
Bitcoin im freien Fall: Kryptowährung stürzt auf 15-Monats-Tief und entlarvt das Märchen vom "digitalen Gold"

Die Krypto-Blase bekommt weitere tiefe Risse. Bitcoin, einst als revolutionäre Währung der Zukunft gepriesen, ist unter die psychologisch wichtige Marke von 72.000 US-Dollar gefallen und notiert damit auf dem niedrigsten Stand seit November 2024. Was Enthusiasten jahrelang als "sicheren Hafen" und "digitales Gold" anpriesen, entpuppt sich einmal mehr als hochspekulatives Zockerpapier ohne inneren Wert.
Vertrauenskrise erschüttert den Kryptomarkt
Der Absturz kam nicht über Nacht, doch seine Wucht überrascht selbst hartgesottene Marktbeobachter. Im asiatischen Handel fiel Bitcoin zeitweise auf 70.620 US-Dollar – ein Niveau, das zuletzt am Tag nach der Wiederwahl Donald Trumps zum US-Präsidenten erreicht wurde. Seit dem Allzeithoch im Oktober des vergangenen Jahres hat die Kryptowährung sage und schreibe 44 Prozent an Wert eingebüßt.
"Der Kryptomarkt bewegt sich derzeit durch eine echte Krise des Vertrauens", konstatiert Shiliang Tang, Managing Partner bei Monarq Asset Management, nüchtern. Diese Einschätzung dürfte vielen Anlegern, die auf schnelle Gewinne hofften, bitter aufstoßen.
Synchronisierte Verkaufswelle erfasst alle Märkte
Bemerkenswert ist, dass der aktuelle Einbruch nicht durch krypto-spezifische Ereignisse ausgelöst wurde. Vielmehr handelt es sich um eine breite Risk-off-Bewegung, die sämtliche Anlageklassen erfasst hat. Der Nasdaq 100 verlor am Mittwoch mehr als zwei Prozent, Software-Aktien und Chip-Hersteller gerieten ebenfalls massiv unter Druck. Die Korrelation zwischen Bitcoin und traditionellen Risikoanlagen ist damit offensichtlicher denn je – und widerlegt das Narrativ der Krypto-Jünger, die digitale Münze sei unabhängig vom klassischen Finanzsystem.
ETF-Abflüsse signalisieren Flucht der institutionellen Anleger
Die Kapitalströme in US-notierte Bitcoin-ETFs zeichnen ein besorgniserregendes Bild. Nach Nettozuflüssen von rund 562 Millionen US-Dollar am Montag zogen Investoren bereits am Dienstag 272 Millionen US-Dollar wieder ab. Diese Volatilität zeigt, wie nervös selbst institutionelle Anleger geworden sind, die eigentlich für langfristige Stabilität sorgen sollten.
Der gesamte Kryptomarkt hat allein in der vergangenen Woche fast 500 Milliarden US-Dollar an Marktkapitalisierung verloren. Seit den Höchstständen im Oktober summiert sich der Wertverlust auf atemberaubende 1,7 Billionen US-Dollar. Eine Summe, die das Bruttoinlandsprodukt vieler Länder übersteigt – einfach in Luft aufgelöst.
Michael Burry warnt vor "Todesspirale"
Besonders alarmierend sind die Warnungen von Michael Burry, dem legendären Investor, der bereits die Finanzkrise 2008 voraussah und durch den Film "The Big Short" weltberühmt wurde. Er warnte in dieser Woche, das Krypto-Ökosystem könne in eine "Todesspirale" geraten, sollte sich der Kursverfall weiter beschleunigen. Wenn ein Mann mit seiner Erfolgsbilanz solche Worte wählt, sollten Anleger aufhorchen.
Prognosemärkte zeichnen düsteres Bild
Die Stimmung unter den Tradern ist auf einem Tiefpunkt angelangt. Auf der dezentralen Prognoseplattform Polymarket implizieren aktuelle Kontrakte eine Wahrscheinlichkeit von 82 Prozent, dass Bitcoin im laufenden Jahr auf 65.000 US-Dollar fällt. Die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes unter 55.000 US-Dollar ist auf rund 60 Prozent gestiegen. Gleichzeitig sind die Chancen auf eine Erholung bis auf 100.000 US-Dollar von 80 Prozent zu Jahresbeginn auf magere 54 Prozent geschrumpft.
"Das spiegelt im Grunde die derzeit extrem bärische Marktstimmung wider", erklärt Ilan Solot von Marex und verweist auf Bitcoins jüngste Unfähigkeit, als sicherer Hafen zu fungieren.
Das Märchen vom "digitalen Gold" ist endgültig widerlegt
Während Bitcoin abstürzt, zeigt sich einmal mehr, warum physische Edelmetalle seit Jahrtausenden als verlässlicher Wertspeicher dienen. Gold und Silber haben keine Serverausfälle, benötigen keine Passwörter und können nicht durch einen Hackerangriff gestohlen werden. Sie sind greifbar, zeitlos und haben sich in jeder Krise der Menschheitsgeschichte bewährt.
Wer sein Vermögen wirklich absichern möchte, sollte über eine Beimischung physischer Edelmetalle in sein Portfolio nachdenken. Anders als digitale Versprechen haben Gold und Silber einen inneren Wert, der nicht von der Stimmung spekulativer Trader abhängt.
Hinweis: Dieser Artikel stellt keine Anlageberatung dar. Jeder Anleger ist für seine Investitionsentscheidungen selbst verantwortlich und sollte vor jeder Anlageentscheidung eigene Recherchen durchführen oder einen qualifizierten Finanzberater konsultieren. Die in diesem Artikel geäußerten Meinungen spiegeln die Einschätzung unserer Redaktion wider und erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit.

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