 1897 und 1949 kamen rund 60 Millionen Goldvreneli in Umlauf. Besonders zwischen 1945 und 1947 wurde massenhaft geprägt: Diese Anlageprägungen tragen das Münzzeichen L, erscheinen mit der Jahreszahl 1935 und wurden aus Gold der Schweizerischen Nationalbank hergestellt. Allein dieser Jahrgang „1935 L“ umfasst über 20 Millionen Stück. Die folgende Tabelle zeigt die dokumentierten Auflagen:

10 Franken 20 Franken 100 Franken
1911: 100.0001897: 400.0291925: 5.000
1912: 200.0001900: 40.000
1913: 600.0001904–1906: je 100.000
1914: 200.0001922: 2.783.678
1915: 400.0001927: 5.015.000
1916: 130.0001935 L: 20.008.813
1922: 1.020.0001947: 9.200.000
1949: 10.000.000

Auszug der wichtigsten Jahrgänge. Die 20-Franken-Prägung erschien zusätzlich in zahlreichen weiteren Jahren zwischen 1897 und 1935.

Sammlerwert: Wann ein Vreneli mehr als nur Gold ist

Aufgrund der hohen Gesamtauflage besitzen die meisten 20-Franken-Vreneli keinen nennenswerten Sammleraufschlag – ihr Wert orientiert sich im Wesentlichen am reinen Goldgehalt. Als Bezugsgröße dient dabei der jeweils aktuelle Goldpreis.

Anders sieht es bei den kleineren und selteneren Ausgaben aus. Das 10-Franken-Vreneli, nur zwischen 1911 und 1922 mit Auflagen zwischen 100.000 und gut einer Million geprägt, wird heute mit einem leichten Aufschlag gehandelt. Besonders begehrt ist die 100-Franken-Ausgabe von 1925: Wegen zahlreicher Einschmelzungen ist sie nur noch selten verfügbar, ihr Sammlerwert kann pro Stück in den fünfstelligen Bereich reichen. Eine Rarität sind zudem die 29 Exemplare von 1897 aus sogenanntem Gondogold. Wer gezielt seltene Stücke sucht, wird auch im Bereich Sammlermünzen und bei den weiteren Goldmünzen fündig.

Echtheitsmerkmale und Erhaltungsgrade

Als weit verbreitete historische Umlaufmünze lässt sich das Vreneli anhand mehrerer fester Merkmale einordnen. Da es in großen Stückzahlen zirkulierte, existieren zahlreiche Erhaltungsgrade – von deutlich abgegriffenen Alltagsstücken bis zu nahezu prägefrischen Exemplaren. Die Feinheit von 900/1000 und die exakten Gewichte blieben über alle Jahrgänge hinweg unverändert, weshalb Abweichungen ein verlässlicher Hinweis auf ein unechtes Stück sind.

Zu den wichtigsten Prüf- und Zuordnungsmerkmalen zählen:

  • Feingehalt und Gewicht – ein originales 20-Franken-Vreneli wiegt 6,45 g bei 900/1000 Feinheit; das 10-Franken-Stück 3,22 g. Abweichungen sind ein Warnsignal.
  • Durchmesser – 21,0 mm beim 20-Franken-Vreneli, 19,0 mm beim 10-Franken-Vreneli.
  • Randgestaltung – geriffelt beim 10-Franken-Stück, fünfeckige Sterne beim 20-Franken-Stück. Ein glatter oder abweichender Rand deutet auf eine Fälschung hin.
  • Erhaltungsgrad – leichte Umlaufspuren sind bei historischen Münzen die Regel und mindern den Goldwert nicht; für die numismatische Bewertung ist der Grad hingegen entscheidend.

Da Gold nicht magnetisch ist, gibt eine Magnetprobe erste Hinweise; Gewicht, Durchmesser und Klang lassen sich mit einer feinen Waage und einer Lupe aus dem Bereich Sammlerutensilien überprüfen. Zum Einordnen der kompakten Feingewichte im Vergleich zu genormten Barrenformaten eignen sich die 5-Gramm-Goldbarren als anschauliche Referenz.

Steuerliche Behandlung und Aufbewahrung

Als Anlagegold ist das Vreneli in Deutschland von der Umsatzsteuer befreit. Beim privaten Verkauf greift zudem die einjährige Spekulationsfrist: Wird die Münze nach mehr als zwölf Monaten Haltedauer veräußert, bleibt ein etwaiger Gewinn nach aktueller Rechtslage steuerfrei. Dies ist eine allgemeine Information und ersetzt keine individuelle Steuerberatung.

Da es sich um historische Münzen handelt, liegen Vreneli meist im gepflegten Vintage-Zustand vor – kleine Umlaufspuren sind normal und mindern den Goldwert nicht. Zum Schutz der Oberfläche vor Kratzern und Abrieb eignet sich eine passende Münzkapsel; für größere Bestände bieten sich Münzkassetten oder Münztaschen an. Wegen ihrer kleinen, teilbaren Nennwerte gelten Vreneli europaweit als bekannt und werden historisch häufig im Zusammenhang mit Krisenschutz genannt, da sie im Notfall ein teilbares Tauschmittel darstellen.

Häufig gestellte Fragen zum Vreneli

Wie viel Gold enthält ein 20-Franken-Vreneli? +

Ein 20-Franken-Vreneli wiegt 6,45 g bei einem Feingehalt von 900/1000 und enthält damit 5,80 g Feingold. Das kleinere 10-Franken-Vreneli enthält 2,90 g Feingold.

Woher stammt der Name Vreneli? +

Vreneli ist die schweizerische Verniedlichung des Frauennamens Verena beziehungsweise Veronika. Der Name bezieht sich auf die junge Frauenfigur auf der Motivseite, die der Graveur Fritz Ulysse Landy schuf.

Haben Vreneli-Goldmünzen einen Sammlerwert? +

Die häufigen 20-Franken-Jahrgänge besitzen kaum Sammleraufschlag; ihr Wert orientiert sich am Goldgehalt. Seltene Ausgaben wie das 100-Franken-Vreneli von 1925 oder frühe 10-Franken-Jahrgänge erzielen dagegen einen deutlichen numismatischen Aufschlag.

Ist das Vreneli von der Mehrwertsteuer befreit? +

Ja. Als Anlagegold ist das Vreneli in Deutschland umsatzsteuerbefreit. Nach einer Haltedauer von über einem Jahr ist ein privater Veräußerungsgewinn nach aktueller Rechtslage steuerfrei. Für die persönliche Situation empfiehlt sich eine Steuerberatung.

Woran erkennt man die Prägestätte eines Vreneli? +

Das Vreneli wurde in der eidgenössischen Münzstätte Bern geprägt. Das kleine Münzzeichen B auf der Wertseite verweist auf diese Prägestätte. Zusammen mit Prägejahr und Randgestaltung lässt sich ein Stück so eindeutig zuordnen.

Wie sollte man Vreneli-Goldmünzen aufbewahren? +

Empfehlenswert sind Münzkapseln, die die historische Oberfläche vor Kratzern und Abrieb schützen. Bei größeren Beständen bieten sich Münzkassetten oder Münztaschen an. So bleibt der gepflegte Vintage-Zustand langfristig erhalten.

Woran lässt sich ein echtes Vreneli erkennen? +

Ein originales 20-Franken-Vreneli wiegt 6,45 g bei einem Durchmesser von 21,0 mm und einer Feinheit von 900/1000. Gold ist nicht magnetisch, weshalb eine Magnetprobe erste Hinweise gibt. Auch die Randgestaltung ist ein Merkmal: fünfeckige Sterne beim 20-Franken-Stück, geriffelt beim 10-Franken-Vreneli. Eine geprüfte Herkunft mit dokumentierter Echtheitsprüfung schafft zusätzliche Sicherheit.

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