
Der mysteriöse Tod von Jeffrey Epstein: Neue Dokumente werfen unbequeme Fragen auf

Der Fall Jeffrey Epstein gleicht einem Krimi, dessen letztes Kapitel offenbar noch lange nicht geschrieben ist. Das US-Justizministerium hat nun Dokumente freigegeben, die das ohnehin schon fragwürdige Narrativ vom Selbstmord des Sexualstraftäters weiter erschüttern. Eine orangefarbene Gestalt, die in der Todesnacht eine Treppe hinaufsteigt – was zunächst wie eine Randnotiz klingt, könnte das gesamte offizielle Bild ins Wanken bringen.
Die orangefarbene Erscheinung in der Todesnacht
Am 9. August 2019, jenem schicksalhaften Abend, erfassten Überwachungskameras im Metropolitan Correctional Center gegen 22:39 Uhr etwas Bemerkenswertes: Eine orangefarbene Silhouette bewegte sich die Treppe hinauf zu jenem isolierten und verschlossenen Zellentrakt, in dem Epstein untergebracht war. Das Justizministerium bestätigt nun offiziell, was bereits im vergangenen August durchsickerte – doch die Erklärungsversuche der Behörden könnten widersprüchlicher kaum sein.
Während der Generalinspekteur die Erscheinung als einen Beamten interpretierte, der orangefarbene Bettwäsche transportiert habe, widersprechen die diensthabenden Wärter dieser Darstellung vehement. Sie beteuern, in jener Nacht keine Wäsche ausgetauscht zu haben – dies sei bereits während der vorherigen Schicht erledigt worden. Die FBI-Ermittler und das Büro des Generalinspektors kamen bei der Auswertung desselben Videomaterials zu völlig unterschiedlichen Schlussfolgerungen. Ein Umstand, der Misstrauen geradezu herausfordert.
Ein Gefängnis voller Ungereimtheiten
Die Liste der Merkwürdigkeiten rund um Epsteins Tod liest sich wie ein Handbuch für institutionelles Versagen – oder schlimmeres. Obwohl eine Anweisung der Psychologieabteilung vom 30. Juli 2019 ausdrücklich vorschrieb, dass Epstein aufgrund seines Suizidrisikos einen geeigneten Zellengenossen haben müsse, wurde sein Mitinsasse am 9. August verlegt, ohne dass ein Ersatz kam. Über 70 Mitarbeiter erhielten diese Anweisung per E-Mail, doch niemand handelte.
Der frühere Zellengenosse Nicholas Tartaglione, ein verurteilter Mörder, behauptete später Erstaunliches: Epstein habe ihm erzählt, dass Staatsanwälte ihm Straffreiheit in Aussicht gestellt hätten, wenn er Präsident Trump belaste. Maurene Comey, die Tochter des ehemaligen FBI-Direktors James Comey, soll Epstein gesagt haben, er müsse nichts beweisen – solange Trumps Leute es nicht widerlegen könnten. Eine Behauptung, die das politische Establishment in Washington erschüttern müsste, würde sie jemals ernsthaft untersucht.
Gefälschte Protokolle und schlafende Wärter
Die Wärter Tova Noel und Michael Thomas fälschten nachweislich über 75 Einträge in den Kontrollprotokollen. Nach 16 Uhr am 9. August fand keine einzige Insassenzählung mehr statt, nach etwa 22:40 Uhr keine der vorgeschriebenen halbstündlichen Kontrollgänge. Epstein blieb von diesem Zeitpunkt bis zur Entdeckung seines leblosen Körpers gegen 6:30 Uhr morgens völlig unbeobachtet – fast acht Stunden lang.
Videoaufnahmen zeigen, dass das Personal zwischen ein und drei Uhr morgens untätig herumsaß oder offenbar schlief. Thomas befand sich in einer 22- bis 24-stündigen Schicht, seiner dritten in Folge. Erschöpfung als Erklärung für Pflichtversäumnisse? Vielleicht. Aber erklärt das auch die systematische Fälschung von Dokumenten?
Die verschwundene Schlinge
Besonders verstörend wirkt ein Detail, das kaum Beachtung findet: Die Schlinge, mit der sich Epstein angeblich erhängt haben soll, wurde nie zweifelsfrei identifiziert. Eine am Tatort sichergestellte Schlinge stellte sich später als nicht das Tatwerkzeug heraus. Der Wärter, der Epstein fand, konnte sich nicht erinnern, ihm etwas vom Hals genommen zu haben. Seine Kollegin, die am Zelleneingang stand, sah keine Schlinge um Epsteins Hals, als dieser zu Boden gelassen wurde.
In Epsteins Zelle fanden sich übermäßig viele Decken, Laken und Kleidungsstücke – weit mehr als die erlaubten zwei Laken und eine Decke. Einige waren zu Schlingen oder Wäscheleinen zerrissen worden. Eine Zellendurchsuchung am 9. August, die bei Duschtagen vorgeschrieben ist, wurde nicht dokumentiert.
Ein defektes Überwachungssystem
Wie passend, dass eines der DVR-Systeme der Sonderabteilung am 29. Juli wegen Festplattenproblemen ausfiel und erst nach Epsteins Tod repariert wurde. Die Behörden führen Personalmangel als Grund für die verzögerte Reparatur an. Das verfügbare Filmmaterial zeige keine unbefugten Zutritte – doch wie aussagekräftig ist Material aus einem teilweise defekten System?
Drei Theorien, keine Antworten
Die Spekulationen um Epsteins Tod lassen sich in drei Kategorien einteilen: Erstens, er beging tatsächlich Selbstmord. Zweitens, er wurde im Auftrag mächtiger Kreise ermordet – Kreise, die seine Aussagen fürchteten. Drittens, und hier wird es geradezu filmreif, wurde Epstein aus dem Gefängnis geschmuggelt und durch einen Doppelgänger ersetzt. Skeptiker verweisen auf unterschiedliche Nasen- und Ohrformen zwischen dem Leichnam und Fotos des lebenden Epstein.
Der ehemalige FBI-Direktor Dan Bongino behauptete einst, das Video sei glasklar: Epstein sei die einzige Person gewesen, die hineinging und herauskam. Doch wenn das stimmt, was hat es dann mit der orangefarbenen Gestalt auf sich, die niemand identifizieren kann oder will?
„Ein orangefarbener Blitz scheint die L-Tier-Treppe hinaufzugehen – könnte möglicherweise ein Insasse sein, der zu dieser Etage eskortiert wird."
So lautet der nüchterne Eintrag im Beobachtungsprotokoll. Möglicherweise ein Insasse. Möglicherweise Bettwäsche. Möglicherweise die Wahrheit, die wir nie erfahren werden.
Ein System, das Fragen aufwirft
Jeffrey Epstein war ein Mann, der die Mächtigen dieser Welt kannte – Politiker, Wirtschaftsführer, Prominente. Seine schwarzen Bücher und mutmaßlichen Videoaufnahmen hätten Karrieren beenden und Imperien zum Einsturz bringen können. Dass ausgerechnet dieser Mann in einem der sichersten Gefängnisse Amerikas unter derart chaotischen Umständen starb, nährt das Misstrauen gegenüber offiziellen Narrativen.
Die neuen Dokumente des Justizministeriums beantworten keine Fragen – sie werfen nur neue auf. Und vielleicht ist genau das beabsichtigt. In einer Zeit, in der das Vertrauen in staatliche Institutionen ohnehin auf einem historischen Tiefpunkt angelangt ist, liefert der Fall Epstein weiteren Brennstoff für jene, die an der Integrität des Systems zweifeln. Zu Recht, möchte man hinzufügen.

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