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01.09.2026
21:59 Uhr
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1.000 Stunden US-TV: Netanjahu prahlt mit dem Weg in den Iran-Krieg

1.000 Stunden US-TV: Netanjahu prahlt mit dem Weg in den Iran-Krieg
Symbolbild: KI-generiert

Israels MinisterprÀsident Benjamin Netanjahu hat am Sonntagabend im israelischen Sender Channel 14 offen damit geworben, wie lange er gebraucht habe, um Washington auf Kriegskurs gegen den Iran zu bringen. Sein Rezept laut eigener Darstellung: rund tausend Stunden Sendezeit im amerikanischen Fernsehen. Ein Ausschnitt des hebrÀischsprachigen Interviews verbreitete sich binnen Stunden weltweit im Netz.

Vier Jahrzehnte Kampagne – und ein PrĂ€sident, der einlenkte

Er beschĂ€ftige sich seit fast 40 Jahren mit dem Iran, sagte Netanjahu dem Bericht zufolge. Es habe lange gedauert, zunĂ€chst den israelischen Sicherheitsapparat und dann die Vereinigten Staaten zu ĂŒberzeugen.

"Ich konnte das schaffen, weil ich fast tausend Stunden im amerikanischen Fernsehen hatte, Einfluss in den USA und intime Kenntnis all ihrer FĂŒhrungspersonen – derjenigen, die uns unterstĂŒtzen, und derjenigen, die es nicht tun."

FĂŒr einen amtierenden Regierungschef ist das ein bemerkenswertes EingestĂ€ndnis: Die jahrzehntelange Bearbeitung der amerikanischen Öffentlichkeit erscheint hier nicht als Nebenprodukt, sondern als Strategie. Am 27. Oktober wĂ€hlt Israel ein neues Parlament – Beobachter werten den Auftritt deshalb auch als Wahlkampf in eigener Sache.

Der "harte Verkauf" im Weißen Haus

Medienberichten zufolge, konkret einer Recherche der New York Times vom April, prĂ€sentierte Netanjahu PrĂ€sident Donald Trump 17 Tage vor Kriegsbeginn eine Geheimdienstunterlage und warb massiv fĂŒr den Angriff. Der gemeinsame US-israelische Schlag begann am 28. Februar 2026.

Pikant: Mehrere der damals vorgetragenen Prognosen hĂ€tten sich als falsch erwiesen, berichteten Quellen der Zeitung. Der Iran sei reif fĂŒr einen Regimewechsel, sein Raketenprogramm binnen Wochen zerstörbar, die Straße von Hormus nicht blockierbar, die Vergeltung ĂŒberschaubar.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi reagierte scharf. Netanjahu brĂŒste sich auf HebrĂ€isch damit, die US-Regierung in einen Krieg fĂŒr Israel "hineingelegt" zu haben, wĂ€hrend er auf Englisch die FĂŒhrungsstĂ€rke des PrĂ€sidenten lobe. Sein Urteil in einem Wort: "Schlange."

Die Rechnung zahlt auch der deutsche Verbraucher

Was in Jerusalem als politischer Triumph verkauft wird, schlĂ€gt in Europa auf die Preise durch. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus brach Anfang MĂ€rz nach Daten des IWF-Portals Port Watch nahezu vollstĂ€ndig ein – von durchschnittlich ĂŒber 70 Passagen tĂ€glich auf zeitweise zwei Tanker.

Brent kletterte im MĂ€rz auf ĂŒber 113 Dollar je Barrel, Diesel verteuerte sich hierzulande um rund 56 Cent, Super um mehr als 30 Cent. Nach neuen US-Angriffen auf iranische Raketenwerfer an der Meerenge sprang der Ölpreis Ende August wieder ĂŒber 90 Dollar. Eine Regierung, die Energie ohnehin zum Luxusgut gemacht hat, trifft dieser Schock mit voller Wucht.

Gold: Rekord, RĂŒcksetzer – und die Frage nach dem Danach

Der Goldpreis markierte im Januar 2026 mit knapp 5.600 Dollar ein Allzeithoch. Der Krieg brachte laut Analysten anschließend Gegenwind: steigende Energiepreise, höhere Inflationserwartungen, ein festerer Dollar und LiquiditĂ€tsbedarf der Anleger. Eine Öffnung von Hormus gilt vielen Beobachtern als Voraussetzung fĂŒr den nĂ€chsten AufwĂ€rtsimpuls.

Wer die vergangenen Monate verfolgt hat, erkennt das Muster: Geopolitik lĂ€sst sich nicht terminieren, Papiervermögen kann ĂŒber Nacht neu bewertet werden. Physisches Gold und Silber bleiben aus Sicht unserer Redaktion eine sinnvolle Beimischung – als Versicherung, nicht als Wette.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben ausschließlich unsere EinschĂ€tzung auf Basis öffentlich zugĂ€nglicher Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig zu recherchieren, und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Entscheidungen selbst.

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