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27.10.2026
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Crack-Krise in Berlin: Die ganze Hauptstadt wird zum Drogen-Hotspot!

Crack-Krise in Berlin: Die ganze Hauptstadt wird zum Drogen-Hotspot!
Symbolbild: KI-generiert

Berlin verliert den Kampf gegen Crack. Früher hatte die Hauptstadt einzelne berüchtigte Drogenschwerpunkte. Medienberichten zufolge hat sich die Szene inzwischen über die ganze Stadt verteilt, und die Behörden kommen nicht mehr hinterher. Am Südstern in Kreuzberg lässt sich jeden Morgen beobachten, was das bedeutet.

Dort sammeln sich in aller Frühe Obdachlose und Abhängige. Sie bitten Pendler um Kleingeld oder holen sich bei der mobilen Drogenhilfe Kaffee und ein Brötchen. Über allem hängt ein süßlicher Geruch. Für die Anwohner gehört dieses Bild längst zum Alltag.

Eine Droge, die Menschen in Rekordzeit zerstört

Crack ist ein Abkömmling von Kokain. Kokainsalz wird mit Natron aufgekocht und anschließend in kleinen Pfeifen geraucht. Der Rausch kommt schnell und ist ebenso schnell wieder vorbei. Deshalb gilt die Droge als eine der Substanzen mit dem höchsten Suchtpotenzial überhaupt. Weil Kokain in Europa immer billiger zu haben ist, verdrängt Crack in der offenen Szene zunehmend das Heroin.

Wie stark die Zahlen gestiegen sind, belegt eine Studie, die der Senat selbst in Auftrag gegeben hat. Laut dem Abschlussbericht der Charité und weiterer Hochschulen stieg die Zahl der Hilfefälle mit der Hauptsubstanz Crack zwischen 2022 und 2024 von 66 auf 250. Das ist fast eine Vervierfachung. Und das ist nur das Hellfeld, denn gezählt wird nur, wer überhaupt beim Hilfesystem ankommt.

Verdrängen statt lösen: Das Berliner Hase-und-Igel-Spiel

Das Muster wiederholt sich seit Jahren. Erst war es der Görlitzer Park, dann der Leopoldplatz im Wedding. Mittlerweile gilt der Kleine Tiergarten in Moabit als neuer Brennpunkt, den Medienberichten zufolge sogar der Bezirk als „eskalierend“ bezeichnet. Mitte reagiert nun mit Parkläufern, Bauwagen als Anlaufstelle und mehr Polizei. Dafür stehen jährlich 500.000 Euro aus einem Senatsprogramm bereit.

Eine Fachkraft aus der Drogenhilfe brachte das Problem in der Studie auf den Punkt:

„Wir jagen die Leute eigentlich nur von Straße zu Straße, ohne dass sich etwas verbessert.“

Der Zaun um den Görlitzer Park und die nächtliche Schließung haben die Szene offenbar nicht aufgelöst, sondern nur verschoben. Inzwischen weichen Konsumenten sogar in private Treppenhäuser aus. Mieter in Kreuzberg berichten von Nachtlagern und Alufolie vor der eigenen Wohnungstür.

Elend in Zahlen

Die Befragung von 153 Konsumenten für die Studie zeichnet ein erschütterndes Bild:

  • Nur rund 31 Prozent haben eine Wohnung oder ein WG-Zimmer.
  • 38,6 Prozent leben auf der Straße.
  • Etwa ein Viertel ist nicht krankenversichert.
  • 75 Prozent haben schon einmal im Gefängnis gesessen.

Hinzu kommt ein trauriger Rekord: Nach Angaben der Gesundheitsverwaltung starben 2025 in Berlin 300 Menschen im Zusammenhang mit Drogen, so viele wie noch nie.

Wer schützt eigentlich die Bürger?

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Crack-Welle beispielhaft, wie die Hauptstadt die Kontrolle über den öffentlichen Raum verliert. Seit Jahren pendelt die Politik zwischen Zäunen und Sozialprogrammen hin und her. Ein schlüssiges Gesamtkonzept ist nicht zu erkennen. Die Forscher empfehlen Konsumräume mit längeren Öffnungszeiten, Notschlafstellen und „Housing First“. Repressive Maßnahmen tauchen in ihren Empfehlungen nicht auf.

Für viele Anwohner, Gewerbetreibende und Familien mit Kindern ist das zu wenig. Sie fragen sich zu Recht, warum der Drogenhandel mitten in der Stadt so offen ablaufen kann. Hilfe für Suchtkranke und konsequentes Vorgehen gegen die Händler schließen sich nicht aus. Beides zusammen wäre das Mindeste, was die Bürger von einem funktionierenden Staat erwarten dürfen.

Solange Berlin das Problem nur von einem Park in den nächsten schiebt, wird sich am Südstern jeden Morgen dasselbe Bild zeigen. Und bald vermutlich auch in der nächsten Straße.

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