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Kettner Edelmetalle
06.08.2026
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Deutschlands Triple-A wackelt: Wenn die Rating-Agenturen der Merz-Regierung die Rechnung präsentieren

Deutschlands Triple-A wackelt: Wenn die Rating-Agenturen der Merz-Regierung die Rechnung präsentieren
Symbolbild: KI-generiert

In Berlin geht ein Gespenst um. Es trägt keinen Namen, aber drei Buchstaben: AAA. Genauer gesagt die Angst davor, dass diese drei Buchstaben demnächst nur noch zwei sein könnten. Was der Alkoholiker an seiner Leber spürt, spürt der chronische Schuldenstaat an seiner Bonität – und Deutschland trinkt seit Monaten auf Pump.

Vom Zuchtmeister Europas zum Schuldenkönig

Man erinnere sich: Vor kaum einem Jahrzehnt predigte Deutschland den Südeuropäern die Tugenden der schwäbischen Hausfrau. Sparen, haushalten, keine Schulden. Heute steht jene Republik selbst mit einem 500-Milliarden-Euro-Sondervermögen da, das man verschämt "Infrastruktur" nennt, weil "Kreditorgie" schlechter klingt. Der Schuldenstand wächst in einem Jahr um fünf bis sechs Prozent. Und ein Kanzler, der im Wahlkampf noch schwor, keine neuen Schulden aufzunehmen, hat gemeinsam mit seinem sozialdemokratischen Finanzminister die Schleusen geöffnet, als gäbe es kein Morgen.

Glaubt irgendjemand ernsthaft, dass Moody's, S&P und Fitch bei diesem Schauspiel höflich wegsehen? Die Agenturen haben Frankreich abgestraft. Sie haben 2011 sogar den Vereinigten Staaten das Top-Rating entzogen – mit dem Verweis auf ausufernde Verschuldung und politische Blockaden. Warum sollten sie ausgerechnet vor Berlin kneifen?

Ehemaliger Chef-Analyst warnt – und die Agenturen selbst raunen

Der frühere Chef-Rating-Analyst von S&P Global Ratings, Moritz Krämer, hält eine Verschlechterung des deutschen Ratings inzwischen für durchaus denkbar. Es würde ihn nach eigenen Worten nicht überraschen, wenn eine der Agenturen in absehbarer Zeit mit einem negativen Ausblick reagierte. Auch aus den Häusern selbst kommen Signale: Von Fitch wird auf den wachsenden Druck auf die deutsche Bonität verwiesen – steigende Staatsverschuldung, schwaches mittelfristiges Wachstum, Unsicherheit über den finanzpolitischen Kurs.

Eine Herabstufung wäre nicht die Krise. Sie wäre nur das Blinklicht am Armaturenbrett – das Strukturproblem sitzt tiefer.

Die Rechnung, die niemand sehen will

Rechnen wir nüchtern. Steigt der Zins auf deutsche Anleihen um nur einen Prozentpunkt, würde sich die Zinslast bei einem Schuldenberg von rund 1,8 Billionen Euro theoretisch um etwa 18 Milliarden Euro jährlich erhöhen – vorausgesetzt, sämtliche Verbindlichkeiten müssten gleichzeitig refinanziert werden. Schon jetzt sind im laufenden Bundeshaushalt rund 30 Milliarden Euro allein für Zinsen eingeplant. Im kommenden Jahr sollen es bereits 42 Milliarden sein. Eine mögliche Herabstufung ist in dieser Planung noch nicht einmal berücksichtigt.

Und wofür das alles? Für eine ungesteuerte Zuwanderung in die Sozialsysteme, für die Mitfinanzierung eines Abnutzungskrieges ohne erkennbares Ende, für einen überdehnten Wohlfahrtsstaat, der als politisches Beruhigungsmittel verabreicht wird, und für eine Entwicklungspolitik, deren Verschwendungsgrad selbst wohlmeinende Beobachter fassungslos zurücklässt. Die Ökonomie wurde zerfasert, die Industrie zieht ab – und statt den Anpassungsschmerz auszuhalten, greift die Politik zur Kreditspritze.

Der Herbst der Reformen fand nicht statt

Der Herbst der Reformen kam ohne Reformen. Der Winter ebenso. Im Frühjahr soll es dann so weit sein – versprochen. Man kennt das Muster. Während die Regierenden Ankündigungen produzieren, produziert das Land Insolvenzen und Abwanderung.

Besonders bitter: Der gigantische Schuldenschlag hat nicht einmal ein ordentliches Konjunkturstrohfeuer entfacht. Ein libertärer Ökonom wie Roland Baader hätte wohl trocken angemerkt, dass es keinen Weg gebe, den Zusammenbruch eines durch Kreditexpansion erzeugten Booms zu vermeiden. Nur: In Deutschland gibt es nicht einmal einen Boom, den man zusammenbrechen lassen könnte. Nur die Schulden sind da.

Der eigentliche Webfehler: Geld aus dem Nichts

Dahinter steht ein größeres Problem, das kaum jemand auszusprechen wagt. Eine Notenbank als Gelddruckmaschine der Politik zu rehabilitieren, war der zivilisatorische Konstruktionsfehler unserer Zeit. Kredit aus dem Nichts finanziert Kriege, absurde Großprojekte und ideologische Umbauprogramme, deren Rechnung immer erst der Nachwelt präsentiert wird. Zentralplanung mit Luftkredit ist kein Geschäftsmodell – sie ist ein Aufschub.

Wer sein Vermögen schützen will, sollte deshalb wissen, was der Unterschied zwischen einem Zahlungsversprechen und einem Sachwert ist. Physisches Gold und Silber tragen kein Rating, weil sie keines brauchen. Sie sind niemandes Verbindlichkeit. Genau das macht sie in Zeiten, in denen Staaten ihre Kreditwürdigkeit verspielen, zur sinnvollen Beimischung eines breit gestreuten Vermögens.

Welches Rating verdiente diese Politik?

Die Frage ist nicht, ob eine Herabstufung kommt. Die Frage ist, wann – und ob die politische Klasse in Berlin dann endlich begreift, dass Wohlstand aus Fleiß, Sparen, stabilem Geld und funktionierenden Märkten entsteht. Nicht aus Sondervermögen mit hübschen Namen. Nach Auffassung unserer Redaktion – und, wie Umfragen nahelegen, eines wachsenden Teils der Bevölkerung – braucht dieses Land eine Politik, die wieder für Deutschland arbeitet statt gegen es.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt ausschließlich die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Leser ist verpflichtet, eigenständig zu recherchieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen selbst. Eine Steuer- oder Rechtsberatung findet ebenfalls nicht statt; wenden Sie sich hierfür an einen qualifizierten Berater. Eine Haftung für Vermögensschäden wird ausdrücklich ausgeschlossen.

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