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Corona als Geld-Turbo? Die unbequeme These vom großen Reset

Corona als Geld-Turbo? Die unbequeme These vom großen Reset
Symbolbild: KI-generiert

Sechs Jahre nach den ersten Lockdowns kocht eine alte Debatte wieder hoch. In alternativen Medien wird derzeit die These der früheren US-Regierungsbeamtin Catherine Austin Fitts verbreitet: Die Corona-Krise habe vor allem dazu gedient, ein angeschlagenes Finanzsystem zu stützen. Das ist umstritten und an vielen Stellen nicht belegt. Wer aber auf die nackten Zahlen schaut, findet Fragen, die bis heute kaum jemand beantwortet hat.

Der Knall, den kaum einer hörte

Mitte September 2019, ein halbes Jahr vor der Pandemie, krachte es am US-Repo-Markt. Über diesen Markt leihen sich Banken über Nacht gegeneinander Geld. Medienberichten zufolge kletterten die Zinsen dort im Tagesverlauf zeitweise auf rund zehn Prozent. Die US-Notenbank Fed musste mit Milliardenhilfen eingreifen.

Fitts nennt das, was danach kam, den „Going Direct Reset“. Ihrer Darstellung nach sei die Weichenstellung beim Notenbanktreffen in Jackson Hole im August 2019 erfolgt. Die Kontrolle über das Geld solle dabei direkt zu den Zentralbanken wandern und der Weg zu digitalem Zentralbankgeld frei werden. Eine Absprache dieser Art ist nicht belegt. Klar ist dagegen, was ab dem Frühjahr 2020 passierte.

Die Notenpresse lief heiß

Die Bilanz der Fed hat sich in der Krise von gut vier auf fast neun Billionen Dollar mehr als verdoppelt. Die EZB legte ihr Notfallprogramm PEPP mit einem Volumen von 1,85 Billionen Euro auf. Und Berlin setzte die Schuldenbremse gleich mehrere Jahre in Folge aus.

Krisenpolitik? Sicher. Doch die Rechnung kam später. 2022 lag die Inflation in Deutschland im Jahresschnitt bei 6,9 Prozent. Sparer, Rentner und Familien bezahlten diesen Preis an der Supermarktkasse. Wie die Analyse zur Fitts-These hervorhebt, hätten die Unternehmensgewinne zugleich deutlich zugelegt, während die Löhne nicht mithielten.

Die Verlierer sitzen im Mittelstand

Ein Punkt der Kritik lässt sich kaum wegdiskutieren. Während der Lockdowns mussten der Friseur um die Ecke, das Wirtshaus und der kleine Modeladen schließen. Online-Riesen und große Logistikkonzerne verdienten prächtig. Viele Beobachter sehen darin eine Umverteilung von unten nach oben, die ganz ohne Parlamentsbeschluss ablief. Ob das so gewollt war oder nur in Kauf genommen wurde, bleibt offen.

Wo die These ins Leere läuft

An anderen Stellen hält die Erzählung einer sachlichen Prüfung nicht stand. Dass die Pandemie gezielt herbeigeführt oder gesundheitlich bedeutungslos gewesen sei, ist schlicht nicht belegt. Auch die von Fitts und dem Ökonomen Mark Skidmore genannten 21 Billionen Dollar „nicht belegter Buchungsanpassungen“ beim Pentagon und beim US-Wohnungsbauministerium sind kein Beweis für verschwundenes Geld. Sie zeigen vor allem, wie chaotisch dort Buch geführt wird.

Wer jede Krise als Drehbuch liest, verspielt die Glaubwürdigkeit der berechtigten Kritik. Die ist ernst genug.

Digitaler Euro: Brüssel drückt aufs Tempo

Ganz real ist dagegen das Projekt digitaler Euro. Im Juli 2026 stimmte das EU-Parlament mit 416 zu 169 Stimmen für den Start der Verhandlungen mit dem Rat. Laut Bundesbank soll der Rechtsrahmen bis Ende 2026 stehen, die Ausgabe ist für 2029 angepeilt. Offiziell soll das neue Geld Bargeld ergänzen und nicht ersetzen.

Kritiker trauen dem Versprechen nicht. Sie fürchten gläserne Bürger, Obergrenzen für Guthaben und ein Geld, das der Staat auf Knopfdruck steuern könnte. Die Erfahrung von 2020 zeigt, wie schnell Grundrechte und Haushaltsregeln in einer Notlage fallen.

Fazit: Vertrauen ist gut, Gold ist greifbar

Man muss nicht an einen großen Plan glauben, um die Lehre aus der Krise zu ziehen. Notenbanken können Geld beliebig vermehren. Gold und Silber können sie nicht drucken. Wer sein Vermögen gegen Inflation, Schuldenpolitik und den gläsernen Zahlungsverkehr absichern will, findet in physischen Edelmetallen eine sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt die Meinung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss selbst recherchieren und trägt für seine Anlageentscheidungen die alleinige Verantwortung.

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