
Arbeitsmarkt-Desaster im Osten: Sachsen verliert tausende Jobs – und die Politik schaut zu

Die Zahlen sind alarmierend, doch sie überraschen kaum jemanden, der die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland mit offenen Augen verfolgt. Sachsen hat im vergangenen Jahr rund 15.000 Arbeitsplätze verloren und führt damit die traurige Rangliste der ostdeutschen Bundesländer an. Ein Rückgang von 0,7 Prozent mag auf dem Papier harmlos klingen – für die betroffenen Familien ist es eine Katastrophe.
Thüringen folgt auf dem Fuße
Doch Sachsen steht mit seinem Niedergang nicht allein. Thüringen musste einen noch dramatischeren prozentualen Einbruch verkraften: 11.400 Arbeitsplätze weniger bedeuten ein Minus von 1,1 Prozent. Das Statistische Landesamt in Kamenz liefert damit Zahlen, die das Versagen einer jahrelangen Wirtschaftspolitik dokumentieren, die den industriellen Kern Deutschlands systematisch vernachlässigt hat.
Der Jobabbau zieht sich wie ein roter Faden durch nahezu alle Wirtschaftsbereiche. Die klassischen Industriezweige, einst das Rückgrat der ostdeutschen Wirtschaft, bluten aus. Nur vereinzelte Sektoren können sich diesem Abwärtstrend entziehen.
Lichtblicke nur im Sozial- und Gesundheitssektor
Ausgerechnet Dienstleistungen, Erziehung und Gesundheit verzeichnen positive Entwicklungen bei der Beschäftigung. Man könnte meinen, dies sei ein Zeichen der Hoffnung. Doch bei genauerer Betrachtung offenbart sich ein strukturelles Problem: Deutschland wandelt sich von einer Industrienation zu einem Land der Pfleger und Sozialarbeiter. Wertschöpfung sieht anders aus.
Der Bedarf an Fachkräften im sozialen und gesundheitlichen Bereich wächst weiter an – während die produktive Industrie stirbt.
Die Wurzeln des Übels
Was wir hier beobachten, ist das Ergebnis einer Politik, die jahrelang auf ideologische Experimente statt auf wirtschaftliche Vernunft gesetzt hat. Explodierende Energiekosten, überbordende Bürokratie und eine Regulierungswut, die jeden Unternehmer in den Wahnsinn treibt – all das fordert nun seinen Tribut. Und wie so oft trifft es den Osten besonders hart.
Die neue Bundesregierung unter Friedrich Merz hat zwar vollmundige Versprechen gemacht, doch ob das geplante 500-Milliarden-Sondervermögen tatsächlich bei den Menschen ankommt, die jetzt ihre Arbeitsplätze verlieren, darf bezweifelt werden. Schulden zu machen ist keine Wirtschaftspolitik – es ist Konkursverschleppung auf Staatsebene.
Ein Weckruf, der verhallen wird?
Die ostdeutschen Bundesländer haben in den vergangenen Jahrzehnten bewiesen, dass sie mit weniger Ressourcen oft mehr erreichen können als ihre westdeutschen Pendants. Doch selbst diese Resilienz hat ihre Grenzen. Wenn die Rahmenbedingungen nicht stimmen, wenn Energie unbezahlbar wird und Fachkräfte abwandern, dann hilft auch der beste Unternehmergeist nicht mehr.
Es ist höchste Zeit, dass die Politik aufwacht und erkennt: Der Wohlstand dieses Landes wurde in Fabriken erarbeitet, nicht in Ministerien erdacht. Solange diese einfache Wahrheit nicht begriffen wird, werden wir noch viele solcher Hiobsbotschaften aus Kamenz und anderswo vernehmen müssen.

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