
Cola-Krieg im Supermarkt: Rewe dreht Coca-Cola den Hahn zu!

Im deutschen Lebensmittelhandel kracht es gewaltig. Rewe bestellt nach Informationen der Lebensmittel Zeitung vorerst keine Ware mehr bei Coca-Cola Europacific Partners (CCEP). Das ist die Antwort auf eine Preiserhöhung: Der AbfĂŒller hat seine Abgabepreise zum 1. September um durchschnittlich rund 3,5 Prozent angehoben.
Es geht dabei um weit mehr als die berĂŒhmte Brause. Laut dem Bericht gilt der Bestellstopp fĂŒr das gesamte CCEP-Sortiment. Dazu gehören Fanta, Sprite, Mezzo Mix, Monster, Powerade und Fuze Tea.
Noch ist das Regal voll â aber wie lange?
Panik muss vorerst niemand schieben. Ein Rewe-Sprecher erklĂ€rte gegenĂŒber Ippen.Media:
âDie WarenverfĂŒgbarkeit in unseren MĂ€rkten ist sichergestellt.â
Solange Lager und Filialen noch BestĂ€nde haben, wird weiter verkauft. Zu den Verhandlungen selbst will sich der HĂ€ndler grundsĂ€tzlich nicht Ă€uĂern. Wann die ersten LĂŒcken auftauchen könnten, ist offen. Ob auch MĂ€rkte in Berlin und Ostdeutschland betroffen sind, blieb zunĂ€chst ebenfalls unbeantwortet.
Man sollte sich da nichts vormachen: Ein Bestellstopp ist ein Druckmittel, ein Muskelspiel am Verhandlungstisch. Leere Regale gibt es erst, wenn die VorrÀte aufgebraucht sind und sich beide Seiten bis dahin nicht geeinigt haben.
Edeka geht einen anderen Weg
Die groĂen HĂ€ndler reagieren nicht einheitlich. Edeka habe keinen eigenen Bestellstopp verhĂ€ngt und genug Coca-Cola auf Lager, heiĂt es in dem Bericht. Ăbereinstimmenden Berichten zufolge bekommen Edeka und die GetrĂ€nkemarktkette Trinkgut aber derzeit keine 1-Liter-PET-Mehrwegkiste mehr geliefert. Warum das so ist, ist nicht bekannt.
Edeka und Coca-Cola haben schon öfter gestritten. Ein frĂŒherer Konflikt landete sogar vor dem Landgericht Hamburg. Dort verlor Edeka: Die Richter entschieden, dass CCEP seine Lieferungen einstellen darf, wenn man sich nicht auf Preise einigt. Danach fanden die beiden Seiten wieder zusammen.
Wenn der Streit Jahre dauert
Wie lange so ein Machtkampf dauern kann, zeigt der Fall PepsiCo. Edeka und der US-Konzern stritten jahrelang ĂŒber Preise. Erst im April 2025 kam die Einigung. Pepsi, Lay's und Co. kehrten ab Mitte Juni 2025 nach und nach in die Regale zurĂŒck.
Das Teure an der Brause zahlt am Ende der Kunde
HeiĂt das, dass die Flasche jetzt automatisch 3,5 Prozent mehr kostet? Nicht unbedingt. Die Erhöhung betrifft die Einkaufspreise der HĂ€ndler, die ihre Verkaufspreise selbst festlegen. CCEP begrĂŒndet den Aufschlag nach eigenen Angaben mit höheren Kosten fĂŒr Produktion, Logistik und Löhne sowie mit Investitionen in Marken und Standorte.
Ein Blick zurĂŒck zeigt, wohin die Reise geht. Im Mai 2022 kostete die 1,5-Liter-PET-Flasche laut einer Erhebung der Arbeiterkammer in deutschen Online-SupermĂ€rkten 1,49 Euro. 2025 lag der regulĂ€re Preis bei Rewe Kaufpark schon bei 1,79 Euro. Das sind rund 20 Prozent mehr in nur drei Jahren. Eine offizielle Inflationsstatistik braucht es nicht, um diesen Verlust an Kaufkraft zu spĂŒren.
Ein Riese unter Druck
FĂŒr CCEP kommt der Streit zu einem ungĂŒnstigen Zeitpunkt. Laut der Lebensmittel Zeitung sank der Absatz in Deutschland 2025 um rund 2,4 Prozent auf etwa vier Milliarden Liter. Der Umsatz stieg gleichzeitig nur um 0,6 Prozent auf 3,41 Milliarden Euro. Das deutet darauf hin, dass der Konzern vor allem ĂŒber höhere Preise wĂ€chst und nicht ĂŒber mehr Menge. Im ersten Halbjahr 2026 soll der Umsatz allerdings wieder besser gewesen sein.
Die Deutschen zahlen also mehr und trinken weniger. Konzerne und Handelsketten streiten sich um die Marge, und der Kunde hat keinen Platz am Verhandlungstisch. Wer seine Ersparnisse vor der schleichenden Entwertung schĂŒtzen will, setzt deshalb schon lange auch auf Werte, die sich nicht beliebig vermehren lassen. Physisches Gold und Silber können dabei als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Anlageberatung. Er gibt die Meinung unserer Redaktion und die uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser sollte selbst recherchieren und ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen allein verantwortlich.
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