
AMD-Chefin Su beschwört tiefere China-Bindung – während Trump Exportkontrollen lockert
In einer bemerkenswerten diplomatischen Geste hat Lisa Su, Vorstandsvorsitzende des US-amerikanischen Chipherstellers Advanced Micro Devices (AMD), bei einem Treffen mit dem chinesischen Industrieminister eine Vertiefung der Investitionen in China zugesagt. Die Begegnung in Peking wirft ein Schlaglicht auf die komplexen wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt – und auf die Gratwanderung amerikanischer Technologiekonzerne zwischen geopolitischen Spannungen und lukrativen Geschäftsinteressen.
Hochrangige Gespräche über KI und digitale Wirtschaft
Am zweiten Tag ihrer China-Reise traf Su mit Li Lecheng zusammen, dem Leiter des chinesischen Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie (MIIT). Laut einer offiziellen Mitteilung des Ministeriums tauschten sich beide Seiten über eine verstärkte Zusammenarbeit in den Bereichen digitale Wirtschaft und künstliche Intelligenz aus. Su habe sich dabei ausdrücklich für die Unterstützung bedankt, die AMD bei seiner Entwicklung in China erfahren habe.
Die AMD-Chefin bekräftigte dem Vernehmen nach das Engagement ihres Unternehmens, die Investitionen im Reich der Mitte zu vertiefen und gemeinsam industrielle Innovation voranzutreiben. Minister Li seinerseits stellte in Aussicht, dass China ausländischen Unternehmen – einschließlich AMD – künftig noch größere Kooperationsmöglichkeiten bieten werde.
Trumps Kurswechsel bei Exportkontrollen
Das Timing dieser Charmeoffensive ist keineswegs zufällig. Die Ministeriumserklärung erschien nur kurz nachdem US-Präsident Donald Trump signalisiert hatte, die Exportbeschränkungen für amerikanische Chiphersteller zu lockern. Bereits zuvor hatte die Trump-Administration die Kontrollen für Nvidias H200-Chips gelockert – nun deutet sich eine ähnliche Entwicklung für AMD und Intel an.
Bereits am Vortag hatte Su Führungskräfte des chinesischen Technologiekonzerns Lenovo in Peking getroffen. Diese Abfolge hochrangiger Gespräche unterstreicht die strategische Bedeutung, die AMD dem chinesischen Markt beimisst.
Ein zweischneidiges Schwert für die USA
Was auf den ersten Blick wie eine pragmatische Geschäftsentscheidung erscheint, wirft durchaus kritische Fragen auf. Während die amerikanische Politik jahrelang versuchte, Chinas technologischen Aufstieg durch Exportkontrollen zu bremsen, scheinen wirtschaftliche Interessen nun wieder die Oberhand zu gewinnen. Die Lockerung der Beschränkungen mag kurzfristig den Aktienkursen amerikanischer Chipkonzerne helfen – langfristig könnte sie jedoch Pekings Ambitionen in der Halbleiterindustrie und bei der künstlichen Intelligenz beflügeln.
Für konservative Beobachter stellt sich die Frage, ob hier nicht wirtschaftliche Kurzsichtigkeit über nationale Sicherheitsinteressen triumphiert. Die Halbleiterindustrie gilt schließlich als Schlüsselsektor für militärische und technologische Überlegenheit im 21. Jahrhundert.
Die Verflechtung westlicher Technologiekonzerne mit dem chinesischen Markt bleibt ein geopolitisches Minenfeld, das weder durch Handelskriege noch durch Beschwichtigungsgestenerhaft entschärft werden kann.
Anleger sollten die Entwicklungen in diesem Sektor aufmerksam verfolgen. Die Volatilität bei Technologieaktien dürfte angesichts der unberechenbaren geopolitischen Lage hoch bleiben. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, sollte daher auch physische Edelmetalle als stabilisierendes Element in Betracht ziehen – sie bieten Schutz vor politischen Unwägbarkeiten und Währungsrisiken gleichermaßen.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor einer Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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