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23.10.2026
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Blutbad bei Trauerfeier: Todesschüsse in Jordaniens Kirche!

Blutbad bei Trauerfeier: Todesschüsse in Jordaniens Kirche!
Symbolbild: KI-generiert

Eine Trauerfeier wird zum Massaker. Am Freitag haben Bewaffnete in der griechisch-orthodoxen Kirche des Dorfes Hamoud in der südjordanischen Provinz Karak das Feuer auf Trauergäste eröffnet. Nach Angaben der jordanischen Direktion für öffentliche Sicherheit starben mindestens sechs Menschen, 28 wurden verletzt.

Andere Medienberichte nennen inzwischen sieben Tote. Die Lage ist unübersichtlich. Fest steht: Christen, die einen Menschen zu Grabe tragen wollten, wurden selbst zu Opfern.

Fünf Minuten Feuer auf wehrlose Trauernde

Der Ablauf, den Augenzeugen dem staatlichen Fernsehsender Al-Mamlaka geschildert haben, ist erschütternd. Die Täter seien aus einem Fahrzeug gestiegen und hätten rund fünf Minuten lang auf die Trauergemeinde geschossen. Dann seien sie geflohen. Zwischen 150 und 200 Menschen sollen sich zu diesem Zeitpunkt in und vor der Kirche aufgehalten haben.

Ein Anwesender berichtete lokalen Medien, die Schüsse hätten kurz nach Beginn der Totengebete eingesetzt. Zunächst habe man an eine Explosion gedacht. Dann sei der Kugelhagel losgegangen. Die meisten Opfer sollen zwischen 50 und 70 Jahre alt gewesen sein. Ältere Menschen also, die einer Verstorbenen das letzte Geleit geben wollten.

Wie viele Täter? Noch immer unklar

Über die Zahl der Angreifer gehen die Angaben auseinander. Ein Zeuge sprach von zwei Männern in einem Fahrzeug, eine andere Quelle von mehr als zwei maskierten Tätern. Wer hinter der Tat steckt und welches Motiv sie hatten, ist bislang offen.

Die Sicherheitskräfte haben nach Medienberichten die Zu- und Ausfahrten der Provinz abgeriegelt und fahnden nach den Flüchtigen. Ein Regierungssprecher erklärte, die Ermittlungen liefen mit Hochdruck. Die Polizei warnte zugleich ausdrücklich davor, unbestätigte Informationen zu verbreiten.

König Abdullah droht mit der "eisernen Faust"

Jordaniens König Abdullah II. reagierte ungewöhnlich scharf. Laut internationalen Medienberichten sprach er von einem Terroranschlag gegen Karak, auf den die härteste Vergeltung folgen werde. Wer glaube, die Jordanier mit Kugeln spalten zu können, habe gegen ihre Einheit keine Chance. Gegen jeden, der die Nation bedrohe, werde man mit eiserner Faust zuschlagen.

Auch der libanesische Präsident Joseph Aoun, selbst Christ, verurteilte die Tat Berichten zufolge als abscheulichen Terrorakt.

Eine Minderheit unter Druck

Jordanien gilt seit Jahrzehnten als vergleichsweise stabiler und toleranter Staat in einer Region, die in Flammen steht. Bewaffnete Angriffe wie dieser sind dort selten. Umso schwerer wiegt der Schock.

Christen bilden im überwiegend sunnitisch geprägten Königreich mit rund 11,5 Millionen Einwohnern eine kleine Minderheit. Das US-Außenministerium schätzt ihren Anteil auf etwa 2,1 Prozent. Dazu zählen griechisch-orthodoxe, katholische und protestantische Gemeinden. Gerade die Region Karak, rund 180 Kilometer südlich der Hauptstadt Amman, hat einen nennenswerten christlichen Bevölkerungsanteil.

Und Karak hat schon einmal Terror erlebt. 2016 überfielen Bewaffnete dort Polizisten, unter anderem an der bei Touristen beliebten Kreuzritterburg. Zehn Menschen starben, darunter sieben Beamte.

Wo bleibt der Aufschrei im Westen?

Für viele Beobachter reiht sich der Anschlag in ein beklemmendes Muster ein: Die alten christlichen Gemeinden des Nahen Ostens, deren Wurzeln bis in die Anfänge des Christentums zurückreichen, schrumpfen seit Jahren. Kriege, Vertreibung und Gewalt haben sie in vielen Ländern an den Rand gedrängt.

Ob Berlin und die großen Kirchen in Deutschland ähnlich deutliche Worte finden wie der König in Amman, bleibt abzuwarten. Bei Angriffen auf Christen fallen die Reaktionen hierzulande erfahrungsgemäß oft auffallend leise aus. Dabei wäre gerade jetzt ein klares Bekenntnis zum Schutz verfolgter Christen fällig – und zu einem Partner, der in einer brandgefährlichen Region für Stabilität steht.

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