
Brüsseler Luftschlösser: EU träumt von Tech-Souveränität – doch die Realität sieht anders aus

Die Europäische Union hat sich einmal mehr ein ambitioniertes Ziel gesetzt: Technologische Unabhängigkeit von den Vereinigten Staaten und China. Mit einer neuen Strategie für offene digitale Ökosysteme will Brüssel den großen Tech-Giganten Paroli bieten. Doch wer die Geschichte europäischer Digitalpolitik kennt, der weiß: Zwischen vollmundigen Ankündigungen und tatsächlicher Umsetzung klafft traditionell ein Abgrund aus Bürokratie, Zuständigkeitswirrwarr und regulatorischer Selbstbeschäftigung.
Milliardenstrafen statt eigener Champions
Es ist ein altbekanntes Muster, das sich in Brüssel wiederholt. Während amerikanische und chinesische Technologiekonzerne den Weltmarkt dominieren, beschäftigt sich die EU vornehmlich damit, eben jene Unternehmen mit Milliardenstrafen zu überziehen und immer neue Regulierungswerke zu erschaffen. Der Digital Markets Act, der Digital Services Act, die KI-Verordnung – die Liste der Regelwerke wird länger, die Liste europäischer Tech-Champions hingegen bleibt erschreckend kurz.
Die Abhängigkeit europäischer Unternehmen von amerikanischen Cloud-Diensten, chinesischer Hardware und ausländischen Software-Lösungen ist dabei keineswegs ein Geheimnis. Sie ist vielmehr das Ergebnis jahrzehntelanger Versäumnisse, während derer Europa lieber über Datenschutz philosophierte, als selbst wettbewerbsfähige Alternativen zu entwickeln.
Open Source als kritische Infrastruktur?
Besonders bemerkenswert erscheint der neue Fokus auf Open-Source-Technologien, die nun plötzlich als "kritische Infrastruktur" eingestuft werden sollen. Was auf den ersten Blick wie ein kluger Schachzug wirkt, offenbart bei näherer Betrachtung die typische europäische Herangehensweise: Statt selbst zu innovieren, versucht man, auf den Schultern anderer zu stehen.
Die Frage ist nicht, ob Europa technologisch unabhängig werden will – die Frage ist, ob es dazu überhaupt noch in der Lage ist.
Die Realität sieht nüchtern betrachtet so aus: Europäische Start-ups wandern in Scharen in die USA ab, weil dort das Kapital, die Talente und vor allem die unternehmerische Freiheit locken. Während Silicon Valley Innovationen hervorbringt, produziert Brüssel Verordnungen. Während Shenzhen Fabriken baut, debattiert Europa über Lieferkettengesetze.
Die Illusion der Souveränität
Man muss kein Pessimist sein, um zu erkennen, dass die europäische Tech-Strategie fundamentale Schwächen aufweist. Es fehlt an Risikokapital, an einer Kultur des Scheiterns und Wiederaufstehens, an der Bereitschaft, bürokratische Hürden abzubauen statt neue zu errichten. Die EU-Kommission mag noch so viele Strategiepapiere veröffentlichen – solange die Rahmenbedingungen für Unternehmer nicht grundlegend verbessert werden, bleibt technologische Souveränität ein frommer Wunsch.
Was Europa bräuchte, wäre ein radikales Umdenken: weniger Regulierung, mehr Förderung. Weniger Bürokratie, mehr Unternehmertum. Weniger Strafen für ausländische Konzerne, mehr Unterstützung für einheimische Innovatoren. Doch danach sieht es in Brüssel derzeit nicht aus. Stattdessen wird man wohl auch in den kommenden Jahren beobachten können, wie die EU ambitionierte Pläne verkündet – und dann an der eigenen Schwerfälligkeit scheitert.
Die technologische Abhängigkeit Europas ist kein Schicksal, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Und solange diese Entscheidungen nicht grundlegend revidiert werden, wird die EU auch weiterhin im digitalen Schatten der Supermächte stehen – trotz aller Strategien, Verordnungen und vollmundigen Ankündigungen.
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