
Chinas Handelsdelegation in Washington: Gespräche ohne echte Verhandlungen
Während die Welt gespannt auf mögliche Entspannungssignale im amerikanisch-chinesischen Handelskrieg wartet, reist Chinas oberster Handelsunterhändler Li Chenggang nach Washington. Doch was sich zunächst wie ein diplomatischer Durchbruch anhören könnte, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung als weiteres Kapitel in einem endlosen Theaterstück ohne wirkliche Substanz.
Viel Rauch um nichts?
Das chinesische Handelsministerium bestätigte zwar die Reise und betonte den Willen Pekings, die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen durch "gleichberechtigten Dialog und Konsultationen" zu verbessern. Doch die Realität sieht anders aus: Es handele sich ausdrücklich nicht um formelle Verhandlungen, wie ein Sprecher der US-Regierung klarstellte. Li werde lediglich mit Beamten auf stellvertretender Ebene zusammentreffen – ein deutliches Signal, dass Washington derzeit kein ernsthaftes Interesse an substantiellen Fortschritten zeigt.
Diese Entwicklung überrascht kaum angesichts der harten Linie, die Präsident Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus fährt. Mit Zöllen von 34 Prozent auf chinesische Importe hat er den Handelskrieg auf eine neue Eskalationsstufe gehoben. Die Botschaft ist klar: Amerika lässt sich nicht mehr über den Tisch ziehen.
Ein Muster der Verzögerung
Li Chenggang, seit April im Amt als Chinas internationaler Handelsbeauftragter, hat bereits an drei Verhandlungsrunden in Genf, London und Stockholm teilgenommen – allesamt ohne greifbare Ergebnisse. Die chinesische Sprecherin He Yongqian sprach zwar von der "gesunden, stabilen und nachhaltigen Entwicklung" der Handelsbeziehungen, doch diese Rhetorik könne nicht darüber hinwegtäuschen, dass Peking weiterhin auf Zeit spielt.
"China ist bereit, mit den Vereinigten Staaten zusammenzuarbeiten", so die offizielle Verlautbarung. Doch was bedeutet diese Bereitschaft wirklich, wenn keine konkreten Zugeständnisse auf dem Tisch liegen?
Kanada als Zwischenstopp
Interessant ist auch Lis viertägiger Besuch in Kanada unmittelbar vor seiner Reise nach Washington. Die dortigen Gespräche wurden als "offen, pragmatisch und konstruktiv" beschrieben – diplomatische Floskeln, die meist das Fehlen echter Durchbrüche kaschieren sollen. Es scheint, als versuche China, über Umwege Druck auf die USA auszuüben, indem es andere nordamerikanische Partner umwirbt.
Was bedeutet das für Anleger?
Die anhaltenden Handelsspannungen und die offensichtliche Unfähigkeit beider Seiten, zu substantiellen Vereinbarungen zu kommen, unterstreichen einmal mehr die Fragilität des globalen Wirtschaftssystems. Während Politiker Scheinverhandlungen führen, leiden Unternehmen und Verbraucher unter den Folgen. Die Unsicherheit an den Märkten dürfte weiter zunehmen, was traditionelle Sachwerte wie physische Edelmetalle als Stabilitätsanker im Portfolio noch attraktiver macht.
In Zeiten, in denen geopolitische Spannungen die Weltwirtschaft erschüttern und Währungen unter Druck geraten, bieten Gold und Silber einen bewährten Schutz vor den Unwägbarkeiten der Politik. Sie sind unabhängig von den Launen der Mächtigen und behalten ihren inneren Wert – ganz gleich, ob in Washington oder Peking verhandelt wird oder nicht.