Silber über 91 Dollar: Schuldenkrise treibt Edelmetalle
Es ist ein historischer Moment, der die Finanzwelt in Atem hält: Silber durchbricht die Marke von 91 Dollar je Feinunze, Gold notiert bei über 4.600 Dollar – und einer der renommiertesten Ökonomen Deutschlands erklärt, warum diese Rallye nicht nur gerechtfertigt ist, sondern erst am Anfang stehen könnte. Professor Dr. Thorsten Polleit, Volkswirt, Bestsellerautor und Herausgeber des Boom & Bust Reports, zeichnet ein Bild der globalen Finanzarchitektur, das vielen Anlegern den Atem stocken lässt. Der Deckel, so Polleit, ist endgültig vom Topf geflogen.
Der Godzilla-Effekt: Wenn Schuldenmonster aus der Tiefe auftauchen
Was klingt wie der Titel eines japanischen Katastrophenfilms, ist in Wahrheit eine messerscharfe Analyse der globalen Schuldenkrise. Polleit hat den Begriff „Godzilla-Effekt" geprägt, um die Situation in Japan zu beschreiben – und die Parallelen zur gesamten westlichen Welt sind erschreckend.
Japan, das Land der aufgehenden Sonne, trägt eine Staatsschuldenlast von 235 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Das ist die höchste Verschuldung aller entwickelten Volkswirtschaften weltweit. Jahrzehntelang konnte dieses Monster unter der Wasseroberfläche gehalten werden – durch Null- und Negativzinsen. Doch jetzt steigen die Zinsen.
„Die Zinsen werden durch neue Kredite finanziert. Das ist im Grunde ein Ponzispiel. Bislang ist dieses Problem im Griff gewesen, weil die Zentralbanken den Zins künstlich tief gehalten haben."
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:
- Der japanische Leitzins wurde auf 0,75 Prozent angehoben
- Die zehnjährige Staatsanleihenrendite liegt bei über 2 Prozent
- Die 30-jährige Rendite notiert bei rund 3,5 Prozent
- Japan hat ein Primärdefizit – der Staat gibt mehr aus, als er vor Zinsen einnimmt
Was auf den ersten Blick nach niedrigen Zinssätzen aussieht, entpuppt sich bei einer Verschuldung von 235 Prozent des BIP als tickende Zeitbombe. Die Schuldenlasten übersteigen bereits den jährlichen Zuwachs des Bruttoinlandsprodukts. Das Monster ist aufgetaucht – und niemand weiß, wie man es wieder bändigen soll.
Ansteckungseffekte: Das Schuldenfieber breitet sich aus
Japan ist kein Einzelfall. Es ist der Kanarienvogel in der Kohlemine. Die Ansteckungseffekte, vor denen Polleit warnt, sind bereits in vollem Gange.
Frankreich – ein Kernland des Euroraums – steht mit einer Verschuldung von 120 Prozent des Volkseinkommens da. Das Defizit beträgt rund 6 Prozent. Und hier kommt der wirklich beunruhigende Teil: Seit 45 Jahren ist der französische Haushalt im Defizit. Fast ein halbes Jahrhundert ohne ausgeglichenen Haushalt. Polleit vermutet, dass die Europäische Zentralbank bereits interveniert, um die Anleiherenditen Frankreichs künstlich niedrig zu halten.
Auch in England wächst die Skepsis der Investoren gegenüber der Staatsverschuldung. Und in den USA? Dort türmen sich mittlerweile 38 Billionen Dollar Staatsschulden auf, die eine jährliche Zinslast von 1,2 Billionen Dollar verursachen – mehr als der bisherige Verteidigungshaushalt.
Die Konsequenz ist so logisch wie beunruhigend: Die Zentralbanken werden die Zinsen weiter senken müssen. Sie werden Anleihen kaufen müssen. Sie werden die Geldmenge ausweiten müssen. Und genau das ist der Treibsatz für die Edelmetallpreise. Wer sich gegen diese Geldentwertung absichern möchte, findet in physischem Silber und Gold die ältesten und bewährtesten Wertaufbewahrungsmittel der Menschheitsgeschichte.
Silber bei 91 Dollar: Warum der Deckel nicht mehr draufpasst
Der Silbermarkt befindet sich im Umbruch. Was wir derzeit erleben, ist keine kurzfristige Spekulation, sondern das Ergebnis fundamentaler Verschiebungen, die sich über Jahre aufgebaut haben.
„Es ist in der Tat so, dass der Deckel vom Topf abgeflogen ist. Der Deckel, den man versucht hat auf den Edelmetallpreisen zu halten, der lässt sich jetzt nicht wieder auf diesen Kochtopf heraufdrücken, denn der Druck ist einfach zu groß geworden."
Die fundamentalen Treiber des Silberpreises sind vielfältig und mächtig:
- Strukturelles Angebotsdefizit: Der Silbermarkt weist seit Jahren ein Defizit von geschätzten 100 Millionen Feinunzen jährlich auf. Die laufende Produktion reicht nicht mehr aus, die Nachfrage zu decken.
- Technologische Nachfrage: Künstliche Intelligenz, Halbleiter und die Solarindustrie treiben den industriellen Silberverbrauch auf Rekordhöhen.
- Militärisch-industrieller Komplex: Der globale Rüstungsboom erhöht die Nachfrage nach Silber für militärische Anwendungen erheblich.
- Zusammenbruch des Papiersilbermarktes: Die jahrzehntelange Preisdrückung durch Futures und Derivate – man erinnere sich an die 920 Millionen Dollar Strafe gegen JP Morgan für das sogenannte „Spoofing" – verliert ihre Wirkung.
- Monetäre Nachfrage: Immer mehr Investoren erkennen Silber als das, was es historisch immer war – echtes Geld.
Die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage muss aus vorhandenen Lagerbeständen gedeckt werden. Doch diese Bestände sind endlich. Wer heute in Silbermünzen oder Silberbarren investiert, sichert sich physisches Material, das zunehmend knapper wird.
200 Prozent Plus in 12 Monaten – und kein Ende in Sicht?
Der Silberpreis ist in den letzten zwölf Monaten um fast 200 Prozent gestiegen. Der Goldpreis legte in 24 Monaten um 120 Prozent zu. Zahlen, die selbst erfahrene Edelmetall-Investoren staunen lassen. Doch Polleit warnt davor, diese Entwicklung als Blase abzutun.
Ja, die Preise befinden sich in „neuem Territorium". Ja, die Abweichung von klassischen Trendlinien ist gewaltig. Aber – und das ist der entscheidende Punkt – Langfristtrends können sich verändern. Was wir erleben, ist kein kurzfristiger Ausreißer, sondern ein fundamentaler Trendbruch.
Gold und Silber steigen nicht nur nominal. Sie steigen relativ zu allen anderen Finanzinstrumenten und in allen Währungen. Das ist das Kennzeichen einer echten, nachhaltigen Neubewertung. Für Anleger, die sich mit klassischen Maple Leaf Silbermünzen oder Wiener Philharmonikern eingedeckt haben, eine Bestätigung ihrer Strategie.
Das Bankensystem wankt: Der 12,5-Billionen-Dollar-Repomarkt
Hinter den glänzenden Edelmetallpreisen verbirgt sich eine düstere Realität im globalen Bankensystem. Polleit lenkt den Blick auf einen Markt, den die meisten Anleger nicht einmal kennen: den Repo-Markt.
In diesem Markt leihen sich Banken über Nacht Wertpapiere, um sich die benötigten Finanzierungsmittel zu beschaffen. Das Volumen? Geschätzte 12,5 Billionen Dollar – täglich. Das entspricht fast der Hälfte des US-amerikanischen Bruttoinlandsprodukts.
„Wenn das Vertrauen in solche Repo-Transaktionen bricht, kann das explosive, dominoartige Effekte nach sich ziehen."
Die Refinanzierung vieler amerikanischer Banken läuft kaum noch über den freien Markt, sondern über dieses von der Fed ermöglichte Notfall-Liquiditätssystem. Was passiert, wenn die als Sicherheit hinterlegten Wertpapiere – das sogenannte Collateral – in Zweifel geraten? Dann droht ein Dominoeffekt, der das gesamte Finanzsystem erschüttern könnte.
Diese wachsenden Risiken im Bankenapparat, die natürlich auch auf Europa überschwappen, geben Investoren weltweit einen gewaltigen Anreiz, ihre Positionen in physischen Edelmetallen auf- und auszubauen. Wer auf der sicheren Seite sein will, findet in einem Silber-Tauschmittelpaket eine durchdachte Absicherung für den Ernstfall.
Trump, der Deep State und die Zukunft des Dollars
Die geopolitische Dimension der Edelmetall-Rallye ist nicht zu unterschätzen. In den USA vollzieht sich ein Umbruch, den Polleit als „Postglobalismus" bezeichnet. Die politische Ideologie der letzten Jahrzehnte – die Aufhebung nationaler Souveränität zugunsten einer einheitlichen Weltregierung – bekommt massiven Gegenwind.
Donald Trump hat den Kampf gegen den Deep State aufgenommen. Und ein zentrales Element dieses Kampfes betrifft die Zentralbank. Trumps öffentliche Attacken gegen Fed-Chef Jerome Powell – „That jerk will be gone soon" – sind mehr als politisches Theater. Sie zielen auf das Herz des Systems.
Die Strategie dahinter:
- Zinssenkungen erzwingen, um die Konjunktur vor den Midterm Elections anzukurbeln
- Militärausgaben auf 1,5 Billionen Dollar erhöhen bei gleichzeitiger Zinsentlastung
- Einkommensteuer abschaffen und durch Zölle ersetzen
- Audit the Fed – die Bücher der Zentralbank öffentlich prüfen lassen
- Langfristig möglicherweise die Abschaffung der Fed selbst
Polleit sieht in diesen Entwicklungen sowohl Hoffnung als auch Risiken. Die Erhöhung der Militärausgaben nährt den tiefen Staat weiter. Aber die Initiative, die Einkommensteuer durch Zölle zu ersetzen, könnte die Kapitalrenditen in Nordamerika dramatisch attraktiver machen – mit verheerenden Folgen für Europa, das beim Reformtempo nicht Schritt halten kann.
Europa: Die letzte Bastion des Globalismus
Während Amerika sich neu erfindet, verharrt Europa in einer ideologischen Sackgasse. Polleit formuliert es schonungslos: Europa ist die letzte Bastion des Globalismus. Und mit dem Scheitern dieser Ideologie schwindet auch die Geschäftsgrundlage des Euro.
Deutschland deindustrialisiert sich. Der Mittelstand stirbt leise. Die Energiekosten explodieren – nicht durch äußere Feinde, sondern durch selbstgemachte Politik. CO2-Abgaben, ausufernde Regulierung, ein Staat, der zum dominanten Spieler in jeder Wirtschafts- und Gesellschaftsthematik geworden ist.
Polleits Diagnose ist eindeutig:
- Der wirtschaftliche Niedergang Deutschlands ist selbstgemacht
- Der Staat kann kein Wirtschaftswachstum schaffen – er schafft Anreize, unproduktiv zu sein
- Die Lösung wäre einfach: Gasimporte aus Russland, Senkung der CO2-Abgaben, Steuerreduktion, Rückführung des Staates
- Das eigentliche Problem ist ein geistiges – die Deutschen müssen ihr „Stockholmsyndrom" ablegen
Die Warnung vor einer „Argentinisierung Deutschlands" ist keine Übertreibung, sondern eine logische Konsequenz des eingeschlagenen Kurses. Wer die Geschichte Argentiniens kennt – Hyperinflation, Währungsverfall, wirtschaftlicher Zusammenbruch – versteht, warum physische Edelmetalle als Absicherung unverzichtbar sind. Selbst andere Länder wie der Libanon zeigen, was passiert, wenn Politiker das letzte Tafelsilber verscherbeln wollen.
Digitales Zentralbankgeld: Die ultimative Bedrohung
Hinter den Kulissen der aktuellen Krise lauert eine noch größere Gefahr: das digitale Zentralbankgeld (CBDC). Polleit ordnet diese Entwicklung in die lange Geschichte der staatlichen Geldkontrolle ein.
Seit Könige, Kaiser und Fürsten versuchen, das Monopol über die Geldproduktion zu erlangen. Im August 1971 gelang der entscheidende Schritt – die Ablösung des US-Dollars von der Golddeckung. Seitdem ist Geld nichts anderes als ein staatliches Versprechen, gedeckt durch nichts als Vertrauen.
Das Bargeld ist die letzte Hürde auf dem Weg zur totalen Kontrolle. Und ein digitales Zentralbankgeld wäre der Schlussstein:
- Jede Transaktion wird erfasst und überwacht
- Geld kann programmiert werden – mit Ablaufdatum, Verwendungszweck, Ausgabenlimits
- Unliebsame Bürger können vom Zahlungsverkehr ausgeschlossen werden
- Der Eintritt in ein totalitäres System wäre nicht mehr zu verhindern
Ein Lichtblick: In den USA wurde ein Passus in die Zentralbankverfassung aufgenommen, der es den Zentralbankräten verbietet, eine digitale Zentralbankwährung auszugeben. Dieses Recht ist allein dem US-Kongress vorbehalten. In Europa hingegen können Zentralbankräte und Sonderinteressengruppen „hinter verschlossenen Türen in geheimen Räumen" solche Machenschaften vorantreiben.
Umso wichtiger ist es, einen Teil des Vermögens in Werten zu halten, die außerhalb des digitalen Systems existieren. Krügerrand Silbermünzen, Britannias oder American Eagles – physische Edelmetalle sind nicht programmierbar, nicht abschaltbar und nicht durch das Anwerfen der elektronischen Notenpresse zerstörbar.
Die Handlungsempfehlung: Festhalten und ausbauen
Angesichts der Preisexplosion fragen sich viele Anleger: Ist es zu spät zum Einsteigen? Sollte man Gewinne mitnehmen? Polleits Antwort ist unmissverständlich.
„Langfristorientierte Anleger, also die einen Anlagehorizont von 3 oder 5 Jahren haben, sind gut beraten, an ihren Positionen festzuhalten oder auch weiter auszubauen auf den gegebenen Niveaus."
Sein Basisszenario: Die Anstiegsraten werden sich wahrscheinlich nicht mit dieser Geschwindigkeit fortsetzen. Aber die erreichten Niveaus werden mehr oder weniger gehalten – und von diesen erhöhten Niveaus aus gibt es weitere Preissteigerungen. Ein Trendbruch, keine Blase.
Für Einsteiger bieten sich verschiedene Wege an:
- Das Silber Starter-Set als ersten Schritt in die Welt der physischen Edelmetalle
- Das Silber Starterpaket S für eine solide Grundposition
- Klassische Anlagemünzen wie der Känguru für regelmäßige Zukäufe
- Für besondere Anlässe: Ein 50g Silberherz oder ein 100g Silberherz – Wertanlage und Geschenk in einem
Das große Bild: Eine Welt im Umbruch
Was wir derzeit erleben, ist mehr als eine Edelmetall-Rallye. Es ist eine fundamentale Neubewertung dessen, was Geld ist, was Sicherheit bedeutet und wie die Welt von morgen aussehen wird. Die Zentralbanken selbst – jene Institutionen, die das Problem geschaffen haben – kauften im letzten Jahr erneut fast 1.000 Tonnen Gold. Wenn das kein Signal ist, was dann?
Die Welt teilt sich in zwei Hemisphären. Europa droht abgehängt zu werden. Das Vertrauen in Fiatwährungen schwindet. Das Bankensystem steht auf tönernen Füßen. Und mittendrin glänzen Gold und Silber – die ältesten Währungen der Menschheit, die jede Krise, jeden Krieg und jeden Währungszusammenbruch überlebt haben.
Polleit bringt es auf den Punkt: Gold ist das Urgeld der Menschheit. Das ultimative Zahlungsmittel. Und was wir jetzt erleben, ist keine Übertreibung – es ist eine überfällige Korrektur. Eine Korrektur der jahrzehntelangen Preisdrückung, der künstlichen Zinsmanipulation und der grenzenlosen Geldschöpfung.
Wer heute in physisches Silber investiert, kauft nicht nur ein Edelmetall. Er kauft ein Stück finanzielle Unabhängigkeit in einer Welt, die zunehmend von Kontrolle, Überwachung und Geldentwertung geprägt ist. Der Deckel ist vom Topf geflogen. Und er wird nicht wieder draufpassen.




