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21.09.2026
10:19 Uhr
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Beben im Nordosten: CDU fliegt erstmals aus einem Landtag!

Beben im Nordosten: CDU fliegt erstmals aus einem Landtag!
Symbolbild: KI-generiert

Es ist ein Wahlabend, den die Union so schnell nicht vergessen wird. In Mecklenburg-Vorpommern holte die AfD am Sonntag laut vorlĂ€ufigem Ergebnis 38,2 Prozent – die CDU landete bei 4,9 Prozent und verpasst erstmals in ihrer Geschichte den Einzug in ein Landesparlament. In Berlin verlor sie parallel fast zehn Punkte.

38,2 Prozent – und trotzdem keine Macht

Die Zahlen aus Schwerin sind wuchtig: Die AfD legte um 21,5 Punkte zu, gewann 22 der 36 Wahlkreise direkt und stellt kĂŒnftig 32 der 71 Abgeordneten. Die SPD von MinisterprĂ€sidentin Manuela Schwesig kam auf 35,5 Prozent.

Doch rechnerisch bleibt der Wahlsieger außen vor: SPD, Linke und GrĂŒne kommen zusammen auf 39 Sitze – genug fĂŒr eine Mehrheit. Die AfD wĂ€re damit alleinige Oppositionsfraktion. Auch das BSW scheiterte mit 4,8 Prozent knapp. Die Wahlbeteiligung stieg deutlich auf 78,1 Prozent.

Weidel erklĂ€rt die Union fĂŒr erledigt

In der Bundespressekonferenz nutzte die AfD-Spitze den Triumph fĂŒr eine Frontalattacke auf die Christdemokraten. Parteichefin Alice Weidel sagte:

Das zeigt auch hier ganz klar, dass wir die CDU als Volkspartei abgelöst haben.

Verantwortlich sei eine „unkluge Brandmauer-Politik“. Die CDU werde sich der FĂŒnf-Prozent-Marke annĂ€hern und „nie mehr wieder eine Bundestagswahl gewinnen“, prognostizierte Weidel. Spitzenkandidat Leif-Erik Holm kĂŒndigte an, alle Parteien zu GesprĂ€chen einzuladen, rechnet aber selbst mit Rot-Rot-GrĂŒn unter Schwesig. Seine Partei beansprucht das Amt des LandtagsprĂ€sidenten und will einen Untersuchungsausschuss zur Corona-Politik durchsetzen.

Berlin: Linke jubelt, SPD stĂŒrzt ins Bodenlose

In der Hauptstadt gewann die Linkspartei mit 25,7 Prozent und einem Plus von 13,4 Punkten klar – ihr bestes Berliner Ergebnis ĂŒberhaupt. Die CDU fiel auf 18,8 Prozent, die SPD auf historisch schwache 12,1 Prozent, die GrĂŒnen auf 14,3 Prozent.

Die AfD verbesserte sich um 7,2 Punkte auf 16,3 Prozent und wurde drittstĂ€rkste Kraft. Spitzenkandidatin Kristin Brinker bezeichnete ihre Partei als einzige bĂŒrgerliche Kraft der Stadt mit deutlichen Zugewinnen und hob die Mobilisierung frĂŒherer NichtwĂ€hler hervor. Wahlforscher von infratest dimap beziffern den Zustrom aus dem NichtwĂ€hlerlager zur AfD auf rund 61.000 Stimmen, aus dem CDU-Lager auf etwa 60.000. FĂŒr Aufsehen sorgte zudem der Wahlkreis Treptow-Köpenick 4: Dort setzte sich AfD-Kandidat Alexander Bertram mit 31,5 gegen 24,5 Prozent gegen CDU-Spitzenkandidat Stefan Evers durch.

Und der Kanzler? Will bleiben

AfD-Chef Tino Chrupalla forderte den RĂŒcktritt von Friedrich Merz; dieser sei â€žĂŒberfĂ€llig“. Die WĂ€hler hĂ€tten steigende Energiepreise, die Ukraine-Politik und eine Rente mit 70 abgelehnt. Berichten zufolge will Merz trotz des von ihm selbst als „Desaster“ bezeichneten Ergebnisses an Amt und Reformkurs festhalten.

Aus Sicht unserer Redaktion ist das die eigentliche Lehre dieses Abends: Zwei Volksparteien schrumpfen, die politischen RĂ€nder wachsen – und in Berlin wie Schwerin regieren am Ende BĂŒndnisse, die von wirtschaftlicher Entlastung, bezahlbarer Energie und funktionierender Verwaltung bislang wenig geliefert haben. Wer politische VerlĂ€sslichkeit vermisst, denkt erfahrungsgemĂ€ĂŸ auch ĂŒber die StabilitĂ€t seines Ersparten nach. Physische Edelmetalle können dabei als Beimischung zur langfristigen Vermögenssicherung dienen.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die EinschĂ€tzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist fĂŒr seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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