Fed-Sitzung am 9. Dezember 2026: Was eine zweite Zinserhöhung unter Warsh nach dem schwächsten Gold-Oktober seit 2008 bedeutet
Stand:
Gold hat im Oktober 2026 fast 7 Prozent verloren und ist am 30. Oktober kurzzeitig unter 3.900 US-Dollar je Feinunze gefallen. Einen schwächeren Oktober gab es nach Marktdaten, die bis 2006 zurückreichen, zuletzt im Lehman-Herbst 2008. Nach den US-Zwischenwahlen stieg der Preis am 4. November wieder über 4.000 Dollar. Doch am 9. Dezember entscheidet die US-Notenbank unter Kevin Warsh erneut über den Leitzins, und an den Finanzmärkten gilt die zweite Zinserhöhung binnen drei Monaten als wahrscheinlich.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Fed entscheidet am 9. Dezember um 20:00 Uhr deutscher Zeit
- Erwartet wird eine Anhebung des Leitzinses auf 4,00 bis 4,25 Prozent
- Gold fiel im Oktober um 6,8 Prozent und notiert wieder bei rund 4.040 Dollar
- Für Anleger in Euro fielen die Verluste geringer aus als in Dollar
Warum der Dezember-Termin so viel Gewicht hat
Am 16. September 2026 hat die Federal Reserve den Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf 3,75 bis 4,00 Prozent angehoben. Es war die erste Erhöhung seit Juli 2023 und die erste unter Kevin Warsh, der im Mai den Vorsitz übernommen hatte. Offiziell begründete die Notenbank den Schritt damit, dass die Inflation zu hoch bleibe und schneller zum Ziel von 2 Prozent zurückkehren solle.
Ende Oktober legte die Fed eine Pause ein, allerdings nicht einstimmig. Zwei der zwölf stimmberechtigten Mitglieder wollten den Zins sofort weiter anheben. Warsh betonte in der Pressekonferenz, die Inflation liege seit fast sechs Jahren über dem Ziel. Eine Zusage für Dezember gab er nicht, denn Vorab-Signale zum künftigen Zinskurs lehnt er grundsätzlich ab. Die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) vermutete nach der Sitzung, die Notenbanker hätten kurz vor der Wahl am 3. November nicht den Eindruck einer Einmischung erwecken wollen. Aufgeschoben sei aber nicht aufgehoben, so die Analysten.
An den Terminmärkten sieht man das ähnlich. Laut dem FedWatch-Tool der Börse CME lag die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung am 4. November bei knapp 83 Prozent, Anfang Oktober waren es erst rund zwei Drittel. Mit Spannung erwarten Anleger auch die neuen Zinsprognosen der Fed-Mitglieder, die am selben Tag erscheinen. Im September hatte die große Mehrheit für 2027 keine Zinssenkung eingeplant. Wie Warsh die Notenbank seit seinem Amtsantritt verändert, lesen Sie im Beitrag Kevin Warsh, Fed und Goldpreis 2026.
Der schwächste Gold-Oktober seit 2008
Wer nur auf den Monat schaut, unterschätzt die Bewegung. Sein Rekordhoch hatte Gold Ende Januar 2026 bei rund 5.420 Dollar erreicht. Ende August stand der Preis noch nahe 4.700 Dollar, bis zum 30. Oktober gingen davon rund 17 Prozent verloren. An jenem Freitag rutschte die Feinunze zeitweise auf 3.891 Dollar, den tiefsten Stand seit etwa einem Jahr. Silber traf es mit einem Monatsminus von rund 18 Prozent noch härter – ein typisches Muster in unruhigen Phasen, in denen das kleinere und schwankungsfreudigere Metall stärker verkauft wird.
Der Auslöser kam nicht aus dem Goldmarkt, sondern von der Wall Street. Enttäuschende Quartalszahlen großer Technologiekonzerne nährten Zweifel, ob sich die gewaltigen Ausgaben für künstliche Intelligenz jemals auszahlen. Der Technologieindex Nasdaq 100 büßte im Oktober mehr als 1,2 Billionen Dollar an Börsenwert ein. Viele Anleger, die mit geliehenem Geld investiert hatten, mussten daraufhin Sicherheiten nachschießen. In solchen Momenten wird verkauft, was sich schnell zu Geld machen lässt und vorher gut gelaufen ist. Gold und Silber passen genau in dieses Raster. Wie solche Nachschussforderungen an der US-Terminbörse funktionieren, erklären wir im Beitrag Margin Call an der COMEX.
Ganz ohne handfeste Gründe kam der Rückgang allerdings nicht. Die US-Wirtschaft wuchs im Sommer kräftiger als erwartet, die Teuerung lag zuletzt bei 3,6 Prozent, und zehnjährige US-Staatsanleihen warfen Ende Oktober rund 5 Prozent Zinsen ab. Für ein Metall, das selbst keine Zinsen zahlt, ist das starke Konkurrenz. Hinzu kam der Ölpreis, der nach einem weiteren Angriff auf einen Tanker in der Straße von Hormus auf rund 117 Dollar je Barrel stieg. Geopolitische Spannungen, die Gold sonst eher stützen, wirken in diesem Herbst über einen Umweg belastend. Ein hoher Ölpreis treibt die Inflation, und hohe Inflation festigt die Erwartung weiterer Zinserhöhungen.
Aufschlussreich ist, wer in dieser Phase nicht verkauft hat. Nach dem Quartalsbericht des World Gold Council kauften die Zentralbanken weltweit im dritten Quartal 321 Tonnen Gold, 42 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Auch börsengehandelte Goldfonds verzeichneten wieder deutliche Zuflüsse. Nur private Käufer von Barren und Münzen hielten sich zurück.
Unsere Einschätzung
Der Oktober war aus unserer Sicht vor allem ein Zwangsverkauf, den die Zinssorgen zusätzlich verstärkt haben, aber keine Abkehr vom Gold. Die großen Käufer ohne Kredit, allen voran die Notenbanken, haben ihre Käufe sogar ausgeweitet. Wer Münzen und Barren vollständig bezahlt im eigenen Bestand hält, muss ebenfalls nichts nachschießen und wird nicht zum Verkauf gezwungen, wenn an der Börse die Kurse einbrechen. Genau diese Unabhängigkeit ist der Kern des Arguments für physisches Gold.
Nach der Wahl wieder über 4.000 Dollar
Bei den Zwischenwahlen am 3. November haben die Demokraten nach den Auszählungen vom folgenden Morgen die Mehrheit in beiden Kammern des US-Kongresses gewonnen. Die Börsen reagierten erleichtert, der Dow Jones stieg laut CNBC im Tagesverlauf um rund 2 Prozent. Gold legte um 2,9 Prozent auf rund 4.040 Dollar zu, Silber gewann mehr als 4 Prozent auf rund 52 Dollar.
Die Erklärung liegt vor allem beim Dollar und bei den Zinsen. Der Dollar fiel auf den tiefsten Stand seit vier Wochen, und die Renditen der US-Staatsanleihen gaben leicht nach. Laut Reuters rechnen Marktteilnehmer damit, dass ein politisch geteiltes Washington weniger neue Konjunkturprogramme auf Pump beschließt. Das würde den Inflationsdruck dämpfen. Auch der Ölpreis sank auf rund 103 Dollar je Barrel. Gelöst ist die Lage am Golf damit nicht – Gespräche zwischen den USA und dem Iran haben bisher keine Einigung gebracht.
Eine Entwarnung für die Dezembersitzung ist das nicht. Die Konjunkturdaten vom selben Tag fielen robust aus. Die US-Privatwirtschaft schuf im Oktober mehr Stellen als erwartet, und in der Umfrage des Einkaufsmanagerverbands ISM meldeten Dienstleister die zweitstärksten Preissteigerungen seit Mitte 2022. Als Gründe nannte der Verband Zölle und Kraftstoffkosten. Prompt stieg die eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von gut 77 auf knapp 83 Prozent. Zugleich ist mit der Wahl das Argument der LBBW entfallen, denn eine Erhöhung am 9. Dezember kann niemand mehr als Einmischung in den Wahlkampf deuten. Der Kurssprung vom 4. November zeigt vor allem, wie empfindlich Gold derzeit auf Dollar und Zinsen reagiert, und zwar in beide Richtungen.
Was 2008 und 2020 lehren
Dass Gold in der akuten Phase einer Krise mitfällt, ist nicht neu. Nach der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 fiel Gold zusammen mit den Aktien, weil Anleger dringend flüssige Mittel brauchten. Im Oktober 2008 verlor das Metall fast 17 Prozent und lag im Herbst rund 30 Prozent unter seinem Frühjahrshoch. Die Fed senkte daraufhin den Leitzins bis Dezember auf nahezu null und begann, in großem Stil Anleihen zu kaufen. Gold beendete das Jahr dennoch leicht im Plus und stieg bis August 2011 auf rund 1.900 Dollar.
Im März 2020 wiederholte sich das Muster im Zeitraffer. Als die Corona-Pandemie die Märkte erfasste, verkauften Anleger in Panik fast alles. Gold fiel binnen drei Wochen um etwa 12 Prozent, laut World Gold Council auch deshalb, weil viele damit Verluste an anderer Stelle ausgleichen mussten. Die Fed senkte den Zins in zwei Notfallschritten auf nahezu null und kündigte unbegrenzte Anleihekäufe an. Im August 2020 erreichte Gold mit rund 2.067 Dollar ein damaliges Allzeithoch.
Drei Abverkäufe im Vergleich
Auslöser, Rückgang und Reaktion der Fed in den Jahren 2008, 2020 und 2026
| Merkmal | 2008 | 2020 | 2026 |
|---|---|---|---|
| Auslöser | Lehman-Pleite und Bankenkrise | Corona-Schock und Flucht in Bargeld | Einbruch bei Technologieaktien, Ölpreis und Zinssorgen |
| Rückgang beim Gold | Rund 30 % von März bis Herbst | Rund 12 % in drei Wochen | Rund 17 % von Ende August bis Ende Oktober |
| Reaktion der Fed | Zinssenkung auf nahezu null und Anleihekäufe | Notfallsenkungen auf nahezu null und unbegrenzte Anleihekäufe | Zinserhöhung im September, weitere Erhöhung erwartet |
| Gold danach | Rund 1.900 $ im August 2011 | Rund 2.067 $ im August 2020 | Offen, am 4. November rund 4.040 $ |
Quellen: Federal Reserve, World Gold Council, Marktdaten; Kursangaben gerundet
Die Tabelle zeigt den entscheidenden Unterschied. 2008 und 2020 kam die Erholung, als die Notenbank den Geldhahn aufdrehte. 2026 läuft es umgekehrt, die Fed strafft ihre Geldpolitik. Wer erwartet, dass sich der Ablauf von damals einfach wiederholt, übersieht diesen Punkt. Was geschieht, wenn eine Notenbank wirklich hart durchgreift, zeigt das Beispiel des Volcker-Schocks um 1980.
Wie lange die Fed diesen Kurs durchhält, hängt auch an den Staatsfinanzen. Jede Zinserhöhung verteuert nicht nur Kredite für Unternehmen und Hauskäufer, sondern auch die Schulden des Staates. Laut der Peterson Foundation, die sich auf Zahlen des US-Finanzministeriums stützt, zahlten die USA im Haushaltsjahr 2026 netto rund 1,05 Billionen Dollar an Zinsen. Damit sind Zinsen nach der staatlichen Rente und der Krankenversicherung für Senioren der drittgrößte Ausgabenposten.
Unsere Einschätzung
Wir halten es für wahrscheinlich, dass die Härte der Fed dort endet, wo die Zinslast politisch nicht mehr tragbar ist. Ein Staat, der über eine Billion Dollar im Jahr allein für Zinsen ausgibt, kann sich steigende Zinsen nicht unbegrenzt leisten. In den fast sechs Jahren mit zu hoher Inflation haben Sparer Jahr für Jahr Kaufkraft verloren, während der Staat seine Schulden mit entwertetem Geld bedient. Für Gold war erfahrungsgemäß nicht die Phase der Straffung entscheidend, sondern die Phase danach.
Ein Blick auf die vergangenen zwei Jahrzehnte zeigt, dass Gold und Leitzins nicht im Gleichschritt laufen. Nach 2008 hielt die Fed den Zins sieben Jahre lang nahe null, und Gold stieg bis 2011 auf rund 1.900 Dollar. Als die Notenbank im Dezember 2015 erstmals wieder erhöhte, stand der Preis dagegen nahe seinem Tief bei rund 1.050 Dollar. Von dort ging es trotz weiterer Zinsschritte wieder aufwärts. Noch deutlicher war es 2022 und 2023, als die Fed den Leitzins so schnell wie seit den 1980er-Jahren nicht mehr auf über 5 Prozent anhob. Gold gab zwischenzeitlich spürbar nach, erreichte aber schon Ende 2023 ein neues Rekordhoch. Aus unserer Sicht zählt für Gold am Ende weniger die Höhe des Zinses als das Vertrauen in die Notenbank und in die Staatsfinanzen.
Drei mögliche Ausgänge am 9. Dezember
Bis zur Sitzung stehen noch wichtige Daten aus, als Nächstes der offizielle Arbeitsmarktbericht am 6. November und danach die Verbraucherpreise für Oktober. Ab dem 28. November äußern sich die Mitglieder des Zinsausschusses nicht mehr öffentlich zur Geldpolitik. Grob lassen sich drei Ausgänge unterscheiden.
- Erhöhung mit Signal zum Ende: Die Fed hebt auf 4,00 bis 4,25 Prozent an und deutet an, dass damit der Gipfel erreicht ist. Weil der Schritt weitgehend erwartet wird, könnte das den Markt sogar beruhigen.
- Erhöhung mit Aussicht auf mehr: Die Fed erhöht und stellt weitere Schritte für 2027 in Aussicht. Dann dürften Zinsen und Dollar wieder steigen, und Gold könnte die Tiefs von Ende Oktober erneut testen.
- Überraschende Pause: Die Fed hält still, etwa weil der Ölpreis weiter fällt oder die Aktienmärkte erneut einbrechen. Der Dollar dürfte dann nachgeben, was Gold entlasten würde. Zugleich stünde die Glaubwürdigkeit der Inflationsbekämpfung infrage.
Eines gilt für alle drei Fälle. An Fed-Tagen schwankt Gold erfahrungsgemäß deutlich stärker als an gewöhnlichen Handelstagen, ohne dass sich daraus eine verlässliche Richtung ablesen lässt. Wer am Abend des 9. Dezember auf den Kurs schaut, sieht vor allem kurzfristige Ausschläge. Auch viele Analysten trennen zwischen kurzer und langer Frist. Die Bank of America hielt laut RND Anfang Oktober einen Rückgang auf 3.750 Dollar bis Jahresende für möglich, rechnet für 2027 aber mit einem Durchschnittspreis von gut 4.800 Dollar. Solche Prognosen sind Einschätzungen, keine Zusagen. Aktuelle Meldungen zur Fed und zum Goldpreis finden Sie in unseren Edelmetall-News.
Was das für Käufer in Euro bedeutet
Für Anleger in Deutschland fällt die Rechnung freundlicher aus. Gold wird weltweit in Dollar gehandelt. Steigt der Dollar gegenüber dem Euro, fällt der Goldpreis in Euro weniger stark als in Dollar. Genau das ist die typische Folge einer Zinserhöhung in den USA. Im Oktober verlor Gold in Dollar rund 6,8 Prozent, in Euro nur rund 5,4 Prozent. Seit Jahresbeginn ist der Unterschied noch deutlicher.
Gold in Dollar und in Euro
Wie der Wechselkurs die Verluste für Anleger im Euroraum gedämpft hat
| Zeitraum | In US-Dollar | In Euro |
|---|---|---|
| Oktober 2026 | −6,8 % | −5,4 % |
| Seit Jahresbeginn | −7,3 % | −3,1 % |
| Preis je Feinunze am 4. November | Rund 4.040 $ | Rund 3.590 € |
Quelle: Marktdaten, gerundet, Stand 4. November 2026
Der Puffer wirkt allerdings in beide Richtungen. Nach der Wahl stieg der Euro zeitweise auf knapp 1,13 Dollar, wodurch der Kursgewinn in Euro etwas kleiner ausfiel. Besonders deutlich war der Effekt 2008, als der Euro von fast 1,60 Dollar im Juli auf rund 1,25 Dollar Ende Oktober fiel. Der Goldpreis in Euro hielt sich damals deutlich besser als der in Dollar. Hinzu kommt die Zinsseite in Europa. Die EZB hat 2026 ebenfalls zweimal erhöht und den Einlagensatz auf 2,50 Prozent angehoben. Ob das für Sparer ein Gewinn ist, entscheidet die Inflation. Ein Tagesgeldzins unter der Teuerungsrate ist kein Ertrag, sondern eine stille Enteignung in kleinen Raten.
Den perfekten Einstieg rund um einen Fed-Termin trifft man nur mit Glück. Wer Gold als langfristigen Vermögensschutz versteht, kann den Kauf stattdessen in mehrere Teile aufteilen, etwa einen vor der Sitzung, einen danach und weitere in den Folgewochen. So hängt das Ergebnis nicht vom Kurs eines einzigen Abends ab. Bewährt haben sich dafür gängige Formate wie 1-Unzen-Münzen, etwa der Krügerrand, der weltweit bekannt ist und sich später leicht wieder verkaufen lässt. Kleinere Einheiten wie 5-Gramm-Goldbarren - gerade bei kleineren Monatsbeträgen praktisch - erlauben es, die Teilkäufe feiner zu dosieren. Entscheidend ist vor allem, ohne Kredit zu kaufen. Der Oktober hat gezeigt, wer verkaufen musste.
Hinweis zu Steuern
Anlagegold ist in der EU von der Mehrwertsteuer befreit. Gewinne aus dem Verkauf von physischem Gold sind in Deutschland nach einer Haltedauer von mehr als einem Jahr in der Regel steuerfrei. Bei einem früheren Verkauf kann Einkommensteuer anfallen, bewahren Sie Kaufbelege deshalb gut auf. Diese Angaben sind allgemeine Informationen und ersetzen keine Steuerberatung. Für Ihre persönliche Situation sollten Sie sich an einen Steuerberater wenden.
Als offizieller deutscher Partner der South African Mint führt Kettner Edelmetalle den Krügerrand in allen gängigen Größen. Weitere Formate finden Sie unter Goldmünzen, Goldbarren und Investorenpakete Gold.
Warum die Straffung eine Phase bleibt
Der schwächste Gold-Oktober seit 2008 ist ernst zu nehmen, ein Urteil über Gold ist er nicht. Er zeigt, was in jeder Stressphase passiert. Wer mit geliehenem Geld investiert, verkauft, was sich verkaufen lässt, und eine Notenbank, die gegen hartnäckige Inflation die Zinsen erhöht, verstärkt den Druck. Die rasche Rückkehr über 4.000 Dollar nach der Wahl spricht dafür, dass unterhalb dieser Marke Käufer bereitstehen. Am 9. Dezember dürfte die Fed nachlegen. Ob Gold danach weiter fällt oder sich fängt, entscheidet weniger der Zinsschritt selbst als die Frage, ob weitere folgen sollen.
Unsere Einschätzung bleibt klar. Die Fed hat fast sechs Jahre lang zu hohe Inflation zugelassen und versucht nun, mit Zinsschritten Vertrauen zurückzugewinnen. Diese Phase hat eine Grenze, und sie liegt in der Zinslast eines Staates, der jedes Jahr über eine Billion Dollar für seine Schulden aufbringt. Daran ändern auch die neuen Mehrheiten im Kongress nichts. 2008 und 2020 kam die Wende für Gold mit dem Kurswechsel der Notenbank. Wer erst dann kaufen will, kauft womöglich zusammen mit allen anderen. Wer dagegen in Ruhe und ohne Kredit in Teilschritten vorgeht, nutzt die Nervosität anderer, statt selbst nervös zu werden. Eine Garantie für steigende Kurse gibt es nicht, ein gutes Argument für die Absicherung des Vermögens mit physischem Gold aber schon.
Dieser Artikel dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Alle Zahlen beziehen sich auf öffentlich zugängliche Quellen mit Stand 4. November 2026. Vergangene Kursentwicklungen sind kein verlässlicher Hinweis auf die Zukunft.
Häufige Fragen zum Fed-Zinsentscheid im Dezember 2026
Wann entscheidet die Fed im Dezember 2026?
Der Zinsausschuss tagt am 8. und 9. Dezember. Die Entscheidung wird am 9. Dezember um 20:00 Uhr deutscher Zeit veröffentlicht, eine halbe Stunde später beginnt die Pressekonferenz mit Kevin Warsh. Am selben Tag erscheinen die neuen Zinsprognosen der Fed-Mitglieder.
Wie wahrscheinlich ist eine Zinserhöhung im Dezember?
Laut CME FedWatch rechneten die Terminmärkte am 4. November mit einer Wahrscheinlichkeit von knapp 83 Prozent für eine Anhebung auf 4,00 bis 4,25 Prozent. Der Wert ändert sich mit allen neuen Wirtschaftsdaten, als Nächstes mit dem Arbeitsmarktbericht am 6. November.
Warum ist Gold im Oktober 2026 so stark gefallen?
Zwei Dinge kamen zusammen. Der Einbruch bei Technologieaktien zwang viele Anleger, die auf Kredit investiert hatten, zu Notverkäufen. Gleichzeitig stiegen die Zinserwartungen wegen hoher Inflation und kräftigen Wachstums in den USA.
Wie hat Gold auf die US-Zwischenwahlen reagiert?
Nach dem Wahlsieg der Demokraten in beiden Kammern des Kongresses stieg Gold am 4. November um rund 2,9 Prozent auf etwa 4.040 Dollar. Der Dollar und die US-Zinsen gaben nach, was Gold Rückenwind verschaffte.
Was bedeutet eine Fed-Zinserhöhung für den Goldpreis in Euro?
Eine Zinserhöhung stärkt meist den Dollar. Weil Gold in Dollar gehandelt wird, fällt der Preis in Euro dann weniger stark. Im Oktober verlor Gold in Dollar rund 6,8 Prozent, in Euro rund 5,4 Prozent.
Sollte man vor oder nach der Fed-Sitzung Gold kaufen?
Den besten Zeitpunkt kennt niemand vorab. Viele Anleger verteilen ihren Kauf deshalb auf mehrere Termine vor und nach der Sitzung. Das ist keine Anlageberatung, sondern eine Methode, das Risiko eines ungünstigen Zeitpunkts zu verringern.
Quellen: Federal Reserve (Beschlüsse vom 16.09. und 28.10.2026, Projektionen September 2026), CME FedWatch (4.11.2026), World Gold Council (Gold Demand Trends Q3 2026), LBBW, Peterson Foundation, ADP, Institute for Supply Management, Reuters, CNBC, AP, RND, Marktdaten
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