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23.01.2026
06:53 Uhr

BRICS rüstet auf: Erste gemeinsame Marineübung markiert Zeitenwende in der globalen Sicherheitsarchitektur

BRICS rüstet auf: Erste gemeinsame Marineübung markiert Zeitenwende in der globalen Sicherheitsarchitektur

Was sich Anfang Januar 2026 vor der südafrikanischen Küste abspielte, dürfte in den westlichen Hauptstädten für erhebliche Unruhe gesorgt haben. Die erste gemeinsame Marineübung der BRICS-Staaten unter dem bezeichnenden Namen „Will for Peace 2026" ist weit mehr als ein militärisches Manöver – sie ist eine unmissverständliche Botschaft an die etablierten Mächte des Westens.

Strategische Positionierung an neuralgischem Punkt

Die Wahl des Übungsgebiets nahe Simon's Town in Südafrika war keineswegs zufällig. Dieser strategische Knotenpunkt zwischen Südatlantik und Indischem Ozean kontrolliert eine der wichtigsten Handelsrouten der Welt. China, Russland, Südafrika und der Iran demonstrierten hier erstmals gemeinsam ihre maritime Präsenz – ein Novum in der Geschichte des Staatenbundes, der bislang vornehmlich als wirtschaftliches Dialogforum wahrgenommen wurde.

Der chinesische Militärexperte Zhang Junshe bezeichnete die Übung als „Meilenstein", und diese Einschätzung erscheint durchaus berechtigt. Während bilaterale und trilaterale Manöver zwischen diesen Nationen bereits Tradition haben, markiert „Will for Peace 2026" den Übergang zu einer institutionalisierten Sicherheitskooperation innerhalb des BRICS-Rahmens.

Schutz vor westlicher Willkür?

Die offiziellen Übungsziele – Vertiefung des militärischen Austauschs, Verbesserung kollektiver Reaktionsfähigkeiten gegen maritime Bedrohungen und Sicherung von Handelsrouten – klingen zunächst harmlos. Doch der Kontext verleiht ihnen eine explosive Dimension. In den vergangenen Jahren häuften sich Beschlagnahmungen von Tankern, die mit sanktionierten Staaten wie Iran, Russland und Venezuela in Verbindung standen. Viele dieser Schiffe waren auf dem Weg nach China.

Die BRICS-Staaten scheinen entschlossen, ihre „strategische Autonomie" zu stärken und sich von der Abhängigkeit westlicher Sicherheitsgarantien zu lösen. In einer Welt, in der US-Sanktionen und einseitige Maßnahmen wirtschaftliche Lebensadern unterbrechen können, bietet ein paralleler Sicherheitsmechanismus ein willkommenes Gegengewicht.

Die Achillesferse des Bündnisses

Doch wer „Will for Peace 2026" als Geburtsstunde eines geschlossenen anti-westlichen Marineblocks interpretiert, übersieht die gravierenden internen Spannungen. Südafrikas kurzfristige Entscheidung, die iranische Delegation vom aktiven Teilnehmer zum bloßen Beobachter herabzustufen, offenbarte die fundamentalen Widersprüche innerhalb des Bündnisses. Die Drohung, die wertvollen Handelsvorteile unter dem US-amerikanischen African Growth and Opportunity Act zu verlieren, erwies sich als mächtiger als alle Solidaritätsbekundungen.

Besonders bezeichnend ist die Abwesenheit Indiens – einer bedeutenden Seemacht mit eigenen Spannungen gegenüber China und engen Verbindungen zu westlichen Sicherheitsinitiativen wie dem QUAD. Auch neue Mitglieder wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Saudi-Arabien pflegen tiefgreifende strategische Beziehungen zu den Vereinigten Staaten.

Ein Pilotprojekt mit Signalwirkung

„Will for Peace 2026" erfüllt mehrere, sich überschneidende Zwecke. Für China bietet es die Gelegenheit, seine Führungsrolle zu demonstrieren und seine Marinepräsenz in fernen Gewässern zu normalisieren. Für Russland beweist es strategische Partnerschaft trotz der Isolation wegen des Ukraine-Konflikts. Für Südafrika bekräftigt es eine „blockfreie" Außenpolitik – zumindest symbolisch.

Die Übung mit nur vier der zehn BRICS-Mitglieder ist zweifellos ein Pilotprojekt, kein Beweis für einen Blockkonsens. Dennoch setzt sie einen mächtigen Präzedenzfall. Für den globalen Handel könnte dies langfristig bedeuten, dass mehr Akteure die Fähigkeit entwickeln, strategische Engpässe zu sichern und Handelsrouten zu patrouillieren – eine Entwicklung, die die Abhängigkeit von einer einzigen Supermacht verringern würde.

Für Anleger, die angesichts dieser geopolitischen Verschiebungen nach Stabilität suchen, bleiben physische Edelmetalle wie Gold und Silber eine bewährte Absicherung gegen die Unwägbarkeiten einer sich wandelnden Weltordnung.

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