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22.07.2026
05:36 Uhr

China baut die Zukunft – Deutschland verwaltet den Abstieg. Und Merz schaut zu

China baut die Zukunft – Deutschland verwaltet den Abstieg. Und Merz schaut zu

Es gibt Wahrheiten, die so unbequem sind, dass sich die politische Klasse in Berlin lieber die Ohren zuhält. Eine davon lautet: Während Deutschland über Lieferkettengesetze, Gendersternchen und Klimapädagogik debattiert, hat China längst die Weichen für die Wohlstandsverteilung des kommenden Jahrhunderts gestellt. Wer glaubt, das Reich der Mitte habe uns nur „eingeholt“, der irrt gewaltig. Es hat uns abgehängt – und zwar dort, wo es wehtut.

Peking handelt, Berlin redet

Der Kontrast könnte kaum brutaler sein. China entscheidet, wo Deutschland zögert. China wagt, wo Deutschland sich vor dem eigenen Schatten fürchtet. Und vor allem: China denkt in Jahrzehnten, während der Horizont deutscher Konzernlenker bei den nächsten Quartalszahlen endet – und den daraus abgeleiteten Boni. Für Peking ist industrielle Stärke eine nationale Machtfrage. Für Berlin degeneriert Industriepolitik zum Unterkapitel eines moralischen Erziehungsprogramms.

Die Zahlen sind vernichtend. Im „Fortune Global 500“-Ranking stellte Greater China erstmals 130 Unternehmen – die USA lagen mit 138 nur noch hauchdünn vorne. Aus Deutschland schafften es gerade einmal 30 Konzerne in diese Liste, angeführt von Volkswagen auf Rang zwölf. Zusammen brachten es 317 Unternehmen aus China und Hongkong auf ein Vermögen von 61,8 Billionen Dollar. Und selbst Chinas zweite Reihe – Alibaba, BYD, CATL, Huawei, Xiaomi – würde in Europa mühelos in der Champions League mitspielen.

Bei Huawei sieht man das Erfolgsrezept: 20 Prozent des Umsatzes flossen 2024 in Forschung und Entwicklung. Deutschlands forschungsintensivster Konzern, Bosch, kommt auf knapp neun Prozent.

Der DAX ist längst nicht mehr Deutschland

Ein besonders bitteres Kapitel ist der deutsche Leitindex. Wenn der DAX floriert, zeigt das nicht die Stärke des Standorts – sondern dessen Schwäche. Denn unsere Konzerne überleben längst nicht mehr wegen Deutschland, sondern trotz Deutschland. Über 60 Prozent ihrer Umsätze erwirtschaften die meisten DAX-Firmen mittlerweile im Ausland. Volkswagen lieferte 2024 rund neun Millionen Fahrzeuge aus – über 2,9 Millionen davon nach China. Die Wertschöpfung hängt an Strukturen, die mit Wolfsburg nur noch über Marke und Kapitalverflechtungen verbunden sind.

Und jetzt rächt sich die Ignoranz. Im zweiten Quartal 2026 brach der Absatz von VW, Mercedes, BMW und Porsche in China zwischen 30 und 41 Prozent ein. Chinesische Hersteller sind schneller, billiger, näher am Kunden. Drei Jahrzehnte lang hat Deutschlands Autoindustrie China nur als Absatzmarkt betrachtet – während China die deutsche Industrie als Vorbild studierte. Das ist der Unterschied zwischen kurzsichtigem Dividendendenken und langfristiger Strategie.

Erschaffen statt verhindern

China fördert die Produktion im eigenen Land – nicht elegant, nicht freiheitlich, aber konsequent. Die Internationale Energie-Agentur prognostiziert, dass Peking bis 2030 mehr als 80 Prozent der globalen Photovoltaik-Kapazität kontrollieren dürfte. Chinas Anteil an den weltweiten Verkäufen von Elektroautos stieg von 50 Prozent im Jahr 2021 auf fast 66 Prozent 2024.

Und was macht Deutschland? Es leistet sich Berufspolitiker, denen es nach eigenem Bekunden „nicht schmerzt“, wenn heimische Konzerne Arbeitsplätze ins Ausland verlagern. Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Während Peking jeden Arbeitsplatz als nationales Kapital verteidigt, feiern deutsche Verantwortungsträger die Deindustrialisierung als Fortschritt.

Die Landkarte der künftigen Macht

Der „Critical Technology Tracker“ des Australian Strategic Policy Institute misst das Forschungspotenzial in 74 Zukunftstechnologien – von KI über Robotik bis zur Nuklearenergie. In der aktualisierten Datenlage für 2026 führt China bei sage und schreibe 69 dieser 74 Felder. Bei 41 Technologien droht sogar ein chinesisches Monopol. Und die selbstbewusste EU? Sie führt in ganzen drei Feldern. Drei. Deutschland selbst rangiert nur noch in 27 von 74 Zukunftstechnologien überhaupt unter den ersten Fünf.

Vier Kennzahlen, eine Richtung

  • Wirtschaftsgröße: China erreichte 2025 ein nominales BIP von 19,5 Billionen Dollar, Deutschland gerade einmal 5,05 Billionen.
  • Industrie: Der Anteil des verarbeitenden Gewerbes am BIP liegt in China bei 25 Prozent, in Deutschland bei 18 Prozent.
  • Welthandel: China exportierte 2025 Waren im Wert von 3,7 Billionen Dollar (14,6 Prozent Weltanteil), Deutschland nur 1,7 Billionen (6,5 Prozent).
  • Patente: China meldete 2024 rund 1,8 Millionen Patente an – fast die Hälfte aller weltweiten Einreichungen. Deutschland kam auf einen Bruchteil.

Der schöne Schein des deutschen „Wachstums“

Der Internationale Währungsfonds sieht China 2026 noch bei 4,6 Prozent realem Wachstum. Für Deutschland sieht die Diagnose düster aus: Nach zwei Rezessionsjahren prognostizierte die EU-Kommission gerade noch 0,6 Prozent für 2026. Und selbst dieses Mini-Plus ist – mit Verlaub – erschummelt. Es besteht fast ausschließlich aus zusätzlichen Rüstungsausgaben des Staates. Von einem selbsttragenden Aufschwung der Privatwirtschaft keine Spur.

Deutschland verdünnt alten Wohlstand in homöopathischen Dosen, verteilt Vermögen um, verhindert die Entstehung von Neuem – und nennt das dann stolz „Transformation“. Passt ins Bild: Das 500-Milliarden-Sondervermögen für Infrastruktur und die im Grundgesetz verankerte Klimaneutralität bis 2045 werden die Inflation weiter anheizen und ganze Generationen zur Zinstilgung verdammen. Und das, obwohl der amtierende Bundeskanzler einst versprochen hatte, keine neuen Schulden zu machen.

Wie man die eigene Zukunft verspielt

China gewinnt nicht, weil es autoritärer wäre. China gewinnt, weil es den Kapitalismus besser verstanden hat als die Kapitalisten selbst. Peking hat begriffen, dass Fabriken, Energie, Daten, Batterien und Patente nicht verzichtbarer Luxus sind, sondern das Nervensystem einer Volkswirtschaft. Deutschland dagegen macht es sich in einer monumentalen Selbstlüge bequem – im Glauben, die Welt wolle bis in alle Ewigkeit deutsche Autos, deutsche Maschinen und deutsche Moralvorträge.

Blöd nur: All das will die Welt nicht mehr. Es braucht endlich Politiker, die wieder für Deutschland regieren statt gegen die Interessen des eigenen Volkes. Diese Auffassung teilt nicht nur unsere Redaktion, sondern längst ein Großteil der Bürger, die den schleichenden Niedergang mit wachsender Wut beobachten.

Was bleibt dem Bürger?

Wenn die eigene Regierung den Wohlstand verwaltet statt zu mehren, wenn Papierwährungen durch Schuldenberge und Inflation entwertet werden, dann rückt eine uralte Wahrheit wieder in den Vordergrund: Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie Krisen, Kriege und Währungsreformen überdauern. Als krisenfeste Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen können sie helfen, das eigene Erspartes gegen politisches Missmanagement abzusichern – unabhängig davon, ob Berlin den Ernst der Lage begreift oder nicht.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger ist für seine Entscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren beziehungsweise fachkundigen Rat einholen. Ebenso handelt es sich nicht um Steuer- oder Rechtsberatung.

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