Fed beendet Bilanzabbau: Neue Geldflut und Inflationsrisiko
Die Zeichen stehen auf Sturm. Während die Welt gebannt auf geopolitische Schachzüge blickt, vollzieht sich im Hintergrund eine tektonische Verschiebung im globalen Finanzsystem, die das Potenzial hat, die Ersparnisse von Millionen Menschen zu pulverisieren. Seit dem 1. Dezember 2025 hat die US-Notenbank Federal Reserve ihre Phase des sogenannten Quantitative Tightening – also der Bilanzreduzierung – offiziell beendet. Was nun folgt, ist nichts Geringeres als eine neue Ära des Gelddruckens, deren Ausmaß alles Bisherige in den Schatten stellen könnte.
Der renommierte Finanzexperte und Bestsellerautor Ernst Wolff zeichnet im Gespräch mit Dominik Kettner ein Bild, das nüchtern betrachtet erschreckend ist – und das dennoch jeder Anleger kennen sollte, der sein Vermögen in den kommenden Jahren bewahren will.
Die Geldflut kehrt zurück: Warum die Fed wieder druckt
Die Zahlen sprechen eine unmissverständliche Sprache. Die Federal Reserve hatte ihre Bilanz über drei Jahre hinweg von 9 Billionen auf etwa 6,5 Billionen Dollar reduziert – wohlgemerkt lag sie vor der Corona-Krise noch bei lediglich 4 bis 4,5 Billionen. Doch dieser Weg der monetären Disziplin ist nun Geschichte.
Was bedeutet das konkret? Neue Liquidität wird in das System gepumpt. Die Geldmenge wächst. Und mit ihr die Inflation – nicht nur in den USA, sondern weltweit. Denn der Dollar ist nach wie vor die Weltreservewährung, und jede Ausweitung der Dollar-Geldmenge hat globale Konsequenzen.
„Da beginnt das große Gelddrucken jetzt wieder. Die würden notfalls die Dollarmenge auch über Nacht verdreifachen. Das würde dann bedeuten, dass wenige Wochen später der normale Amerikaner für einen Donut nicht mehr 8 Dollar, sondern 80 Dollar bezahlt."
Diese Aussage mag drastisch klingen. Doch sie beschreibt eine Dynamik, die historisch belegt ist. Hyperinflation ist kein theoretisches Konstrukt – sie ist eine wiederkehrende Realität in der Geschichte des Fiat-Geldes. Wer sein Vermögen in Papierwährungen hält, spielt russisches Roulette mit seiner finanziellen Zukunft.
38,5 Billionen Dollar Schulden: Der Punkt ohne Wiederkehr
Die Vereinigten Staaten haben inzwischen einen Schuldenberg von 38,5 Billionen Dollar angehäuft. Allein der jährliche Schuldendienst beläuft sich auf über eine Billion Dollar. Um diese Dimension zu begreifen: Das ist mehr als der gesamte Verteidigungshaushalt der USA.
Eine günstige Refinanzierung dieser Schulden? Unmöglich, sagt Ernst Wolff. Und die Fakten geben ihm recht. Die aggressive Zinssenkungspolitik, die Donald Trump anstrebt, ist weniger ein Zeichen wirtschaftspolitischer Weitsicht als vielmehr ein verzweifelter Versuch, das Unvermeidliche hinauszuzögern.
- Schuldenstand USA: 38,5 Billionen Dollar (und steigend)
- Jährlicher Schuldendienst: Über 1 Billion Dollar
- Fed-Bilanz: Erneute Ausweitung nach dreijähriger Reduzierung
- Repo-Markt: Massive Stützungsprogramme für Großbanken erforderlich
- Arbeitsmarkt: Dramatischer Einbruch der Beschäftigungszahlen im November 2025
In diesem Umfeld wird eines immer deutlicher: Gold ist nicht nur eine Anlageklasse – es ist eine Versicherung gegen den systemischen Wahnsinn, der sich vor unseren Augen entfaltet.
Der stille Krieg der Großbanken gegen die Kleinen
Ein besonders brisanter Aspekt, den Wolff beleuchtet, ist der inneramerikanische Bankenkrieg. Die hohen Zinsen, so seine Analyse, werden bewusst aufrechterhalten – nicht etwa aus geldpolitischer Vernunft, sondern um die kleinen und mittelgroßen Banken in den USA systematisch zu schwächen.
Das Ziel? Eine Konsolidierung des Bankensektors, wie sie zwischen 1929 und 1933 stattfand, als Tausende kleine Banken von den Großen geschluckt wurden. Wolff sieht darin den letzten großen Coup innerhalb des bestehenden Geldsystems – bevor die digitale Währung eingeführt wird.
„Wir werden irgendwann so etwas erleben wie zwischen 1929 und 1933, dass sehr viele kleine Banken von den großen übernommen werden. Das wird wahrscheinlich der letzte Coup innerhalb unseres bestehenden Geldsystems sein."
Die strukturellen Schäden im amerikanischen Bankensystem sind laut Wolff irreparabel. Der Repo-Markt – jener Refinanzierungsmarkt, an dem sich Großbanken über Nacht mit Liquidität versorgen – zeigt erneut alarmierende Schwächen. Bereits während der Weltfinanzkrise 2008 und zu Beginn der Corona-Krise gab es hier massive Verwerfungen.
Fort Knox: Das große Schweigen um Amerikas Goldreserven
Ein Thema, das die Gemüter seit Jahrzehnten erhitzt, ist die Frage nach den tatsächlichen Goldbeständen der USA. Obwohl Donald Trump und Elon Musk öffentlich über ein mögliches Goldaudit in Fort Knox gesprochen haben, geschieht – nichts.
Ernst Wolff sieht darin kein Versäumnis, sondern Kalkül. Die Unsicherheit über die tatsächliche Menge des amerikanischen Goldes ermöglicht es, den Goldpreis leichter zu manipulieren. Über den Papiergoldmarkt werden regelmäßig große Mengen auf den Markt geworfen, um den Preis zu drücken.
- Kein unabhängiges Audit seit Jahrzehnten
- Bewusste Aufrechterhaltung der Unsicherheit über tatsächliche Bestände
- Manipulation des Goldpreises über Papiergold-Transaktionen
- Strategisches Interesse an einem kontrollierbaren Goldmarkt
Doch gerade diese Manipulation hat eine Kehrseite: Sie bietet klugen Anlegern die Möglichkeit, physisches Gold in Form von Barren oder Goldmünzen zu Preisen zu erwerben, die unter dem tatsächlichen Wert liegen könnten. Denn eines ist sicher – wenn die Papiergold-Blase platzt, wird der physische Goldpreis explodieren.
Warum physisches Gold der einzige echte Schutz ist
In einer Welt, in der Zentralbanken die Geldmenge nach Belieben ausweiten können, in der digitale Währungen die totale Kontrolle über jeden Zahlungsvorgang ermöglichen und in der Bankkonten über Nacht gekündigt werden können, ist physisches Edelmetall der letzte Anker finanzieller Souveränität.
Wer heute in Wiener Philharmoniker, Maple Leaf oder Känguru-Münzen investiert, erwirbt nicht nur einen Sachwert – er erwirbt Unabhängigkeit von einem System, das sich in seiner Endphase befindet. Auch das Beispiel Simbabwes goldgedeckter Währung zeigt eindrucksvoll, dass Gold als monetärer Anker funktioniert – selbst dort, wo das Fiat-System komplett versagt hat.
Krieg als Systemwerkzeug: Die Umverteilung von unten nach oben
Die geopolitische Lage ist nicht nur ein sicherheitspolitisches Problem – sie ist integraler Bestandteil der finanziellen Endspielstrategie. Ernst Wolff beschreibt einen Mechanismus, der so zynisch wie effektiv ist: Kriege legitimieren Schulden, Schulden erfordern Gelddrucken, Gelddrucken entwertet Ersparnisse.
Die Zahlen der Umverteilung sind erschütternd. Laut aktuellen UBS-Daten gibt es weltweit mittlerweile 2.900 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 15,8 Billionen Dollar. Gleichzeitig sinkt der Lebensstandard der Mittelschicht dramatisch.
- Bei der Pflegeversicherung wird gespart
- Bei den Renten wird gekürzt
- In die Rüstungsindustrie fließen Hunderte Milliarden
- Neue Sozialabgaben auf Kapitalerträge werden diskutiert
Die Kriegswirtschaft ist längst keine Zukunftsvision mehr. Bombardier in Görlitz stellt auf Militärausrüstung um. Die Meyer Werft in Papenburg soll Kriegsschiffe bauen. Die Kölner Motorenwerke Deutz liefern Militärfahrzeuge. Und Rheinmetall-Chef Pappberger hat öffentlich erklärt, große Teile von Volkswagen übernehmen und dort Kriegsmaterial herstellen zu wollen.
„Dieser Trend wird nicht mehr umkehren, sondern so lange bis zum bitteren Ende weitergehen. Wir steuern auf eine unglaubliche soziale Explosion hin."
In diesem Kontext gewinnt die Dollar-Schwäche, die US-Exporteuren goldene Zeiten beschert, eine zusätzliche Dimension. Während amerikanische Rüstungskonzerne profitieren, zahlt die deutsche Wirtschaft die Zeche.
Iran, Venezuela, Taiwan: Die nächsten Brandherde
Wolff rechnet fest mit einem Irankrieg. Die Logik dahinter ist erschreckend rational: Sollte die Straße von Hormus geschlossen werden – durch die etwa 20 Prozent des weltweiten Öltransports fließen – bräuchten die USA alternative Ölquellen. Venezuela, das Land mit den größten Erdölreserven der Welt, wäre das naheliegende Ziel.
Auch im Südchinesischen Meer, im Sudan und in zahlreichen weiteren Krisenherden wird das Feuer weiter geschürt. Die Inszenierung Donald Trumps als „Friedenspräsident" über soziale Medien steht in krassem Widerspruch zur Realität zunehmender globaler Konflikte.
Was ein Irankrieg für den Goldpreis bedeuten würde
Ein militärischer Konflikt mit dem Iran hätte unmittelbare Auswirkungen auf den Goldpreis. Historisch steigt Gold in Zeiten geopolitischer Unsicherheit massiv an. Die Schließung der Straße von Hormus würde einen Ölpreisschock auslösen, der die Inflation weltweit befeuern und die Flucht in sichere Häfen beschleunigen würde.
Wer sich jetzt mit einem Gold-Krisenschutzpaket absichert, handelt vorausschauend. Auch die Tatsache, dass Russland trotz Sanktionen über Peking Milliarden in Gold bewegt, zeigt: Die Großmächte setzen längst auf das gelbe Metall.
Digitale Kontrolle: Das wahre Endspiel
Hinter all den geopolitischen Verwerfungen und finanziellen Turbulenzen verbirgt sich laut Wolff eine übergeordnete Agenda: die vollständige Digitalisierung des Geldsystems und damit die totale Kontrolle über jeden einzelnen Bürger.
Die Bausteine werden bereits zusammengesetzt:
- EU-weite digitale ID ab 2026
- EU-Chatkontrolle – offiziell „freiwillig", de facto umfassend
- Palantir rüstet ab 2026 die Polizei in mehreren deutschen Bundesländern aus
- KI-gestützte Profilerstellung durch jede einzelne Suchanfrage
- Predictive Policing – vorausschauende Polizeiarbeit auf Basis digitaler Profile
Besonders alarmierend ist die Rolle von Palantir, das Wolff als „das schlimmste Unternehmen der Welt" bezeichnet. Der US-Datenkonzern berät die Ukraine bei der Zielsuche gegen Russland, Israel bei Militäroperationen, verfügt über die Daten aller amerikanischen Geheimdienste – und hat nun Zugang zu deutschen Polizeidaten in Bayern, Hessen und Baden-Württemberg erhalten. Unter einem grünen Ministerpräsidenten, wohlgemerkt.
Kontokündigungen und Zensur: Wenn das System zurückschlägt
Die Fälle häufen sich. Der Journalist Flavio von Witzleben erhielt von der Sparkasse Karlsruhe die Kündigung seines Geschäftskontos – ohne Angabe konkreter Gründe. Die Berliner Journalistin Aya Velásquez traf dasselbe Schicksal. Ernst Wolff selbst berichtet von drastischen Reichweiteneinschränkungen auf TikTok und YouTube.
„Die Demokratie bei uns ist tot, die ist vorbei. Uns werden bestimmte Freiräume noch gelassen, um den Eindruck zu erwecken, es gäbe noch eine Demokratie."
Diese Entwicklung unterstreicht einmal mehr, warum physische Werte außerhalb des digitalen Systems so entscheidend sind. Ein Bankkonto kann gekündigt werden. Ein digitales Guthaben kann eingefroren werden. Aber ein Goldbarren im eigenen Tresor entzieht sich jeder digitalen Kontrolle.
Was Anleger jetzt tun sollten: Konkrete Handlungsoptionen
Die Analyse von Ernst Wolff mag düster klingen. Doch sie enthält eine klare Botschaft: Wer jetzt handelt, kann sein Vermögen schützen. Wer abwartet, riskiert alles.
- Physisches Gold erwerben: Ob American Eagle, Britannia oder China Panda – international anerkannte Anlagemünzen bieten maximale Liquidität und Wertbeständigkeit.
- Diversifikation innerhalb der Edelmetalle: Neben Gold sollten auch andere Edelmetalle in Betracht gezogen werden.
- Schrittweiser Aufbau: Für Einsteiger bietet sich das Gold Starter-Set an, für größere Vermögen das Gold Krisenschutzpaket M oder das Gold Krisenschutzpaket XXL.
- Physische Verwahrung: Gold gehört in den eigenen Zugriff – nicht auf ein Papierkonto bei einer Bank, die morgen das Konto kündigen kann.
- Regelmäßig informiert bleiben: Die Entwicklungen beschleunigen sich. Wer die Zeichen der Zeit nicht liest, wird von ihnen überrollt.
Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich: Der stille Dirigent
Ein Aspekt, der in der öffentlichen Debatte kaum vorkommt, ist die Rolle der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) in Basel. Wolff ist überzeugt, dass die globale Finanzagenda von dieser Institution gesteuert wird – jener „Bank der Zentralbanken", an deren Tisch die chinesische Staatsbank und die russische Staatsbank friedlich nebeneinander sitzen, während ihre Länder sich offiziell in geopolitischer Konfrontation befinden.
Diese Erkenntnis ist fundamental: Die scheinbaren Gegensätze zwischen Ost und West, zwischen Dollar und Yuan, zwischen NATO und BRICS – sie alle spielen sich auf einer Bühne ab, deren Regisseur im Hintergrund agiert. Das Endspiel zielt auf ein globales digitales Währungssystem, das totale Kontrolle ermöglicht.
Gold: Die 5.000 Jahre alte Antwort auf das digitale Gefängnis
In einer Welt, die auf ein digitales Finanzsystem zusteuert, in der Konten gekündigt, Vermögen eingefroren und Transaktionen überwacht werden können, gibt es eine Anlageklasse, die sich seit 5.000 Jahren bewährt hat. Gold hat jedes Imperium überlebt, jede Währungsreform überstanden und jeden Systemwechsel als Wertaufbewahrungsmittel überdauert.
Die Lunar-Serie aus Australien, die klassischen Wiener Philharmoniker oder das bewährte Gold Starterpaket S – sie alle repräsentieren etwas, das kein Algorithmus, keine Zentralbank und kein Geheimdienst kontrollieren kann: echten, physischen Wert.
Die Uhr tickt. Die neue Geldflut hat begonnen. Die geopolitischen Spannungen eskalieren. Die digitale Kontrollinfrastruktur wird in Rekordtempo ausgebaut. Wer in dieser Situation noch zögert, sein Vermögen in physische Werte umzuschichten, der hat die Lektion der Geschichte nicht verstanden. Denn am Ende jedes Fiat-Geldsystems steht dieselbe Erkenntnis: Nur was man in Händen hält, gehört einem wirklich.




