
BYD und Geely räumen im Ausland ab: Gewinnsprung trotz China-Flaute!

Chinas zwei größte Autobauer melden glänzende Zahlen: BYD und Geely Auto steigerten ihren Nettogewinn im dritten Quartal 2026 jeweils um rund 28 Prozent. Den Turbo lieferte das Auslandsgeschäft, denn der Heimatmarkt kommt nicht mehr in Fahrt. Für Europas Hersteller, allen voran die deutschen, ist das eine Warnung, die man kaum lauter formulieren könnte.
Die Zahlen: Rekordtempo mit Kratzern
Wie aus der Börsenmitteilung hervorgeht, verdiente BYD zwischen Juli und September 10 Milliarden Yuan, umgerechnet rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Der Umsatz kletterte laut Reuters um 13,6 Prozent auf 221,5 Milliarden Yuan. Damit endete eine Serie von vier Quartalen in Folge mit schrumpfenden Erlösen.
Geely legte am Donnerstag ähnliche Zahlen vor. Der Nettogewinn stieg demnach um 28 Prozent auf 4,8 Milliarden Yuan, der Umsatz wuchs um 10 Prozent auf 99 Milliarden Yuan.
Trotzdem herrscht bei BYD keine reine Partystimmung. Analysten hatten Medienberichten zufolge mit 11,4 bis 12,95 Milliarden Yuan Gewinn gerechnet. Die Aktie gab nach der Veröffentlichung um 2,1 Prozent nach. Über die ersten neun Monate betrachtet sank der Gewinn sogar um 4,2 Prozent auf 22,34 Milliarden Yuan.
Flucht nach vorn: Die Welt als Absatzmarkt
Was steckt dahinter? Zu Hause tobt ein ruinöser Preiskrieg, den Beobachter inzwischen als „härtesten Winter“ des chinesischen Automarkts bezeichnen. Die Antwort aus Shenzhen und Hangzhou lautet: raus in die Welt. Nach Berechnungen von Reuters verkaufte BYD im dritten Quartal weltweit mehr als 1,32 Millionen Fahrzeuge, ein Plus von 18,8 Prozent. Die Auslandsauslieferungen haben sich dabei mehr als verdoppelt.
Auch die Bilanz zeigt den Hunger auf neue Märkte. Die Forderungen aus Lieferungen stiegen seit Jahresbeginn um 52,6 Prozent, die Lagerbestände um 60,1 Prozent. In Brasilien will BYD laut Berichten die Kapazität seines Werks auf 600.000 Fahrzeuge pro Jahr verdoppeln. Konzernchef Wang Chuanfu hatte zuvor ausgegeben, BYD solle binnen fünf Jahren die Spitze der globalen Autoindustrie erobern.
Doch das Ausland wird enger
Der Autoanalyst Felipe Munoz dämpft die Euphorie. Gegenüber Reuters sagte er, die rasante Expansion verlangsame sich, weil inzwischen alle chinesischen Hersteller ins Ausland drängten. Die kommenden Quartale würden für BYD härter. Analysten rechnen zudem damit, dass die Kluft zwischen großen und kleinen chinesischen Anbietern weiter wächst.
Brüssel zieht die Handbremse und Wolfsburg blutet
In Europa droht neuer Gegenwind. Medienberichten zufolge haben sich EU und China darauf verständigt, Importe chinesischer Hybridfahrzeuge auf 350.000 Stück pro Jahr zu begrenzen, zunächst für vier Jahre. Das trifft BYD direkt, denn Hybride machen bei den großen chinesischen Exporteuren mehr als die Hälfte ihres Europageschäfts aus.
Ob Quoten aus Brüssel die Probleme der heimischen Industrie lösen, darf man bezweifeln. Am selben Tag meldete Volkswagen laut Reuters den tiefsten Verlust seit dem Dieselskandal, belastet durch eine Porsche-Abschreibung und Schwierigkeiten in China. Der Kontrast könnte kaum schärfer sein: In Peking wächst der Gewinn, in Wolfsburg wächst die Sorge. Aus Sicht vieler Beobachter rächen sich hier Jahre politischer Fehlsteuerung: teure Energie, überbordende Regulierung und eine Verbrenner-Politik aus Brüssel, die den Weg für die Konkurrenz aus Fernost eher freigeräumt als versperrt hat.
Fazit: Ein Weckruf für den Standort Deutschland
Chinas Autoriesen beweisen, dass sie Schwäche zu Hause mit Angriffslust im Ausland ausgleichen können. Für den Industriestandort Deutschland, an dem Hunderttausende Arbeitsplätze hängen, ist das ein ernstes Alarmsignal. Wer sein Vermögen in solch unruhigen Zeiten absichern will, setzt nicht allein auf schwankende Auto-Aktien. Physisches Gold und Silber können als krisenfeste Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio eine sinnvolle Ergänzung sein.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und ist keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Anlageprodukten. Jeder Anleger sollte selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.
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