
2.500 Dollar steuerfrei: Trumps Kinder-Depot bekommt Firmen-Turbo

Washington macht Ernst mit dem Kapitalismus für Kinderzimmer. Am 11. August legte das US-Finanzministerium neue Regeln vor, nach denen Unternehmen künftig steuerfrei in die sogenannten Trump Accounts ihrer Mitarbeiter einzahlen können – bis zu 2.500 Dollar pro Jahr und Kind. Über 50 Firmen hätten sich laut Ministerium bereits verpflichtet mitzumachen.
Was hinter den Trump Accounts steckt
Die Konten sind ein Kernstück von Trumps großem Steuerpaket. Jedes amerikanische Kind, das zwischen 2025 und 2028 geboren wird, erhält vom Staat eine einmalige Starthilfe von 1.000 Dollar. Das Geld fließt in Indexfonds, das Depot läuft auf den Namen des Kindes.
Steuerlich funktioniert das Ganze wie ein nicht abzugsfähiges Altersvorsorgekonto: Einzahlungen mindern die Steuerlast nicht, doch die Erträge wachsen zunächst unbesteuert. Mit 18 Jahren wird das Konto praktisch zu einem klassischen Rentendepot – und der junge Erwachsene kann verfügen.
Die neuen Spielregeln für Arbeitgeber
Der Entwurf, veröffentlicht im Federal Register, verlangt von Firmen ein eigenes schriftliches Programm. Darin muss stehen, welche Beschäftigtengruppen teilnehmen dürfen und nach welchen Regeln eingezahlt wird. Nur wer sich exakt daran hält, betreibt ein gültiges Beitragsprogramm.
Für die Jahre 2026 und 2027 liegt die steuerfreie Grenze bei 2.500 Dollar, danach soll sie angepasst werden. Zusätzlich sollen Arbeitnehmer per Gehaltsumwandlung selbst vorsteuerlich für ihre Kinder sparen dürfen.
Ganz ohne Bürokratie geht es freilich auch in Amerika nicht: Eine schriftliche Selbstauskunft des Mitarbeiters mit Name und Geburtsdatum des Begünstigten reicht dem Fiskus nicht allein. Arbeitgeber müssten sich laut dem Papier mit einer "angemessen gestalteten" Methode vergewissern, dass das Geld tatsächlich auf einem gültigen Trump Account landet.
Rechenbeispiele – und die Kritik
Die offizielle Projektwebsite rechnet vor, was möglich ist:
- Nur die 1.000 Dollar Startguthaben: rund 6.000 Dollar mit 18
- 250 Dollar jährlich zusätzlich: etwa 19.000 Dollar
- Maximale 5.000 Dollar pro Jahr: rund 271.000 Dollar
Ein Analyst des Congressional Research Service warnt allerdings, Arbeitgeberbeiträge könnten die Vermögensschere weiter öffnen. Denn im vergangenen Jahr hätten 83 Prozent der Beschäftigten im obersten Einkommenszehntel Zugang zu einer betrieblichen Altersvorsorge gehabt – im untersten Zehntel nur 36 Prozent. Wer gut verdient, profitiert also überproportional.
Die Präsidentin des Personaldienstleisters ADP begrüßte die Leitlinien und verwies darauf, welchen Effekt Angebote zur finanziellen Vorsorge auf den langfristigen Vermögensaufbau von Arbeitnehmerfamilien hätten. Trump selbst hatte die Konten bei einem Termin im Weißen Haus als familienfreundliche Initiative bezeichnet, die die Kraft der Wirtschaft an die nächste Generation weiterreiche.
Und Deutschland?
Hierzulande wirkt die Antwort bescheiden. Die Bundesregierung bringt die sogenannte Frühstart-Rente auf den Weg: zehn Euro monatlich vom Staat für Kinder zwischen dem sechsten und dem 18. Lebensjahr, angelegt in einem Altersvorsorgedepot.
Der Gedanke ist richtig – die Dimension eine andere. Während Washington Unternehmen mit steuerfreien Zuschüssen zum Vermögensaufbau lockt, diskutiert Berlin über Kleinbeträge, während Abgabenlast und Schuldenberg wachsen. Wer für Kinder oder Enkel vorsorgt, sollte deshalb auch an krisenfeste Sachwerte denken: Physisches Gold und Silber sind über Generationen erprobt und lassen sich weder wegregulieren noch weginflationieren.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er gibt unsere Einschätzung auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigene Recherchen anstellen.

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