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04.09.2026
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5,67 Millionen in der Schuldenfalle: Jetzt warnt Creditreform erneut

5,67 Millionen in der Schuldenfalle: Jetzt warnt Creditreform erneut
Symbolbild: KI-generiert

Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform hat am 26. August in Berlin vor einem weiteren spürbaren Anstieg der privaten Überschuldung in Deutschland gewarnt. Schon 2025 galten 5,67 Millionen erwachsene Bürger als überschuldet – 111.000 mehr als im Jahr zuvor. Als Haupttreiber nennt die Auskunftei die hohen Lebenshaltungskosten und einen schwächelnden Arbeitsmarkt.

Sechs Jahre Entspannung – dann die Kehrtwende

Es ist eine Zäsur: Nach sechs Jahren rückläufiger Zahlen drehte der Trend 2025 wieder ins Negative. Die Überschuldungsquote kletterte von 8,09 auf 8,16 Prozent, die Zahl der Betroffenen legte um zwei Prozent zu.

Creditreform hatte diese Entwicklung bereits im November 2025 im „SchuldnerAtlas“ als Trendwende bezeichnet – erstmals seit 2018 wieder ein spürbarer Anstieg. Der Grund liegt laut der Auskunftei auf der Hand: Die finanziellen Polster vieler Haushalte sind nach den Krisenjahren schlicht aufgebraucht.

Die Inflation ist gesunken – die Preise nicht

Hier liegt das große Missverständnis, das in politischen Sonntagsreden gern gepflegt wird. Im Juli 2026 lag die Inflationsrate bei 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Klingt beruhigend – ist es aber nicht.

Denn eine niedrigere Teuerungsrate bedeutet nur, dass die Preise langsamer weitersteigen. Zurückgenommen wird nichts. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes kosteten Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke zuletzt rund 36,8 Prozent mehr als 2020, der gesamte Verbraucherpreisindex lag 25,6 Prozent über dem Basisjahr.

Wer jeden Monat mit dem Einkaufswagen an der Kasse steht, weiß das längst. Die Kaufkraft des Euro ist in wenigen Jahren still und leise abgeschmolzen – ein Vermögensverlust, der in keiner Statistik als solcher auftaucht.

Arbeitsmarkt als zweiter Brandbeschleuniger

Parallel schwächelt der Jobmotor. Im Juli waren 3,007 Millionen Menschen arbeitslos gemeldet, 28.000 mehr als ein Jahr zuvor. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung lag im Mai um 69.000 unter dem Vorjahreswert.

Für überschuldete Haushalte ist das brandgefährlich: Fällt das Einkommen weg, bleiben Kreditraten und Miete unverändert bestehen. Die Daten der Schuldnerberatungsstellen zeigen jedoch, dass finanzielle Not viele Ursachen hat.

  • Erkrankung, Sucht oder Unfall: 18 Prozent der Fälle – häufigster Hauptauslöser 2025
  • Arbeitslosigkeit: rund 17 Prozent
  • Durchschnittliche Schuldenlast: 34.650 Euro
  • Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden lebt allein – alle Fixkosten hängen an einem Einkommen

Frühindikator statt Insolvenzwelle

Bei den Privatinsolvenzen zeigt sich bislang kein Erdrutsch. Im Mai registrierten die Amtsgerichte 5.926 Verbraucherinsolvenzen – 10,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Von Januar bis Mai summierten sich die Fälle allerdings auf 32.093 und damit 1,9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Die Warnung ist also weniger Krisenbeschreibung als Alarmsignal. Creditreform-Experte Patrik-Ludwig Hantzsch wird mit den Worten zitiert:

„Angesichts des hohen Kostendrucks und des schwachen Arbeitsmarktes halte ich einen weiteren signifikanten Anstieg für möglich“

Aus Sicht unserer Redaktion offenbart das ein strukturelles Problem: Eine Politik, die Energie verteuert, Bürokratie aufbläht und Rekordschulden auftürmt, produziert genau jene Kostenlawine, die am Ende in den Haushaltskassen der Bürger einschlägt. Wer Rücklagen bilden kann, sollte deshalb darauf achten, dass sein Erspartes nicht schleichend entwertet wird – physische Edelmetalle gelten seit Generationen als bewährte Beimischung zum Schutz vor Kaufkraftverlust.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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