
Amazon-Aktie stürzt ab: Investitionsoffensive von 200 Milliarden Dollar schockiert die Märkte
Was für ein Donnerschlag an der Wall Street! Der E-Commerce-Gigant Amazon hat mit seinen jüngsten Quartalszahlen und vor allem mit einer geradezu wahnwitzigen Investitionsprognose die Anleger in Schockstarre versetzt. Die Aktie brach nachbörslich um bis zu elf Prozent ein und notierte zeitweise bei rund 200 Dollar. Ein weiterer Rückgang von nur 15 Dollar würde das Papier auf das Niveau von 2021 zurückkatapultieren – ein Szenario, das vor wenigen Wochen noch undenkbar schien.
Die Zahlen: Knapp daneben ist auch vorbei
Der Gewinn pro Aktie lag bei 1,95 Dollar und verfehlte damit die Analystenerwartungen von 1,96 Dollar. Ein Cent mag nach wenig klingen, doch an der Börse zählt jeder Hauch von Enttäuschung. Der Umsatz hingegen konnte mit 213,39 Milliarden Dollar die Schätzungen von 211,49 Milliarden Dollar übertreffen. Ein gemischtes Bild also, das unter normalen Umständen vielleicht noch verdaubar gewesen wäre.
Besonders erfreulich entwickelte sich das Cloud-Geschäft AWS, das mit 35,58 Milliarden Dollar Umsatz die Erwartungen deutlich schlug. Ein Wachstum von 24 Prozent im Jahresvergleich – das höchste seit drei Jahren – ist für ein Unternehmen dieser Größenordnung durchaus bemerkenswert. Die Marge des Segments kletterte von 34,64 Prozent im Vorquartal auf 35,03 Prozent.
Der eigentliche Hammer: 200 Milliarden Dollar Investitionen
Doch dann kam die Bombe, die alle anderen Zahlen in den Schatten stellte. Amazon kündigte an, im Jahr 2026 rund 200 Milliarden Dollar in Kapitalausgaben investieren zu wollen. Das entspricht einem Anstieg von satten 50 Prozent gegenüber 2025 und liegt mehr als ein Viertel über den Konsensschätzungen der Wall Street, die bei etwa 146 Milliarden Dollar lagen.
Die fünf großen Hyperscaler planen nun zusammen Investitionen von über 700 Milliarden Dollar für das kommende Jahr – eine Summe, die schlichtweg absurd erscheint.
Hier offenbart sich ein fundamentales Problem: Es gibt schlicht nicht genügend Stromkapazitäten und Netzinfrastruktur, um all diese geplanten Rechenzentren zu versorgen. Die künstliche Intelligenz mag der neue Goldrausch sein, doch wer soll die Energie liefern? Diese Frage stellen sich nun immer mehr Investoren – und die Antwort gefällt ihnen offensichtlich nicht.
Ein Warnsignal für die gesamte Tech-Branche?
Nach dem Debakel bei Alphabet am Vortag war die Stimmung ohnehin angespannt. Die Tech-Giganten überbieten sich gegenseitig mit immer größeren Investitionsversprechen in KI-Infrastruktur, doch die Märkte beginnen zu zweifeln, ob diese Wetten aufgehen werden. Die operative Marge von Amazon erreichte zwar mit 11,7 Prozent fast ein Allzeithoch, doch was nützt das, wenn die Zukunftsaussichten derart unsicher erscheinen?
Die Umsatzprognose für das erste Quartal 2025 fiel mit 173,5 bis 178,5 Milliarden Dollar ebenfalls eher verhalten aus. Ein erwartetes Wachstum von 13 Prozent liegt am unteren Ende dessen, was Amazon in den vergangenen zwölf Monaten geliefert hat.
Fazit: Wenn Größenwahn auf Realität trifft
Der Amazon-Absturz zeigt einmal mehr, wie fragil die Bewertungen der Tech-Giganten sind. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Zinsen reagieren die Märkte allergisch auf überzogene Investitionspläne. Anleger, die ihr Vermögen langfristig sichern möchten, sollten sich fragen, ob volatile Tech-Aktien wirklich der richtige Hafen sind – oder ob nicht bewährte Sachwerte wie physische Edelmetalle eine sinnvolle Ergänzung für ein breit gestreutes Portfolio darstellen könnten.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.

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