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Kettner Edelmetalle
02.06.2026
18:38 Uhr

Das Ende der „Regenbogennation“: Wenn afrikanische Staaten ihre Bürger aus Südafrika in Sicherheit bringen müssen

Das Ende der „Regenbogennation“: Wenn afrikanische Staaten ihre Bürger aus Südafrika in Sicherheit bringen müssen

Es ist ein bemerkenswertes Eingeständnis des Scheiterns: Ausgerechnet jenes Land, das sich jahrzehntelang als moralischer Kompass des afrikanischen Kontinents inszenierte, als leuchtendes Beispiel der Versöhnung und Vorkämpfer panafrikanischer Solidarität, sieht sich nun mit einer beschämenden Realität konfrontiert. Mehrere afrikanische Staaten holen ihre eigenen Staatsbürger aus Südafrika heraus – nicht etwa wegen einer Naturkatastrophe, sondern weil diese Menschen dort Gewalt und systematischer Diskriminierung ausgesetzt seien, wie die Financial Times berichtet.

Charterflüge statt Solidarität

Vorreiter dieser Evakuierungswelle ist der westafrikanische Staat Ghana. Allein in dieser Woche ließ die Regierung rund 300 ihrer Landsleute aus Johannesburg ausfliegen, ein weiterer Charterflug wurde für den darauffolgenden Sonntag erwartet. Auslöser seien Videoaufnahmen in den sozialen Netzwerken gewesen, die Übergriffe und Einschüchterungen gegen andere Afrikaner zeigten. In einem besonders weit verbreiteten Clip soll ein Ghanaer bei einer Anti-Migrations-Kundgebung von einer wütenden Menschenmenge umzingelt und bedrängt worden sein.

Die Reaktion Accras war deutlich: Der südafrikanische Hochkommissar wurde einbestellt, und Ghana fordert, die Feindseligkeiten auf die Tagesordnung der Juni-Sitzung der Afrikanischen Union zu setzen. Auch Mosambiks Präsident Daniel Chapo soll das Thema gegenüber dem südafrikanischen Staatschef angesprochen haben.

Nigeria spricht von „barbarischen“ Übergriffen

Nigeria zog nach. Außenministerin Bianca Odumegwu-Ojukwu gab bekannt, dass sich bereits 130 Nigerianer für eine Rückführung registriert hätten. Das nigerianische Oberhaus verurteilte die Vorfälle und bezeichnete sie unmissverständlich als „barbarisch“. Eine Delegation soll demnächst nach Pretoria reisen, um über Schutzmaßnahmen für nigerianische Staatsbürger zu verhandeln.

Ein Land, das sich als Vorkämpfer des globalen Südens versteht, zeigt sich gegenüber den eigenen Nachbarn feindselig – und entlarvt damit die hohle Rhetorik der panafrikanischen Brüderlichkeit.

Sündenböcke zur Ablenkung vom eigenen Versagen

Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Ausschreitungen gegen die ausländische Bevölkerung Südafrikas. Dabei machen diese mit gerade einmal sechs Prozent nur einen geringen Bevölkerungsanteil aus. Doch wer einen Sündenbock braucht, sucht ihn sich – und in Südafrika scheint dies geradezu Methode zu haben. Die katastrophale wirtschaftliche Misere, in der das Land seit Jahren versinkt, lässt sich offenbar bequemer auf Fremde abwälzen als durch verantwortungsvolle Politik beheben.

Es sei mittlerweile gängige Praxis, dass bestimmte Politiker vor Wahlkämpfen Stimmung gegen die Minderheiten machten. So habe etwa Herman Mashaba bei den Bürgermeisterwahlen in Johannesburg einen Mob angestachelt, Läden mutmaßlich ausländischer Besitzer aufzusuchen und deren Inhaber nach ihren Papieren zu befragen. Eine eigene Spezialeinheit solle künftig überprüfen, „wer die Läden in unseren Gemeinden betreibt“. Wer in Deutschland glaubt, solche Verrohung sei ein rein afrikanisches Phänomen, sollte sich die Frage stellen, was passiert, wenn ein Staat seine Ordnungsfunktion aufgibt und die Wirtschaft kollabiert.

Auch die weiße Minderheit gerät ins Visier

Die Gewalt richtet sich keineswegs nur gegen andere Afrikaner. Auch gegen die weiße Minderheit gehe die Regierung vor – allerdings subtiler. So feile man an Gesetzen wie einem umstrittenen Tankstellen-Gesetz, das Eigentümerquoten vorsehe und die weiße Minderheit systematisch benachteilige, während schwarze Südafrikaner profitierten. Der südafrikanische Außenminister Ronald Lamola bezeichnete derweil Berichte über getötete Ausländer als unbestätigt und warnte vor „Desinformation“ – ein altbekanntes Manöver, mit dem unbequeme Wahrheiten kleingeredet werden sollen.

Eine Lehre, die hierzulande gerne ignoriert wird

Wer die Entwicklung Südafrikas seit dem Ende der Apartheid nüchtern betrachtet, dem drängt sich eine unbequeme Erkenntnis auf: Ideologische Wunschvorstellungen ersetzen keine funktionierenden Institutionen. Während linke Vordenker in Deutschland gerne von der angeblich allgegenwärtigen „weißen Schuld“ schwadronieren und Rassismus stets nur in eine Richtung zu existieren scheint, zeigt die Realität ein deutlich komplexeres Bild. Gewalt, Stammesdenken und die Suche nach Sündenböcken kennen keine Hautfarbe – sie gedeihen überall dort, wo Recht und Ordnung versagen.

Die Vorgänge in Südafrika sollten auch hierzulande zum Nachdenken anregen. Denn die Frage, was geschieht, wenn ein Staat seine Bürger nicht mehr schützen kann und gesellschaftliche Spannungen ungebremst eskalieren, ist alles andere als rein akademisch. Sie betrifft jede Nation, die ihre innere Sicherheit und ihren wirtschaftlichen Wohlstand leichtfertig aufs Spiel setzt.

Stabilität als knappes Gut

Was sich in Südafrika abspielt, ist letztlich auch eine Mahnung an alle, die ihr Vermögen und ihre Zukunft absichern wollen. Wenn ganze Staaten ins Wanken geraten, Währungen an Wert verlieren und politische Verlässlichkeit zur Mangelware wird, suchen kluge Menschen nach Werten, die unabhängig von politischen Launen und ideologischen Experimenten Bestand haben. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrtausende bewiesen, dass sie in Krisenzeiten als wertbeständiger Anker dienen können – ein zeitloser Schutz, der weder von Regierungen entwertet noch durch politische Willkür enteignet werden kann. Als Beimischung zu einem breit gestreuten Portfolio bieten sie eine sinnvolle Ergänzung zur langfristigen Vermögenssicherung.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Die hier wiedergegebenen Einschätzungen entsprechen ausschließlich der Meinung unserer Redaktion und den uns vorliegenden Informationen. Jede Anlageentscheidung sollte auf eigener gründlicher Recherche beruhen. Für die Folgen eigenständiger Anlageentscheidungen übernehmen wir keine Haftung.

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