
Deutschlands einziges Damenbad kapituliert: Wenn Erholung zur Illusion wird
Es ist ein Ort mit Geschichte, ein Refugium fĂŒr Frauen, ein StĂŒck deutscher BĂ€derkultur â und nun ein weiteres Mahnmal fĂŒr den Zustand unseres Landes. Das Lorettobad in Freiburg, das einzige reine Damenbad Deutschlands, sieht sich gezwungen, den Einlass zu beschrĂ€nken. Freitags bis sonntags haben nur noch Frauen und MĂ€dchen ab sechzehn Jahren Zutritt. Der Grund? Ein Ansturm, der jede Vorstellung von Erholung ad absurdum fĂŒhrt.
Wenn ein Idyll zum Krisengebiet wird
Man muss sich das einmal auf der Zunge zergehen lassen: Ein Bad, das seit Generationen ein Hort der Ruhe war, ein geschĂŒtzter Raum speziell fĂŒr Frauen, muss nun die ReiĂleine ziehen. Der Betreiber spricht vornehm von âquantitativen Herausforderungenâ und einer âDimensionâ, die einen erholsamen Aufenthalt âkaum mehrâ ermögliche. Ăbersetzt in Klartext heiĂt das: Es geht drunter und drĂŒber.
StammgĂ€ste berichten von migrantischen Gruppen, die an den Wochenenden in Scharen einfielen. Ein GrĂŒndungsmitglied des Vereins âFreunde des Lorettobadesâ wandte sich gar mit einem offenen Brief an OberbĂŒrgermeister Martin Horn. GröĂere Besuchergruppen aus dem Elsass wĂŒrden regelmĂ€Ăig mit Kleinbussen anreisen. Frauen gingen in langen GewĂ€ndern, in ihrer Alltagskleidung, ins Wasser. Von einem geordneten Badebetrieb keine Spur.
Zwei Rentnerinnen, die sich nicht mehr trauen, ihren Namen zu nennen
Besonders bezeichnend ist eine Randnotiz, die eigentlich eine Hauptschlagzeile verdient hĂ€tte: Zwei langjĂ€hrige StammgĂ€ste, beide Rentnerinnen, bestĂ€tigten die ZustĂ€nde â wollten aber anonym bleiben. In welchem Deutschland leben wir eigentlich, wenn Ă€ltere Damen sich nicht mehr trauen, offen zu sagen, dass ihr Lieblingsbad im Chaos versinkt? An Wochenenden sei âkaum noch an Erholung zu denkenâ gewesen, berichten die beiden. HĂ€ufig seien es Besucherinnen aus Frankreich gewesen, die sich schlicht nicht an die Regeln gehalten hĂ€tten.
âWenn aus dem Damenbad ein Erlebnisbad wird, dann verliert das Bad seinen Charakter.â â OberbĂŒrgermeister Martin Horn
Die vertraute Rhetorik der Beschwichtigung
Und dann tritt der OberbĂŒrgermeister auf den Plan, parteilos, aber im Duktus perfekt geschult. Man wolle âkeine bestimmten Personengruppen ausschlieĂenâ, betont die Stadt. Man reagiere âausschlieĂlichâ auf quantitative Herausforderungen. Kinder und Jugendliche auszuschlieĂen sei ânatĂŒrlich schwierigâ. Es ist stets dieselbe verklausulierte Sprache, mit der offensichtliche Probleme in bĂŒrokratischem Nebel verschwinden sollen.
Die entscheidende Frage aber bleibt unausgesprochen: Warum muss ein deutsches Traditionsbad ĂŒberhaupt seine TĂŒren fĂŒr die Allgemeinheit schlieĂen, um seinen eigentlichen Zweck noch erfĂŒllen zu können? Die Antwort kennt jeder, der die RealitĂ€t in diesem Land nicht durch die rosarote Brille betrachtet. Und es ist keineswegs nur die Meinung unserer Redaktion â ein GroĂteil der BĂŒrger sieht die Entwicklungen mit wachsender Sorge und dem GefĂŒhl, dass die Politik lĂ€ngst die Kontrolle verloren hat.
Ein kleines Bad als Spiegel eines groĂen Versagens
Das Lorettobad ist nur ein Mosaikstein. Aber es ist einer, der schmerzhaft deutlich zeigt, wie sehr sich das öffentliche Leben verĂ€ndert hat. Wo einst geruhsame Nachmittage möglich waren â Aufnahmen aus dem Jahr 2009 zeugen von dieser fast idyllischen Ruhe â, herrscht heute ein Zustand, der drastische MaĂnahmen erzwingt. Deutschland braucht endlich eine Politik, die fĂŒr die eigenen BĂŒrger regiert und nicht gegen sie. Bis dahin bleiben uns Einlass-Stopps als traurige Notlösung.
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