
315 Bandenmitglieder im MusterlÀndle: Wie Stuttgart zum Revier zweier rivalisierender Clans wurde
Es ist eine Zahl, die man zweimal lesen muss, um ihre Wucht zu begreifen: 315 Personen gehören im GroĂraum Stuttgart zwei verfeindeten kriminellen Gruppierungen an. Nicht in Neapel. Nicht in Marseille. Sondern im Herzen jener Region, die einst als Synonym fĂŒr Ingenieurskunst, FleiĂ und schwĂ€bische Ordnungsliebe galt. Aus einer Antwort des baden-wĂŒrttembergischen Innenministeriums auf eine parlamentarische Anfrage von AfD-Landtagsabgeordneten geht hervor, was viele BĂŒrger lĂ€ngst ahnten â und was die politische Klasse jahrelang lieber unter dem Teppich der Willkommenskultur verschwinden lieĂ.
Zwei Lager, ein Schlachtfeld
Die eine Formation, im Behördendeutsch schlicht âGruppierung Zuffenhausen" genannt, soll rund 115 Personen umfassen. Ihre Schwerpunkte lĂ€gen in Stuttgart-Zuffenhausen, im Fasanenhof, in Ostfildern, Göppingen und Eislingen. Das Gegenlager, die âGruppierung Esslingen", bringe es sogar auf etwa 200 Mitglieder, verteilt ĂŒber Esslingen, Plochingen, NĂŒrtingen, Ludwigsburg, Stuttgart-Vaihingen und die Innenstadt. Seit Juli 2022, so das Ministerium, komme es immer wieder zu gewalttĂ€tigen ZusammenstöĂen zwischen beiden Seiten. Im Februar 2024 habe man die Ermittlungen schlieĂlich beim Landeskriminalamt in einer eigens geschaffenen Sonderstruktur gebĂŒndelt.
âGrundsĂ€tzlich umfassen die kriminellen AktivitĂ€ten der betreffenden Gruppierungen ein breites Spektrum an Straftaten, von VerstöĂen gegen das BetĂ€ubungsmittelgesetz sowie das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz ĂŒber Körperverletzungs- bis hin zu Totschlagsdelikten."
Man lese das noch einmal in Ruhe: Kriegswaffenkontrollgesetz. Totschlag. Schutzgelderpressung. Das ist nicht KleinkriminalitÀt, das ist mafiöse Struktur mitten in Deutschland.
Die Sprachakrobatik der Behörden
Besonders aufschlussreich ist die Formulierung, mit der das Ministerium die Herkunft der Beteiligten umschreibt. Der ĂŒberwiegende Teil besitze die deutsche Staatsangehörigkeit â und habe âin weiten Teilen einen Migrationshintergrund". Ein Satz wie ein rhetorischer Drahtseilakt. Denn er erlaubt es, in der Statistik von Deutschen zu sprechen und gleichzeitig die RealitĂ€t zu benennen, ohne sie beim Namen nennen zu mĂŒssen. Wer einen deutschen Pass verteilt, verĂ€ndert damit noch keine LoyalitĂ€ten, keine Milieus, keine Parallelstrukturen. Der Pass ist ein Dokument, kein Charakterzeugnis.
75 laufende Verfahren â und niemand weiĂ, wer abgeschoben wurde
Derzeit seien 75 Verfahren gegen Bandenmitglieder anhĂ€ngig, 112 weitere abgeschlossen. In 36 FĂ€llen habe es Freiheitsstrafen ohne BewĂ€hrung gegeben, die Spanne reiche von zwei bis zwölf Jahren. Ihr Geld verdienten die Gruppen vor allem mit Drogen und Schutzgeld â dem klassischen Repertoire organisierter KriminalitĂ€t.
Doch die eigentliche BankrotterklĂ€rung folgt am Ende der Antwort: Wie viele auslĂ€ndische Mitglieder abgeschoben wurden, könne die Landesregierung schlicht nicht sagen. AbschiebemaĂnahmen wĂŒrden weder bei der Polizei noch beim Justizministerium mit bestimmten Straftaten oder der Zugehörigkeit zu kriminellen Milieus verknĂŒpft erfasst. Ein Staat, der nicht einmal weiĂ, ob er Schwerkriminelle auĂer Landes gebracht hat â wie soll ein solcher Staat seine BĂŒrger schĂŒtzen?
Der migrationspolitische Sprecher der AfD-Landtagsfraktion sprach gegenĂŒber der berichtenden Redaktion von einem alarmierenden Zeugnis sicherheitspolitischen Versagens. Bezeichnend sei vor allem, dass die Regierung keine Auskunft ĂŒber abgeschobene StraftĂ€ter geben könne. Sein Stuttgarter Fraktionskollege ergĂ€nzte, noch vor wenigen Jahren seien der Landesregierung vergleichbare Bandenstrukturen ĂŒberhaupt nicht bekannt gewesen. Dass sie sich ungehindert hĂ€tten entwickeln können, sei ein Armutszeugnis fĂŒr GrĂŒn-Schwarz.
Wenn das MusterlÀndle zum Mahnmal wird
Baden-WĂŒrttemberg wird seit 2011 von einem grĂŒnen MinisterprĂ€sidenten regiert, seit 2016 im BĂŒndnis mit der CDU. Man darf also getrost fragen: Wo waren die Innenminister, wĂ€hrend sich im GroĂraum Stuttgart zwei Armeen von jeweils dreistelliger MannstĂ€rke formierten? BeschĂ€ftigt mit Programmen gegen alles Mögliche, nur nicht mit der BekĂ€mpfung dessen, was tatsĂ€chlich vor der HaustĂŒr passiert.
Die traurige Wahrheit lautet: Diese Entwicklung ist kein Naturereignis. Sie ist das Resultat einer Politik, die Kontrolle ĂŒber Zuwanderung als moralisch anrĂŒchig diffamierte, die Ausreisepflichten nicht durchsetzte und die jeden, der warnte, in die rechte Ecke schob. Nun steht das Ergebnis in den Akten des Landeskriminalamts. Und es ist nicht die Meinung einer einzelnen Redaktion, sondern die Ăberzeugung eines GroĂteils der Bevölkerung, dass es so nicht weitergehen darf. Deutschland braucht Politiker, die fĂŒr dieses Land regieren â nicht gegen die Menschen, die hier leben, arbeiten und Steuern zahlen.
Was das mit Ihrem Vermögen zu tun hat
Innere Sicherheit und wirtschaftliche StabilitĂ€t sind Zwillinge. Wo der Rechtsstaat erodiert, wo Investoren Standorte meiden und BĂŒrger das Vertrauen in staatliche Institutionen verlieren, gerĂ€t auch die WĂ€hrung unter Druck. Wer in unruhigen Zeiten Substanz bewahren will, findet in physischem Gold und Silber seit Jahrtausenden einen Anker, der keine politische Konjunktur kennt â ein sinnvoller Baustein in einem breit gestreuten Vermögen.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen. Eine Haftung fĂŒr VermögensschĂ€den ist ausgeschlossen.
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