
AUKUS im Turbo-Gang: US-Atom-U-Boote beziehen dauerhaft Stellung

Australiens Verteidigungsminister und Vize-Premier Richard Marles hat am 2. September im Pentagon mit US-Kriegsminister Pete Hegseth und anschließend mit Vizepräsident J.D. Vance verhandelt. Ergebnis: Die Militärkooperation beider Länder wird spürbar beschleunigt. Und im Westen Australiens entsteht ein dauerhafter Stützpunkt für amerikanische und britische Atom-U-Boote.
Was im Pentagon beschlossen wurde
Laut einer Mitteilung des Pentagons wollen beide Seiten die Streitkräfteverlegung auf australische Stützpunkte vorantreiben, gemeinsame Logistik ausbauen und die Truppen über Manöver enger verzahnen. Auch über eine geteilte industrielle Fertigung von Lenkflugkörpern und Fähigkeiten der nächsten Generation sei gesprochen worden.
Im Kern geht es um Abschreckung im Pazifik – und um AUKUS. Der 2021 zwischen Australien, den USA und Großbritannien geschlossene Sicherheitspakt soll Canberra nuklear angetriebene U-Boote verschaffen. Preisschild der ersten Säule: bis zu 368 Milliarden australische Dollar.
Auf dem Marinestützpunkt HMAS Stirling bei Perth sind bereits US-Matrosen eingetroffen. Sie bereiten die "Submarine Rotational Force-West" vor, eine ständige Präsenz amerikanischer und britischer Boote ab 2027. Marles nannte den Zeitplan "on time and on track" und die Gespräche "highly productive".
Verteidigung kostet – und Hegseth will Zahlen sehen
Zum 75. Jahrestag des ANZUS-Vertrags erinnerte Hegseth die Verbündeten daran, ihren Anteil selbst zu schultern. Ein Satz, der in Berlin unangenehm nachhallen dürfte: Während Australien Milliarden in U-Boote, Munitionsfertigung und Basen steckt, diskutiert Deutschland seit Jahren über Beschaffungsprozesse, Personalmangel und leere Depots.
Auf die naheliegende Frage, ob Washington angesichts eigener Werftengpässe überhaupt Boote abgeben könne, verwies Marles auf den beiderseitigen Nutzen: AUKUS verschaffe der US-Marine zusätzliche Seetage für die Virginia-Klasse – mehr, als ein einzelnes U-Boot leisten könne.
Hormus: Der Nadelöhr-Konflikt, der alles teurer macht
Auch der Iran-Krieg stand auf der Agenda. Details nannte Marles nicht, wohl aber eine klare Position: Die Behinderung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus sei mit dem UN-Seerechtsübereinkommen "completely inconsistent" und "completely unacceptable". Australien unterstütze zudem das Ziel, dem Iran den Zugang zu Nuklearwaffen zu verwehren.
Der Krieg zwischen den USA und dem Iran begann demnach am 28. Februar mit Überraschungsschlägen auf Militäranlagen und Führungsziele. Seither stört Teheran den Welthandel über die Meerenge. US-Präsident Donald Trump erklärte am 2. September, die Wasserstraße stehe unter amerikanischer Kontrolle – und brachte gleich eine Umbenennung in "Trump Strait" ins Spiel.
Für Europa ist das keine ferne Randnotiz. Medienberichten zufolge notiert Rohöl seit Monaten deutlich über 90 Dollar, die Blockade wirkt wie ein Dauer-Aufschlag auf Energie, Fracht und Lebensmittel. Wer glaubt, das bleibe an der Ladentheke folgenlos, hat die letzten Inflationsjahre verschlafen.
Rohstoffe als Waffe – und was das für Anleger heißt
Marles verwies zudem auf das vor knapp einem Jahr geschlossene Abkommen mit den USA über kritische Mineralien. Vier Milliarden Dollar an Investitionen seien bereits in sichere Lieferketten geflossen. Übersetzt: Der Westen versucht, Chinas Griff auf Seltene Erden zu lockern – spät, aber immerhin.
An den Märkten schlägt sich diese Gemengelage längst nieder. Gold notierte Anfang September bei rund 4.485 US-Dollar je Unze, umgerechnet etwa 3.850 Euro. Krieg, blockierte Seewege, Rekordschulden – historisch war das stets das Umfeld, in dem physische Edelmetalle als Versicherung im Depot ihren Wert bewiesen haben.
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