
Acht Milliarden Euro Loch: Arbeitslosenversicherung vor dem Kollaps

In der deutschen Arbeitslosenversicherung klafft ein Milliardenloch. Nach Berichten der Bild-Zeitung droht bis Jahresende ein Defizit von bis zu acht Milliarden Euro. Der Grund ist so einfach wie alarmierend: Immer mehr Beitragszahler verlieren selbst ihren Job.
Die Zahl der Arbeitslosen, die zuvor in die Versicherung eingezahlt hatten, ist binnen eines Jahres um 7,2 Prozent gestiegen. Wer einzahlt, wird zum EmpfĂ€nger â und aus dem Puffer wird ein Fass ohne Boden.
17,7 Milliarden in sieben Monaten
Von Januar bis Juli dieses Jahres flossen 17,7 Milliarden Euro in die Arbeitslosenversicherung. Das sind 2,5 Milliarden Euro mehr als im Vorjahreszeitraum. Ăkonomen rechnen damit, dass sich die LĂŒcke bis Silvester auf die genannten acht Milliarden aufblĂ€hen könnte.
Gestopft wird das Loch derzeit mit Darlehen des Bundes. Anders gesagt: Der Steuerzahler streckt vor, was die Beitragszahler nicht mehr aufbringen. Eine Notlösung, die nichts heilt â sie verschiebt nur die Rechnung.
Aktuell werden 2,6 Prozent des Bruttolohns fĂŒr die Arbeitslosenversicherung abgezogen, paritĂ€tisch getragen von Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Nach EinschĂ€tzung des ifo-Chefs Andreas Peichl mĂŒssten die BeitrĂ€ge um 0,3 bis 0,5 Prozentpunkte steigen, um die Mehrkosten zu decken.
BeitrĂ€ge rauf â oder Leistungen runter?
Damit steht die Politik vor einer unangenehmen Wahl. Höhere BeitrĂ€ge wĂŒrden Arbeit noch teurer machen â in einem Land, das ohnehin zu den Hochlohn- und Hochabgabenstandorten der Welt zĂ€hlt. Oder man kĂŒrzt Leistungen, was politisch nach Sprengstoff riecht.
Der Ăkonom Holger SchĂ€fer vom Institut der deutschen Wirtschaft warnt Medienberichten zufolge ausdrĂŒcklich vor Beitragserhöhungen. Diese wĂ€ren:
âzum gegenwĂ€rtigen Zeitpunkt krisenverschĂ€rfendâ
Sein Vorschlag: gezielte Absenkung von Leistungen. Konkret solle das Arbeitslosengeld fĂŒr Menschen ab 58 Jahren von 24 auf zwölf Monate verkĂŒrzt werden. Auch die Vorsitzende der Bundesagentur fĂŒr Arbeit, Andrea Nahles, habe bereits vor steigenden BeitrĂ€gen gewarnt und stattdessen LeistungskĂŒrzungen ins Spiel gebracht.
Das Symptom, nicht die Krankheit
Aus Sicht unserer Redaktion offenbart die Debatte ein grundlegendes Problem: Diskutiert wird ĂŒber die Verteilung der Last â nicht ĂŒber die Ursache. Und die heiĂt schlicht Deindustrialisierung und wirtschaftliche SchwĂ€che.
Eine Sozialversicherung funktioniert nur, wenn genĂŒgend produktive ArbeitsplĂ€tze existieren. Hohe Energiekosten, ausuferndes Berichtswesen, BĂŒrokratie und eine Steuer- und Abgabenlast, die international kaum Wettbewerber kennt: All das kostet Stellen. Und jede verlorene Stelle kostet die Versicherung doppelt â weniger Einnahmen, mehr Ausgaben.
Gleichzeitig plant die Bundesregierung Sondervermögen in dreistelliger Milliardenhöhe. Kritiker fragen zu Recht, warum Geld fĂŒr Prestigeprojekte da ist, wĂ€hrend bei den Kernsystemen des Sozialstaats ĂŒber KĂŒrzungen gestritten wird.
Was das fĂŒr Sparer bedeutet
FĂŒr BĂŒrger heiĂt das: Die Belastung dĂŒrfte in den kommenden Jahren tendenziell weiter steigen â ob ĂŒber BeitrĂ€ge, Steuern oder eine schleichende Entwertung von AnsprĂŒchen. Wer Vermögen bewahren will, sollte nicht allein auf staatliche Zusagen setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten historisch als bewĂ€hrte ErgĂ€nzung in einem breit gestreuten Vermögen â als Sachwert, der keinem Haushaltsbeschluss unterliegt.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschlieĂlich der Information und stellt keine Anlageberatung, Steuer- oder Rechtsberatung dar. Er spiegelt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen.

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