
Blutbad vor Schwulenbar: Täter führte Liste weiterer Lokale mit

Zwei Männer sterben auf einem Parkplatz in Tucson, der Schütze richtet sich selbst. In seiner Wohnung finden Ermittler eine handschriftliche Notiz – und eine Aufstellung weiterer Bars. Die Polizei im US-Bundesstaat Arizona spricht von einer gezielten Hasstat.
Was in der Nacht geschah
Der Angriff ereignete sich Medienberichten zufolge in der Nacht zum Montag, dem 31. August 2026, gegen 0.30 Uhr auf dem Parkplatz der Bar „Venture-N“ an der North Sixth Avenue – einem Lokal, das seit den 1980er-Jahren als Treffpunkt der queeren Szene der Stadt gilt.
Nach Angaben der Polizei von Tucson sprach ein Mann dort zwei Gäste an und schoss unvermittelt mit einer 9-Millimeter-Pistole. Vincent Anthony Siqueiros (42) und Cameron Davis Capara (33) starben noch am Tatort. In die Bar selbst drang der Schütze zu keinem Zeitpunkt vor.
Anschließend richtete er die Waffe gegen sich. Er starb kurz nach der Einlieferung im Krankenhaus. Die Polizei identifizierte ihn als den 44-jährigen Ousman Ceesay.
Die Notiz in der Wohnung
Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung stießen Ermittler laut Polizeiangaben auf ein handschriftliches Schreiben. Daraus gehe hervor, dass der Mann allein gehandelt habe und die Tat gezielt aus Hass auf die queere Gemeinschaft verübt worden sei.
Die Behörden sprachen von einem „verhinderten Anschlag größeren Ausmaßes“.
Denn der Täter soll zusätzlich eine Liste weiterer Bars und Begegnungsorte der Szene bei sich getragen haben. Die Polizei kontaktierte nach eigenen Angaben jeden einzelnen dort genannten Betrieb. Eine akute Bedrohungslage bestehe nach aktuellem Stand nicht mehr, die Stadt erhöhte dennoch die Polizeipräsenz.
Kein Vorleben, keine Verbindung zu den Opfern
Ceesay war laut Polizei erst kurz zuvor aus Oklahoma nach Tucson gezogen und kannte die Opfer nicht. Er sei den Behörden zuvor nicht aufgefallen und habe legal eine Waffe besitzen dürfen. Eine örtliche Zeitung berichtete unter Berufung auf eine ermittlungsnahe Quelle, der Mann sei im westafrikanischen Gambia geboren worden. Zu Motivquellen jenseits der Notiz äußerten sich die Behörden bislang nicht; die Ermittlungen zu möglichen weiteren Tatplänen dauern an.
Eine Debatte, die auch Deutschland betrifft
US-Medien stellten Bezüge zu früheren Attacken her: dem Anschlag auf den Club „Q“ in Colorado Springs 2022 mit fünf Toten und dem Massaker im Orlandoer „Pulse“ 2016 mit 49 Ermordeten. Auch ein tödlicher Angriff am Rande der Berliner Pride im Juli wurde erwähnt.
Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall vor allem eines: Gewalt gegen Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung lässt sich nicht in ein bequemes politisches Schema pressen. Wer Täterprofile vorab festlegt, verliert Tatsachen aus dem Blick.
Zwei Männer wollten einen Abend in ihrer Stammbar verbringen. Sie kamen nicht mehr nach Hause. Am Ende zählt der Schutz des Einzelnen – unabhängig davon, welcher Motivlage er zum Opfer fällt. Alles andere ist Ideologie, und die hat noch nie ein Leben gerettet.
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik





















