
Bas im Kreuzfeuer: Wenn die eigene Partei der Ministerin RealitÀtsverweigerung attestiert

Es ist ein Satz, der wie ein Bumerang zurĂŒckkommt â und zwar mit voller Wucht. Bundesarbeitsministerin BĂ€rbel Bas (SPD) hatte auf eine entsprechende Anfrage der AfD im Bundestag erklĂ€rt, in die deutschen Sozialsysteme wandere niemand ein. Eine Aussage, die selbst in den eigenen Reihen fĂŒr unglĂ€ubiges KopfschĂŒtteln sorgt. Was als rhetorische Abfuhr gegenĂŒber der Opposition gedacht war, entwickelt sich nun zum politischen Eigentor sondergleichen.
Wenn Sozialdemokraten ihre eigene Parteichefin demontieren
Die schĂ€rfsten GeschĂŒtze fĂ€hrt ausgerechnet die eigene Partei auf. Joe Weingarten, ehemaliger SPD-Bundestagsabgeordneter, attestiert seiner Parteichefin gegenĂŒber der âBild" eine âvöllig weltfremde EinschĂ€tzung". Bas stehe mit dieser Position parteiintern weitgehend isoliert da. Kommunalpolitiker, so Weingarten, könnten ihr aus dem Stand zahllose Beispiele liefern, die das exakte Gegenteil belegten.
Noch deutlicher wird Matthias Jendricke, SPD-Landrat im thĂŒringischen Kreis Nordhausen, der vor Ort eine Arbeitspflicht fĂŒr alle Asylbewerber unter 25 Jahren eingefĂŒhrt hat. Wer wisse, dass Deutschland das höchste MaĂ an sozialer Absicherung in Europa biete, gepaart mit funktionierender Rechtsstaatlichkeit, der spĂŒre die Anziehungskraft dieses Systems sehr wohl. Jendricke verweist auf einen besonders aufschlussreichen Vergleich: WĂ€hrend ukrainische KriegsflĂŒchtlinge in den meisten europĂ€ischen LĂ€ndern in den Arbeitsmarkt integriert wĂŒrden, sei die BeschĂ€ftigungsquote ausgerechnet im groĂzĂŒgigsten Sozialstaat â Deutschland â am niedrigsten. Ein Schelm, wer dabei an Pull-Faktoren denkt.
Die Forderung nach echten Reformen wird lauter
Jendricke geht noch weiter und fordert eine fundamentale Umstrukturierung: Sozialleistungen fĂŒr Asylbewerber sollten kĂŒnftig ausschlieĂlich als zinslose Darlehen gewĂ€hrt werden, die zurĂŒckgezahlt werden mĂŒssten. Die Bevölkerung sei fĂŒr derartige Reformen lĂ€ngst reif â nur die politische FĂŒhrung in Berlin scheint diesen RealitĂ€tscheck zu verweigern.
Auch aus der Union hagelt es Kritik
CDU-Landrat Christian Herrgott aus dem Saale-Orla-Kreis, der ebenfalls eine Arbeitspflicht fĂŒr Asylbewerber durchgesetzt hat, fasst die Lage in einem Satz zusammen: âDa spricht ideologischer Wunsch gegen RealitĂ€t." NatĂŒrlich werde in das deutsche Sozialsystem eingewandert, und zwar in betrĂ€chtlichem Umfang. Herrgott warnt zudem vor den politischen SpĂ€tfolgen solcher Beschönigungen. Wenn die BĂŒrger das GefĂŒhl bekĂ€men, dass ihnen von Berlin aus âMĂ€rchen" erzĂ€hlt wĂŒrden, sei dies ein âKonjunkturprogramm fĂŒr die AfD". Eine EinschĂ€tzung, der angesichts der jĂŒngsten Umfragewerte kaum zu widersprechen ist.
FĂŒrths OberbĂŒrgermeister Thomas Jung (SPD) schlĂ€gt im âTagesspiegel" in dieselbe Kerbe: Probleme mĂŒssten klar benannt werden. Nur dann lasse sich das Vertrauen der BĂŒrger erhalten, dass die Politik Probleme tatsĂ€chlich zu lösen gedenke. Eine Binsenweisheit, die in der Berliner Blase offenbar einer stĂ€ndigen Wiederholung bedarf.
Die SPD vor der ZerreiĂprobe
Die Debatte legt tiefe Risse in der einst stolzen Sozialdemokratie offen. WĂ€hrend die Parteispitze um Bas die Augen vor der RealitĂ€t verschlieĂt, sind es die Kommunalpolitiker an der Basis, die tĂ€glich mit den Konsequenzen einer gescheiterten Migrations- und Sozialpolitik konfrontiert werden. Sie sehen die ĂŒberlasteten Jobcenter, die explodierenden Kommunalhaushalte und die wachsende Frustration der arbeitenden Bevölkerung, die das Ganze finanzieren soll. Der Druck auf Bas wĂ€chst â und das nicht nur von auĂen, sondern aus dem Maschinenraum der eigenen Partei.
Ein LehrstĂŒck ĂŒber realitĂ€tsferne Politik
Was sich hier abspielt, ist mehr als nur ein parteiinterner Streit. Es ist ein LehrstĂŒck darĂŒber, wie weit sich Teile der politischen Klasse von der Lebenswirklichkeit der BĂŒrger entfernt haben. WĂ€hrend LandrĂ€te, BĂŒrgermeister und Sachbearbeiter in den Ămtern tagtĂ€glich erleben, was im Land tatsĂ€chlich passiert, wird in den Berliner Ministerien an einer ideologischen ErzĂ€hlung festgehalten, die mit der RealitĂ€t nur noch wenig gemein hat. Die Quittung fĂŒr diese Verweigerungshaltung prĂ€sentieren die WĂ€hler â und sie wird mit jeder Landtagswahl deutlicher.
Die ökonomischen Konsequenzen einer solchen Politik sind vorhersehbar. Wenn Sozialsysteme ĂŒber ihre Belastungsgrenze hinaus beansprucht werden, wenn Steuern und Abgaben weiter steigen mĂŒssen, um die LĂŒcken zu stopfen, dann verliert die WĂ€hrung an Kaufkraft und die ehrlichen Sparer schauen in die Röhre. In Zeiten, in denen die politische FĂŒhrung RealitĂ€t durch Wunschdenken ersetzt, gewinnen physische Werte wie Gold und Silber als Bestandteil eines breit aufgestellten Vermögensportfolios zunehmend an Bedeutung. Sie sind unabhĂ€ngig von politischen Beschwichtigungsformeln und entziehen sich dem Zugriff einer Politik, die offenbar selbst die elementarsten ZusammenhĂ€nge nicht mehr benennen mag.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















