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Kettner Edelmetalle
30.07.2026
16:44 Uhr

BMW im Sturzflug: Gewinneinbruch von 35 Prozent – und plötzlich verdient der Autobauer mehr mit Krediten als mit Autos

BMW im Sturzflug: Gewinneinbruch von 35 Prozent – und plötzlich verdient der Autobauer mehr mit Krediten als mit Autos

Es gibt Zahlen, die man liest und wieder vergisst. Und es gibt Zahlen, die wie eine Ohrfeige wirken. Was BMW für das zweite Quartal vorgelegt hat, gehört zweifellos zur zweiten Kategorie: Der Nettogewinn des Münchner Konzerns schrumpfte auf 1,2 Milliarden Euro – ein Minus von 35 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um rund neun Prozent von 34 auf 31 Milliarden Euro. Darüber berichtete zunächst die «Bild».

Wenn die Bank besser läuft als die Fabrik

Doch die eigentliche Bombe steckt tiefer im Zahlenwerk. Das operative Ergebnis der Automobilsparte – also des Kerngeschäfts, jenes Geschäfts, das BMW zu BMW gemacht hat – brach um mehr als 60 Prozent ein, auf 629 Millionen Euro. Man muss sich diesen Satz zweimal vorsagen, um seine Tragweite zu erfassen: Ein deutscher Premiumhersteller verdiente im vergangenen Quartal mehr Geld mit Finanzdienstleistungen als mit dem Bau und Verkauf von Automobilen.

Aus dem Ingenieursbetrieb ist eine Leasingbank mit angeschlossener Produktionsabteilung geworden. Wer noch Zweifel hatte, dass die deutsche Industrie ihre Substanz verliert, findet hier den Beleg in Bilanzform.

China: Vom Wachstumsmotor zum Klotz am Bein

Als schwerste Last erweist sich das Reich der Mitte. Auf dem grössten Automarkt der Welt sackte der Absatz im zweiten Quartal um fast ein Drittel ab. Jahrelang galt China als Goldgrube der deutschen Premiumhersteller – jetzt kommt die Rechnung. Die chinesischen Wettbewerber sind längst keine Kopisten mehr, sondern ernsthafte Konkurrenten mit eigener Batterietechnik, eigenen Lieferketten und einem Preisniveau, gegen das deutsche Werke mit deutschen Energiekosten und deutscher Bürokratie schlicht nicht anschreiben können.

Wer über Jahre die Energie verteuert, die Fertigung mit Auflagen zupflastert und den Ingenieuren vorschreibt, welchen Antrieb sie zu entwickeln haben, darf sich über den Verlust der Weltmarktführerschaft nicht wundern.

8000 Stellen – und die Rechnung zahlen die Familien

Die Konsequenz hat der Konzern bereits angekündigt: Rund 8000 Arbeitsplätze sollen wegfallen, den Grossteil davon in Deutschland. Das sind keine abstrakten Zahlen, sondern 8000 Lebensläufe, 8000 Haushalte, 8000 Familien, die künftig anders rechnen müssen. Und es sind Steuerzahler, die dem Staat abhandenkommen, während derselbe Staat mit 500-Milliarden-Sondervermögen um sich wirft und Klimaziele ins Grundgesetz schreibt, als könne man Wohlstand per Verfassungsartikel verordnen.

Die Ursachen liegen nicht in München, sondern in Berlin und Brüssel

Man könnte es sich einfach machen und über Designentscheidungen oder Modellpolitik schimpfen. Doch der Kern des Problems liegt anderswo. Ein politisch erzwungenes Ende des Verbrennungsmotors, gleichzeitig der Ausstieg aus verlässlicher Grundlaststromerzeugung, dazu Industriestrompreise, die im internationalen Vergleich jeden Standortvorteil auffressen – wer diese Kombination beschliesst, betreibt keine Industriepolitik, sondern Industrieabwicklung. Dass der Kurswechsel der neuen Bundesregierung bislang vor allem aus Ankündigungen und neuen Schulden besteht, macht die Sache nicht besser.

Bemerkenswert ist auch, wie leise es aus jenen politischen Lagern geworden ist, die die Transformation einst als Zukunftsprojekt verkauften. Von Aufbruchsrhetorik ist wenig geblieben. Übrig sind Quartalszahlen, die man kaum noch schönreden kann.

Was der Sparer daraus lernen sollte

Für Anleger enthält dieser Quartalsbericht eine unbequeme Lektion: Auch Weltmarken mit hundertjähriger Geschichte sind nicht immun gegen politische Fehlsteuerung. Aktienkurse leben von Erwartungen, und Erwartungen können sich binnen eines Quartals in Luft auflösen. Was bleibt, wenn Bilanzen bröckeln, Währungen verwässert werden und Regierungen die Notenpresse als Standardwerkzeug entdecken? Physische Edelmetalle – Gold und Silber – kennen keine Gewinnwarnung, keinen Stellenabbau und keinen Vorstand, der die Prognose kassieren muss. Sie sind das älteste Vermögensschutzinstrument der Menschheit und gehören als solides Fundament in jedes breit gestreute Portefeuille, gerade in Zeiten, in denen der industrielle Kern unseres Landes ins Rutschen gerät.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er spiegelt ausschliesslich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wider. Jede Anlageentscheidung erfordert eigene, sorgfältige Recherche und liegt in der ausschliesslichen Verantwortung des Anlegers. Für Vermögensschäden, die aus Entscheidungen im Zusammenhang mit diesem Beitrag entstehen, übernehmen wir keine Haftung. Wir erbringen weder Steuer- noch Rechtsberatung.

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