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Kettner Edelmetalle
20.09.2026
07:13 Uhr
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Diesel-Schock: Raffinerie-Ausfall in den USA treibt Preise auf Rekord

Diesel-Schock: Raffinerie-Ausfall in den USA treibt Preise auf Rekord
Symbolbild: KI-generiert

Ein Stromausfall, eine Notfackel – und plötzlich steht eine der größten Diesel-Raffinerien des amerikanischen Mittelwestens still. Exxon Mobil hat seine Anlage im illinoisischen Joliet mit 275.000 Barrel Tageskapazität am Sonntag heruntergefahren. Es ist der jüngste Schlag in einer weltweiten Diesel-Krise, die längst auch Europas Tankstellen erreicht hat.

Wasser im Pumpenhaus, Strom weg, Produktion aus

Auslöser war nach Angaben von Reuters ein Ausfall der Primär- und Sekundärleitungen des Versorgers ComEd. Eine Meldung vom Donnerstag nennt zusätzlich Hochwasser, das eine Pumpe der Anlage überflutet habe.

Exxon erklärte, die Stromversorgung sei am Donnerstag vollständig wiederhergestellt gewesen. Doch Strom ist nicht gleich Produktion: Eine Raffinerie neu anzufahren, dauert Tage, manchmal Wochen.

Joliet liegt rund 40 Meilen südwestlich von Chicago und produziert täglich etwa elf Millionen Gallonen Benzin und Diesel – rund sechs Prozent der Raffineriekapazität im Mittleren Westen und 1,5 Prozent landesweit.

Fünf Bundesstaaten vor dem Preissprung

Patrick De Haan, Chefanalyst von GasBuddy, warnt vor weiteren Aufschlägen rund um die Großen Seen. Ohio trage demnach das höchste Risiko eines kräftigen Sprungs, Wisconsin und Indiana ein mittleres, Michigan und Illinois könnten die Fünf-Dollar-Marke pro Gallone Benzin reißen. Beim Diesel rechnet er in den meisten dieser Regionen mit moderaten bis großen Aufschlägen.

„Spot-Dieselpreise in den Großen Seen sind jetzt die höchsten des Landes … 240 Dollar pro Barrel“, schrieb De Haan auf X.

Landesweit meldet der Automobilclub AAA einen Rekord von 6,45 Dollar je Gallone Diesel. Zur Einordnung: Anfang September lag der Schnitt laut Branchenberichten noch bei 5,90 Dollar – vor einem Jahr bei rund 3,70 Dollar.

Die eigentliche Ursache liegt nicht in Illinois

Joliet ist nur der Funke. Das Pulverfass wurde anderswo gefüllt: Die Internationale Energieagentur verweist auf fehlende Diesel-Exporte aus dem Nahen Osten und Russland – im August rund 1,6 Millionen Barrel pro Tag weniger als im Februar. Vitol-Chef Russell Hardy sprach auf einer Branchenkonferenz von jeweils rund zwei Millionen fehlenden Barrel täglich aus Russland und der Golfregion.

Dazu kommen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien, ein russisches Exportverbot und knappere chinesische Exportquoten. Die Raffineriemargen sind entsprechend explodiert: In Nordwesteuropa lagen sie laut IEA Anfang September über 100 Dollar je Barrel.

Und Europa? Zahlt längst mit

Der Weltverband der Straßentransportwirtschaft IRU meldet für die EU am 17. September einen gewichteten Durchschnittspreis von 2,26 Euro je Liter Diesel – ein Plus von 38 Prozent seit Ende Februar und damit ein neuer Rekord.

Diesel ist kein Luxusgut, sondern das Blut der Volkswirtschaft: Lkw, Traktoren, Bagger, Notstromaggregate. Wenn dieser Treibstoff sich binnen Monaten verteuert, wandert der Preis über Speditionen und Supermärkte direkt in den Warenkorb. Goldman-Sachs-Analysten warnten zuletzt, die Diesel-Knappheit könne auch Benzin verteuern, weil Raffinerien die lukrativere Marge bevorzugen.

Für deutsche Verbraucher ist das bitter – zumal hierzulande Energiesteuern, CO2-Bepreisung und regulatorische Auflagen die Rechnung zusätzlich nach oben treiben. Aus Sicht unserer Redaktion zeigt die Krise schonungslos, wie verwundbar eine Industrienation ohne robuste eigene Energieversorgung geworden ist.

Wer sein Vermögen gegen solche Inflationswellen absichern will, setzt traditionell auf Sachwerte. Physisches Gold und Silber haben sich über Jahrhunderte als Kaufkraftanker in Energie- und Währungskrisen bewährt – als Beimischung in einem breit gestreuten Vermögen.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir geben keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen. Jeder Leser ist für seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenständig recherchieren.

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