
Ceuta außer Kontrolle: Spaniens Sicherheitsbehörden warnen vor Dschihadisten – und der nächste Sturm ist für den 15. August terminiert

Es sind Sätze, die man in einem europäischen Rechtsstaat eigentlich nicht lesen möchte: Unter den Migranten, die sich nach dem Massenansturm auf die spanische Exklave Ceuta noch immer dort aufhalten, befänden sich nach Einschätzung spanischer Sicherheitskreise Kriminelle und Dschihadisten – Personen, die zu „den Schlimmsten überhaupt“ gehörten. So zitiert die spanische Tageszeitung La Razón anonyme Quellen aus dem Sicherheitsapparat. Die Bewertung stütze sich dabei nicht auf Bauchgefühl, sondern auf Erkenntnisse spanischer wie marokkanischer Behörden.
Ein Bergmassiv als Versteck – und die Polizei sucht
Besonders brisant: Die als hochgefährlich eingestuften Personen könnten sich im gebirgigen Hinterland der Exklave verstecken und seien derzeit schlicht nicht auffindbar. Sicherheitskräfte durchkämmen die Stadt, die Befürchtung schwerer Gewaltverbrechen steht im Raum. Wer sich erinnert, was während des Ansturms geschah – Einbrüche, Brandstiftungen, regelrechte Straßenschlachten mit der Polizei –, der ahnt, dass diese Sorge keine Übertreibung ist.
Bereits zuvor hatte die Zeitung El Español unter Berufung auf spanische Terrorfahnder berichtet, unter den rund 80.000 Menschen, die am vergangenen Wochenende widerrechtlich die spanische Grenze überquert hätten, seien mindestens ein Dutzend behördlich bekannte Gefährder gewesen. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen: 80.000 Menschen, die an einem einzigen Wochenende eine EU-Außengrenze überrennen. Und in Brüssel diskutiert man derweil über Verteilungsquoten.
Wie viele sind es eigentlich? Madrid weiß es nicht
Geradezu grotesk mutet an, dass die Behörden nicht einmal wissen, mit wie vielen Personen sie es zu tun haben. Die sozialistische Zentralregierung in Madrid spricht von 2.000 bis 3.000 Verbliebenen. Der Präsident von Ceuta, Juan Jesús Vivas, geht dagegen von rund 6.000 aus. Seine Kritik am Krisenmanagement fiel entsprechend scharf aus – er fragte öffentlich, wie es sein könne, dass man weder die genaue Zahl kenne, noch alle identifiziert habe, noch die Ausweisungsverfahren eingeleitet worden seien.
Ein Staat, der nicht einmal zählen kann, wer sich auf seinem Territorium aufhält, hat die Kontrolle über sein Territorium bereits verloren. Alles Weitere ist Symbolpolitik.
Der nächste Ansturm wird auf TikTok organisiert
Während die Behörden noch mit der Aufarbeitung beschäftigt sind, formiert sich bereits die nächste Welle – und zwar öffentlich einsehbar. Die Stadtregierung von Ceuta warnte, in zahlreichen TikTok- und WhatsApp-Gruppen mit hunderttausenden Mitgliedern würden Pläne für einen erneuten Sturm geschmiedet. Regierungssprecher Alejandro Ramirez erklärte laut El Mundo, entsprechende Hinweise seien an die zuständigen Stellen weitergeleitet worden. Als Datum kursiere der 15. August, samt Treffpunkten und Verabredungen. El País berichtet zudem von Online-Gruppen, in denen der Umgang mit Schlauchbooten, das Überwinden von Grenzanlagen und die erfolgversprechendsten Routen diskutiert würden.
Man muss sich das vergegenwärtigen: Der Angriff auf eine europäische Außengrenze wird auf einer chinesischen Videoplattform terminiert, und Europa schaut zu wie das Kaninchen auf die Schlange. Ausgelöst wurde der erste Ansturm übrigens durch Falschmeldungen in sozialen Netzwerken, wonach Spanien seine Einreiseregeln massiv gelockert habe. Ein Gerücht genügte – und 80.000 Menschen setzten sich in Bewegung. Was sagt das über die Sogwirkung aus, die von der europäischen Migrationspolitik ausgeht?
Ceuta: ein Brennglas für ganz Europa
Die autonome Stadt am nordafrikanischen Mittelmeer, umgeben von marokkanischem Staatsgebiet, zählt rund 84.000 Einwohner. 1415 von Portugal erobert, verblieb sie nach der portugiesischen Unabhängigkeit 1640 bei Spanien und wurde 1668 im Vertrag von Lissabon endgültig zugeordnet. Rund 4.400 Marokkaner leben heute dort, Schätzungen zufolge haben 40 bis 50 Prozent der Einwohner marokkanische Wurzeln. Bei den letzten Wahlen zur Stadtversammlung wurde die christdemokratische Partido Popular mit 34,4 Prozent stärkste Kraft, gefolgt von der sozialistischen PSOE mit 20,9 und der rechten Vox mit 20,6 Prozent.
In Spanien tobt unterdessen der Streit über die Verteilung minderjähriger Migranten. Valencia nimmt bereits auf, andere Gemeinden verweigern sich vehement. Ein Muster, das deutschen Bürgern schmerzhaft vertraut vorkommen dürfte: Erst wird die Grenze aufgegeben, dann wird über die Verteilung der Folgen gestritten – und am Ende zahlt der Steuerzahler, während die politische Klasse sich für ihre Menschlichkeit feiert.
Was das für Deutschland bedeutet
Ceuta ist kein spanisches Randproblem. Wer die Außengrenze nicht hält, verlagert das Problem in den Schengen-Raum – und damit früher oder später nach Deutschland, wo die Kriminalitätsstatistik ohnehin Rekordwerte erreicht und Messerangriffe längst zur traurigen Routine der Polizeiberichte gehören. Es ist nicht nur die Auffassung unserer Redaktion, sondern die eines Großteils der deutschen Bevölkerung, dass diese Entwicklung das direkte Ergebnis einer über Jahre betriebenen Fehlpolitik ist. Wer Grenzen als Schikane diffamiert, bekommt am Ende Zustände, die niemand gewollt hat – außer denen, die davon politisch profitieren.
Unsicherheit hat einen Preis – auch finanziell
Politische Instabilität, offene Grenzen und ein Staat, der seine Kernaufgaben nicht mehr erfüllt, bleiben nicht ohne wirtschaftliche Folgen. Wer sein Vermögen langfristig absichern möchte, tut gut daran, nicht ausschließlich auf Papierwerte und staatliche Versprechen zu vertrauen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie Krisen, Währungsreformen und politische Umbrüche überdauern – als solider, greifbarer Baustein in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die dargestellten Einschätzungen geben die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist verpflichtet, sich eigenständig zu informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausgeschlossen.

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