
Berliner Schildbürgerstreich: Leere Trams rollen durch die Stadt – Bürger bleiben im Frost stehen

Was sich wie eine Satire aus dem Tollhaus anhört, ist bittere Realität in der deutschen Hauptstadt: Am kommenden Montag werden Straßenbahnen durch Berlin fahren, doch die Türen bleiben für Fahrgäste verschlossen. Ein absurder Kompromiss zwischen der Gewerkschaft Verdi und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) sorgt dafür, dass mitten im eisigen Winter leere Züge durch die Metropole rollen – während die Bürger bei Minusgraden und spiegelglatten Gehwegen auf sich allein gestellt sind.
Der Irrsinn hat Methode
Die Hintergründe dieses grotesken Schauspiels sind schnell erklärt: Verdi hat zum Streik aufgerufen, was eigentlich bedeuten würde, dass U-Bahnen, Busse und Straßenbahnen stillstehen. Doch die BVG fürchtet, dass die Oberleitungen der Trams während des 24-stündigen Ausstands erneut einfrieren könnten. Erst kürzlich musste der Verkehrsbetrieb diese aufwendig enteisen – ein kostspieliges Unterfangen, das man sich offenbar nicht noch einmal leisten möchte.
Also einigte man sich auf einen Kompromiss, der seinesgleichen sucht: Die Straßenbahnen fahren zwar, aber sie nehmen niemanden mit. Die Fahrzeuge dienen einzig und allein dazu, die Oberleitungen eisfrei zu halten. Man stelle sich das Bild vor: Wartende Bürger an den Haltestellen, die zusehen müssen, wie eine leere Bahn an ihnen vorbeifährt, ohne anzuhalten. Kafka hätte es nicht besser erfinden können.
Gewerkschaftsforderungen auf Kosten der Bürger
Was fordert Verdi eigentlich, dass man den Berlinern solche Zumutungen aufbürdet? Die Gewerkschaft verlangt unter anderem eine Reduzierung der Arbeitszeit auf 35 Stunden pro Woche, mehr Urlaub und höhere Zulagen. Die BVG beziffert die Mehrkosten auf satte 150 Millionen Euro jährlich und müsste zusätzlich 1.330 neue Mitarbeiter einstellen. Forderungen, die der Verkehrsbetrieb als schlicht „nicht finanzierbar" zurückweist.
Doch wer zahlt am Ende die Zeche? Natürlich der Bürger – sei es durch höhere Ticketpreise, schlechteren Service oder eben durch solche Streiks, die ausgerechnet dann stattfinden, wenn die Menschen am dringendsten auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen wären.
Emotionale Kälte bei Minusgraden
Die Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg finden deutliche Worte für dieses Vorgehen:
„Bei Minusgraden sowie vereisten Straßen und Gehwegen bundesweit den Nahverkehr lahmzulegen, erfordert schon eine besondere emotionale Kälte seitens der Gewerkschaft Verdi."
Dem ist kaum etwas hinzuzufügen. Während die Straßen und Gehwege der Hauptstadt mangels Tausalz einer Eisbahn gleichen, sorgt man sich lieber um eisfreie Oberleitungen. Die Prioritäten in dieser Stadt scheinen völlig aus den Fugen geraten zu sein. Aber was erwartet man von einer Metropole, die sich allen Ernstes für die Austragung der Olympischen Spiele bewerben möchte?
Berlin – das Tollhaus der Republik
Diese Episode reiht sich nahtlos ein in die endlose Kette von Absurditäten, die aus der deutschen Hauptstadt zu vermelden sind. Eine Stadt, die chronisch pleite ist, deren Infrastruktur bröckelt und deren Verwaltung als Synonym für Ineffizienz gilt, leistet sich nun auch noch leere Straßenbahnen, die durch die Gegend fahren. Der alte Kinderreim „Du bist verrückt, mein Kind, du musst nach Berlin" bewahrheitet sich mit jedem Tag aufs Neue.
Man fragt sich unwillkürlich, wie lange sich die Bürger dieses Landes solche Zustände noch gefallen lassen. Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst scheinen längst vergessen zu haben, wem sie eigentlich dienen sollten: den Menschen, die auf funktionierende öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind. Stattdessen werden diese als Geiseln in Tarifauseinandersetzungen genommen, während die Verantwortlichen in warmen Büros sitzen und Kompromisse aushandeln, die an Realitätsferne kaum zu überbieten sind.
Deutschland im Jahr 2026 – ein Land, in dem leere Bahnen fahren, damit die Oberleitungen nicht einfrieren, während die Bürger im Frost stehen bleiben. Willkommen im Schilda des 21. Jahrhunderts.












