
Brandenburg: AfD verpasst historische Chance auf ersten Landrat – CDU-Amtsinhaber geht in Stichwahl

Es hätte ein Paukenschlag werden können, ein Signal mit Strahlkraft weit über die Grenzen des brandenburgischen Landkreises Elbe-Elster hinaus. Doch daraus wurde nichts. Der AfD-Kandidat Norbert Kleinwächter, ehemaliger Bundestagsabgeordneter, ist bei der Landratswahl am 16. Februar 2026 bereits im ersten Wahlgang gescheitert – und verpasste den Einzug in die Stichwahl mit deutlichem Abstand.
Dritter Platz für Kleinwächter – ein bitteres Ergebnis
Nach dem vorläufigen Ergebnis der Kreiswahlleitung landete Kleinwächter mit 27,6 Prozent der Stimmen lediglich auf dem dritten Rang. Vor ihm: CDU-Amtsinhaber Christian Jaschinski mit 34,6 Prozent und der parteilose Einzelbewerber Marcel Schmidt mit 30,8 Prozent. Beide werden sich nun am 1. März in einer Stichwahl gegenüberstehen. Wäre Kleinwächter erfolgreich gewesen, hätte er als erster AfD-Landrat in der Geschichte Brandenburgs Schlagzeilen geschrieben. Stattdessen bleibt es bei einem „Hätte, wäre, wenn".
Besonders bemerkenswert: Der Kandidat der Listenvereinigung aus Linken und Grünen, Christian Nürbchen, kam auf magere 7,1 Prozent – ein Ergebnis, das die zunehmende Bedeutungslosigkeit dieser beiden Parteien im ländlichen Raum eindrucksvoll unterstreicht. Dass ausgerechnet ein rot-grünes Bündnis im strukturschwachen Süden Brandenburgs kaum noch Resonanz findet, dürfte in Berlin-Mitte für betretenes Schweigen sorgen.
Jaschinski: Der ewige Amtsinhaber
Christian Jaschinski regiert den Landkreis Elbe-Elster bereits seit 2010. Nun strebt er seine dritte Amtszeit an – acht weitere Jahre an der Spitze eines Kreises, der wie so viele ostdeutsche Regionen mit Abwanderung, maroder Infrastruktur und wirtschaftlicher Stagnation zu kämpfen hat. Man darf sich durchaus fragen, ob 16 Jahre unter derselben Führung tatsächlich den frischen Wind bringen, den die Region so dringend bräuchte.
Sein Herausforderer Marcel Schmidt setzt dagegen auf stabile Finanzen, die Förderung von Wirtschaft und Handwerk sowie den Erhalt bestehender Klinikstandorte. Pragmatische Themen, die den Menschen vor Ort offenbar näher sind als große parteipolitische Narrative. Dass ein parteiloser Einzelbewerber es schafft, sowohl den AfD-Kandidaten zu überflügeln als auch dem CDU-Amtsinhaber gefährlich nahe zu kommen, ist ein bemerkenswertes Signal. Es zeigt: Die Bürger sind der etablierten Parteienlandschaft zunehmend überdrüssig.
Wahlbeteiligung: Jeder Zweite blieb zu Hause
Von den 83.218 Wahlberechtigten gaben lediglich 45.500 ihre Stimme ab. Eine Wahlbeteiligung von 54,7 Prozent – das bedeutet im Umkehrschluss, dass fast jeder zweite Bürger den Gang zur Urne scheute. In Brandenburg gilt bei Landratswahlen zudem ein besonderes Quorum: Der Sieger muss mindestens 15 Prozent aller Wahlberechtigten hinter sich vereinen, nicht nur der abgegebenen Stimmen. Eine Hürde, die keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang nehmen konnte.
Diese niedrige Wahlbeteiligung ist kein Zufall. Sie ist Ausdruck einer tiefen Politikverdrossenheit, die sich durch alle Schichten zieht. Wenn nahezu die Hälfte der Wahlberechtigten nicht mehr an die Gestaltungskraft demokratischer Wahlen glaubt, dann ist das kein Problem einzelner Parteien – es ist ein systemisches Versagen der politischen Klasse insgesamt.
Was bedeutet das Ergebnis für die AfD?
Für die AfD ist das Ergebnis zweifellos ein Rückschlag. In einem Landkreis, in dem die Partei bei Landtags- und Bundestagswahlen regelmäßig starke Ergebnisse einfährt, reichte es bei einer Personenwahl nicht einmal für die Stichwahl. Landratswahlen folgen freilich eigenen Gesetzmäßigkeiten – hier zählt die Person oft mehr als das Parteibuch. Dennoch muss sich die AfD fragen lassen, ob sie mit Kleinwächter den richtigen Kandidaten ins Rennen geschickt hat.
Die Stichwahl am 1. März wird zeigen, ob die Wähler Kleinwächters ihre Stimme dem CDU-Amtsinhaber oder dem parteilosen Herausforderer geben. Eines steht fest: Der Traum vom ersten AfD-Landrat in Brandenburg ist vorerst geplatzt. Die neue Amtszeit des Siegers beginnt am 25. April und dauert acht Jahre. Acht Jahre, in denen sich zeigen wird, ob der Landkreis Elbe-Elster endlich die Aufmerksamkeit und Investitionen erhält, die er verdient – oder ob alles beim Alten bleibt, während Berlin weiter Milliarden in ideologische Prestigeprojekte pumpt, statt in die Zukunft der ländlichen Regionen zu investieren.
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