
Diesel-Deal mit Putin: Trump holt russischen Sprit nach Amerika!

Russland schickt am Donnerstag seinen ersten Tanker mit Diesel in die USA. Nach Angaben von Vizepremier Alexander Nowak hat das Schiff 40.000 Tonnen geladen. Es ist der Auftakt eines Treibstoff-Deals zwischen Donald Trump und Wladimir Putin, mitten in einer weltweiten Raffineriekrise. Wer hätte das vor einem Jahr für möglich gehalten?
Ein Tanker, große Versprechen
Die russische Wirtschaftszeitung Wedomosti gibt Nowak so wieder: Weitere Lieferungen würden selbstverständlich folgen. Die beiden Präsidenten hätten sich geeinigt, und Russland werde den Bedarf der USA decken, soweit die eigenen Kapazitäten das zuließen.
Trump hat die Messlatte deutlich höher gelegt. Nach seinen Worten soll Russland sofort 300.000 Tonnen exportieren, das sind rund 2,25 Millionen Barrel. Im November sollen 500.000 Tonnen folgen, danach eine Million Tonnen.
Kritiker halten die erste Lieferung für Symbolpolitik. Medienberichten zufolge entsprechen die 40.000 Tonnen nur etwa 13 Prozent der angekündigten ersten Tranche. Die Amerikaner verbrauchen diese Menge in weniger als zwei Stunden. Ein Tropfen auf den heißen Motorblock also.
Dank aus Washington, Dünger aus Moskau
Ort der Annäherung war St. Petersburg. Dort traf US-Sondergesandter Steve Witkoff den Kremlchef zu Friedensgesprächen. Witkoff bedankte sich ausdrücklich dafür, dass Putin die Exportkontrollen für Diesel aufgehoben habe. Davon profitierten nicht nur die USA, sondern auch der Rest der Welt. Der Präsident sei dafür zutiefst dankbar, ebenso Farmer und Lkw-Fahrer, die unter der Dieselkrise gelitten hätten.
Putin nutzte die Bühne. Man bereite gerade mehrere Tanker vor, die nacheinander auslaufen sollen. Vorher müsse jedoch die finanzielle Seite geklärt sein. Außerdem bot er den USA „große Mengen“ Dünger an. Nach den Ankündigungen beider Seiten seien die Preise am Weltmarkt um fünf bis sechs Prozent gefallen, behauptete der Kremlchef.
Laut Medienberichten ließ Putin zudem den inhaftierten US-Lehrer Stephen James Hubbard frei und stimmte Dreiergesprächen über einen Frieden zu. Diesel gegen Diplomatie? Beobachter dürften genau hinschauen, welchen Preis Moskau am Ende verlangt.
Hormus als Brandbeschleuniger
Der Hintergrund ist dramatisch. Am Dienstag kletterte die Nordseesorte Brent auf fast 112 Dollar je Barrel, ein Fünfjahreshoch. Gleich zwei Krisenherde treiben den Preis: Ukrainische Angriffe auf russische Energieanlagen haben Raffineriekapazitäten lahmgelegt. Und am Golf droht Iran die Straße von Hormus zu blockieren, eine der wichtigsten Öl-Routen der Welt.
Eine UBS-Analystin sieht in der Bedrohung der Hormus-Route weiter den Haupttreiber. Irans Erster Vizepräsident habe erklärt, sein Land habe „keine Wahl“, als die Kontrolle über die Wasserstraße zu beanspruchen. Deshalb bleibe ein Risikoaufschlag fest im Preis.
US-Energieminister Chris Wright meint, die Spritpreise hätten ihren Höhepunkt erreicht. Die Internationale Energieagentur und die Energieexperten von Goldman Sachs widersprechen. Sie warnen, die Raffineriekrise werde wohl bis weit ins nächste Jahr andauern.
Und Europa? Schaut zu
Für deutsche Autofahrer, Spediteure und Landwirte ist diese Nachricht bitter. Die EU hat die Einfuhr russischer Ölprodukte schon im Februar 2023 verboten. Washington handelt eigennützig und pragmatisch, Brüssel und Berlin halten an Sanktionspaketen und hohen Abgaben fest. Aus Sicht vieler Kritiker zahlen dafür vor allem Pendler und Mittelstand an der Zapfsäule, während die CO₂-Abgabe die Preise zusätzlich nach oben treibt.
Was der Energieschock für Ihr Geld bedeutet
Die Geschichte ist eindeutig: Ölschocks bringen Inflation. In den Ölkrisen der 1970er-Jahre verloren Sparer massiv an Kaufkraft, während Gold seinen Wert vervielfachte. Wer sein Vermögen gegen Krisen absichern will, für den können physisches Gold und Silber als Beimischung in einem breit gestreuten Portfolio sinnvoll sein.
Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und ist keine Anlageberatung. Jeder Leser muss sich selbst informieren und trägt die Verantwortung für seine Anlageentscheidungen allein.
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