
Buchstabensalat als politisches Programm: Kanadische Abgeordnete erfindet das längste Queer-Akronym der Geschichte
Man könnte meinen, es handele sich um einen Tippfehler, einen Verschlüsselungscode oder vielleicht das Ergebnis einer Katze, die über eine Tastatur gelaufen ist. Doch weit gefehlt: „MMIWG2SLGBTQQIA+" ist tatsächlich ein politisch gemeintes Akronym, das eine kanadische Oppositionspolitikerin bei einer offiziellen Pressekonferenz mit todernster Miene in die Kameras sprach. Was klingt wie eine Parodie, ist bitterer Ernst – und ein Symptom einer Gesellschaft, die sich in identitätspolitischen Sprachlabyrinthen hoffnungslos verirrt hat.
Wenn 18 Buchstaben nicht mehr reichen
Leah Gazan, Abgeordnete der linken New Democratic Party (NDP) im kanadischen Parlament, sorgte am vergangenen Mittwoch für internationale Aufmerksamkeit – allerdings nicht mit einem politischen Durchbruch, sondern mit einer Buchstabenfolge, die selbst geübte Linguisten ins Schwitzen bringen dürfte. Bei einer Pressekonferenz in Ottawa sprach sie allen Ernstes von einem „andauernden Genozid" an „MMIWG2SLGBTQQIA+"-Personen.
Hinter diesem sprachlichen Monstrum verbirgt sich die Formulierung „Missing and Murdered Indigenous Women, Girls, Two-Spirit, Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer, Questioning, Intersex and Asexual people" – zu Deutsch also vermisste und ermordete indigene Frauen, Mädchen sowie sämtliche erdenklichen sexuellen und geschlechtlichen Identitäten, die man in ein einziges Wortungetüm pressen konnte. Und das Pluszeichen am Ende? Das steht offenbar für all jene, die man in diesem ohnehin schon ausufernden Katalog noch vergessen haben könnte.
Der eigentliche Hintergrund: Kampf um Steuergelder
Doch was steckt hinter dem theatralischen Auftritt? Der kanadische Premierminister Mark Carney hatte umfangreiche Fördermittel für identitätspolitische Inklusionsprogramme auslaufen lassen. Eine Entscheidung, die man durchaus als Zeichen fiskalischer Vernunft werten könnte. Gazan hingegen sieht darin nichts weniger als eine Gefährdung von Menschenleben. Es sei im „nationalen Interesse", so die Politikerin, das Leben und die Sicherheit der betroffenen Personengruppen zu gewährleisten. Mehrere indigene Organisationen, darunter die Native Women's Association of Canada, schlossen sich dem Protest an und forderten die sofortige Wiederaufnahme der gestrichenen Programme.
Man muss kein Zyniker sein, um hier ein bekanntes Muster zu erkennen: Wo immer staatliche Fördertöpfe versiegen, wird reflexartig die Rassismus- oder Genozid-Karte gezogen. Die eigentliche Frage, ob diese Programme tatsächlich messbare Ergebnisse erzielt haben oder ob sie lediglich eine wachsende Bürokratie identitätspolitischer Funktionäre alimentierten, wird dabei geflissentlich übergangen.
Internationaler Spott und ein Déjà-vu
Die Reaktionen in den sozialen Medien ließen nicht lange auf sich warten. Clips von Gazans Auftritt gingen viral, und der Spott war so vorhersehbar wie berechtigt. Nutzer verglichen das Akronym mit einem sicheren Passwort, andere fragten sich, ob die Politikerin einen Spickzettel benötigt habe, um die Buchstabenfolge fehlerfrei vorzutragen. Es ist nicht das erste Mal, dass Kanada in dieser Hinsicht für Kopfschütteln sorgt: Bereits zuvor hatte die kanadische Polizei internationale Aufmerksamkeit erregt, weil auf ihren Dienstwagen statt des ohnehin schon erweiterten LGBT-Kürzels die Variante „2SLGBTQI+" prangte.
Ein Symptom des westlichen Kulturkampfes
Was sich in Kanada abspielt, ist freilich kein isoliertes Phänomen. Es ist vielmehr die logische Konsequenz einer identitätspolitischen Spirale, die seit Jahren auch in Europa und insbesondere in Deutschland immer absurdere Blüten treibt. Vom Gendern über Pronomen-Debatten bis hin zu immer längeren Buchstabenketten – der Versuch, jede noch so marginale Identität sprachlich sichtbar zu machen, führt am Ende zu einer Sprache, die niemand mehr versteht und die das genaue Gegenteil von Inklusion bewirkt: Entfremdung.
Besonders bemerkenswert ist dabei ein Aspekt, den ein schwuler Kommentator treffend auf den Punkt brachte: Seit der zunehmenden Politisierung und Radikalisierung der Queer-Bewegung würden gerade jene Menschen, die eigentlich geschützt werden sollten, verstärkt angefeindet. Wer jahrzehntelang friedlich und akzeptiert in seiner Gemeinschaft lebte, sehe sich plötzlich mit Rechtfertigungsdruck konfrontiert – nicht wegen seiner sexuellen Orientierung, sondern wegen des aggressiven Aktivismus selbsternannter Interessenvertreter.
Die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst
Während sich Politikerinnen wie Gazan in immer längeren Akronymen verlieren, bleiben die tatsächlichen Probleme indigener Gemeinschaften in Kanada – Armut, mangelnde Infrastruktur, fehlende Bildungschancen – weitgehend ungelöst. Doch für diese komplexen Herausforderungen gibt es eben keine griffigen Buchstabenkombinationen und keine viralen Pressekonferenzen. Sie erfordern harte Arbeit, pragmatische Lösungen und den Mut, ideologische Scheuklappen abzulegen.
Es wäre den Menschen in Kanada – und auch hierzulande – zu wünschen, dass sich die politische Klasse wieder auf das Wesentliche konzentriert: auf eine funktionierende Wirtschaft, auf Sicherheit, auf den Zusammenhalt der Gesellschaft. Stattdessen erleben wir eine politische Kultur, die sich in sprachlichen Absurditäten verliert und dabei die wirklich drängenden Fragen unserer Zeit sträflich vernachlässigt. Das Akronym „MMIWG2SLGBTQQIA+" mag in den sozialen Medien für Gelächter sorgen. Doch hinter dem Lachen verbirgt sich eine tiefe Erschöpfung – die Erschöpfung einer Gesellschaft, die es leid ist, von ideologisch getriebenen Aktivisten belehrt zu werden, während die realen Probleme ungelöst bleiben.
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