
Amerikas Autofahrer versinken in Schulden: Rekordwerte bei negativem Eigenkapital

Was sich derzeit auf dem amerikanischen Automarkt abspielt, sollte auch hierzulande als Warnsignal verstanden werden. Eine erschreckende Entwicklung zeichnet sich ab: Immer mehr Fahrzeugbesitzer in den USA sitzen auf einem Berg von Schulden, der den tatsächlichen Wert ihres Autos bei weitem übersteigt. Die Zahlen, die das Analyseportal Edmunds kürzlich veröffentlichte, sprechen eine deutliche Sprache – und sie verheißen nichts Gutes für die wirtschaftliche Stabilität.
Rekordverschuldung beim Fahrzeugwechsel
Im vierten Quartal 2025 erreichte der Anteil der Fahrzeuginzahlungnahmen mit einem negativen Eigenkapital von mindestens 10.000 Dollar einen historischen Höchststand von 27 Prozent. Noch beunruhigender: Bei mehr als 17 Prozent der Inzahlungnahmen lag die Differenz zwischen Restkreditbetrag und Fahrzeugwert zwischen 10.000 und 15.000 Dollar. Weitere 9,2 Prozent der Fahrzeugbesitzer schleppten sogar Kreditschulden von über 15.000 Dollar mit sich herum.
Der Fachbegriff für dieses Phänomen lautet „underwater" oder „upside down" – das Fahrzeug ist schlichtweg weniger wert als die noch ausstehende Kreditsumme. Fast 30 Prozent aller im letzten Quartal 2025 in Zahlung gegebenen Fahrzeuge wiesen ein solches negatives Eigenkapital auf. Dies ist der höchste Wert seit dem ersten Quartal 2021, als knapp 32 Prozent der Inzahlungnahmen betroffen waren.
Die Schuldenspirale dreht sich immer schneller
Der durchschnittliche Betrag an negativem Eigenkapital, der in neue Autokredite übertragen wurde, belief sich auf satte 7.214 Dollar – ebenfalls ein Allzeitrekord. Ivan Drury, Direktor für Marktanalysen bei Edmunds, warnt eindringlich vor den Konsequenzen dieser Entwicklung:
„Das Vorwälzen von Schulden mag kurzfristig Erleichterung verschaffen, aber es hinterlässt Käufer oft mit höheren Raten und weniger Optionen beim nächsten Fahrzeugkauf."
Drury betont, dass der Ausweg aus diesem Teufelskreis bei den Grundlagen beginnt: Verbraucher müssten verstehen, wie viel ihr Fahrzeug im Verhältnis zur Restschuld tatsächlich wert sei. Die ausschließliche Fokussierung auf monatliche Raten verschleiere die wahren Kosten eines Kaufs.
Lockere Kreditvergabe verschärft das Problem
Paradoxerweise werden trotz dieser alarmierenden Zahlen immer mehr Amerikaner für Autokredite zugelassen. Laut Cox Automotive stiegen die Genehmigungsraten im Dezember 2025 um 90 Basispunkte auf etwa 74 Prozent. Selbst die Kreditvergabe an risikoreiche Subprime-Kreditnehmer – Antragsteller mit mäßiger bis schlechter Bonität – lag mit über 14 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau.
Die Wurzeln dieser Misere reichen zurück in die Corona-Pandemie. Damals führten Chipengpässe zu einem Mangel an Neufahrzeugen und trieben die Preise in astronomische Höhen. Kredite, die zu diesen überhöhten Preisen aufgenommen wurden, treffen nun auf einen Markt, in dem die Fahrzeugwerte nicht mehr künstlich aufgebläht sind.
Ein Lehrstück für deutsche Verbraucher
Diese Entwicklung sollte auch deutschen Verbrauchern zu denken geben. In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit und steigender Lebenshaltungskosten erweist sich die Verschuldung für Konsumgüter als besonders riskant. Wer sein Vermögen langfristig schützen möchte, sollte auf wertbeständige Anlagen setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als verlässlicher Wertspeicher bewährt – im Gegensatz zu Fahrzeugen, die vom Moment der Anschaffung an an Wert verlieren.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Leser ist für seine finanziellen Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor Investitionen eine eigenständige Recherche durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren.
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