
Der Sanktions-Bumerang: Wie Brüssel die eigene Wirtschaft ruiniert und Moskau nach Asien treibt
Es ist eine der bittersten Ironien unserer Zeit: Da beschließt die Europäische Union ein Sanktionspaket nach dem anderen gegen Russland – mittlerweile ist man beim einundzwanzigsten angelangt – und trifft dabei mit erstaunlicher Präzision vor allem eines: sich selbst. Während die Bürokraten in Brüssel unter der Ägide der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas immer neue Zwangsmaßnahmen ersinnen, verlieren deutsche Unternehmen Milliarden, wanken Arbeitsplätze, und Moskau lacht sich ins Fäustchen, während es seine Rohstoffe einfach nach Asien umleitet.
Wenn der Schuss nach hinten losgeht
Wirtschaftssanktionen sind, ökonomisch nüchtern betrachtet, nichts anderes als Kriegsführung mit nicht-militärischen Mitteln. Ihr Wesen beruht auf Zwang. Doch wer glaubt, man könne einen Rohstoffriesen wie Russland durch Handelsverbote in die Knie zwingen, ohne selbst dabei zu bluten, verkennt eine fundamentale Wahrheit des freien Marktes: Jede freiwillige Transaktion nützt beiden Seiten. Zerstört man sie durch Sanktionen, entsteht keine Situation, in der einer gewinnt und einer verliert – sondern eine, in der beide verlieren. Eine klassische Lose-Lose-Konstellation.
Das Kalkül der Sanktionsstrategen setzt darauf, dass der Gegner relativ mehr verliert. Doch das ist ein gefährliches Spiel, wenn der Gegner munter auf andere Absatzmärkte ausweichen kann, während man selbst auf teuren, komplizierten Ersatz angewiesen ist.
Fischstäbchen als Lehrstück des Wahnsinns
Man muss sich diese Groteske einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ursprünglich sollten auch Fischimporte aus Russland sanktioniert werden. Klingt harmlos? Weit gefehlt. Denn in Deutschland stehen die weltweit größten Fischstäbchenfabriken, die rund 60 Prozent der EU-Produktion abdecken. Über die Hälfte der verarbeiteten Alaska-Seelachs-Filets stammt direkt oder indirekt aus russischen Fanggründen.
Während Russland seine Fänge problemlos in Asien absetzen kann, wäre für die europäischen Ausfälle kaum Ersatz zu finden gewesen – die US-Produktion ist durch langfristige Lieferverträge gebunden.
Die Konsequenz? Rund 8.000 Arbeitsplätze in der fischverarbeitenden Industrie standen auf dem Spiel, das gute alte Fischstäbchen wäre für den deutschen Verbraucher spürbar teurer geworden. Erst der massive Druck aus Portugal, das seinen Bacalhau schützen wollte, und aus Frankreich, das Pazifischen Pollack für Surimi benötigt, brachte Brüssel zur Vernunft. Die Fischsanktionen wurden gestrichen. Man fragt sich: Wie viele solcher Realsatiren braucht es noch, bis die politische Klasse begreift, dass sie sich selbst ins Fleisch schneidet?
Öl, Gas und die selbstverschuldete Energiekrise
Weitaus schwerwiegender als die Fischposse wiegen die Beschränkungen für russisches Öl und Gas. Erinnern wir uns: Es war der damalige grüne Wirtschaftsminister Robert Habeck, der zwei Tage vor Kriegsbeginn das Zertifizierungsverfahren für Nord Stream 2 stoppte – der erste deutsche Schritt in die Gasmangellage. Die spätere Sprengung der Ostseepipelines, mutmaßlich durch ukrainische Militärs und offenbar mit Wissen mehrerer Geheimdienste, besiegelte das Ende günstiger russischer Energie für die deutsche Industrie.
Das Ergebnis der westlichen Preisdeckelpolitik ist die berüchtigte „Schattenflotte“ von mittlerweile 662 Schiffen, mit der sich die Ostseeanrainer die permanente Gefahr einer Umweltkatastrophe an ihre eigenen Küsten holen. Ein Musterbeispiel dafür, wie gut gemeinte Politik das Gegenteil des Beabsichtigten bewirkt.
Die Rechnung zahlt der deutsche Bürger
Die Bilanz der erzwungenen Rückzüge deutscher Unternehmen aus Russland ist verheerend: Der Gas- und Ölförderer Wintershall Dea verlor 5,3 Milliarden Euro, Mercedes 700 Millionen, Henkel über 200 Millionen. Quasi-Enteignungen, die Russland als Reaktion auf das Einfrieren von 185 Milliarden Euro seiner Notenbankreserven in Belgien vollzog.
Und während all dies geschieht, hat Deutschland die Ukraine seit Kriegsbeginn mit sagenhaften 97 Milliarden Euro unterstützt – Geld, das im maroden Bundeshaushalt an allen Ecken und Enden fehlt. 56 Milliarden davon flossen in Militärhilfen, während gleichzeitig ein kreditfinanzierter Verteidigungshaushalt von 124,7 Milliarden Euro die kommenden Generationen mit Zins und Tilgung belastet. Kanzler Merz, der einst versprach, keine neuen Schulden zu machen, sieht munter zu.
Ein anderer Weg wäre möglich
Selbstverständlich leidet auch Russland – unter sinkenden Energieeinnahmen, Inflation, hohem Haushaltsdefizit und dem westlichen Technologieembargo. Doch die entscheidende Frage lautet: Zu welchem Preis für uns selbst? Anstelle eines fragwürdigen Preisdeckels, der ohnehin am Widerstand Griechenlands scheiterte, wäre etwa ein Importzoll auf russisches Öl und Gas das wesentlich klügere Instrument gewesen. Er brächte der EU Zolleinnahmen und würde gleichzeitig die Nachfrage senken.
Vor allem aber wäre endlich eine ehrliche Ausstiegsstrategie überlegenswert – nicht als Zeichen der Schwäche, sondern als Türöffner für europäische Friedensverhandlungen. Doch dafür bräuchte es Politiker, die im Sinne der eigenen Bevölkerung handeln, statt sich in ideologischer Verbohrtheit zu verlieren. Das Grundgesetz jedenfalls verpflichtet in Artikel 26 ausdrücklich zum friedlichen Zusammenleben der Völker – ein Auftrag, den man in Berlin und Brüssel offenbar vergessen hat.
Edelmetalle als Fels in der Brandung
In Zeiten, in denen politische Fehlentscheidungen Milliardenwerte vernichten, die Inflation frisst und ganze Industriezweige an den Rand des Abgrunds getrieben werden, gewinnt eine uralte Wahrheit neue Aktualität: Physisches Gold und Silber sind über Jahrhunderte hinweg der verlässlichste Anker zur Vermögenssicherung geblieben. Wer sein Portefeuille breit streut und die krisenfeste Beimischung physischer Edelmetalle bedenkt, macht sich unabhängiger von den Kapriolen einer Politik, die offenbar den Kompass verloren hat.
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