
Diesel über 2 Euro: Diebe zapfen tausende Liter ab!

Seit dem Auslaufen des Tankrabatts am 30. Juni melden Polizeibehörden in mehreren Bundesländern neue Fälle von Kraftstoffdiebstahl. Allein in Versmold, Münster und Sachsen verschwanden nach Angaben der Ermittler zusammen mehr als 5.000 Liter Diesel. Auch in Brandenburg griffen Unbekannte auf abgestellte Lastwagen zu.
Der Grund für die neue Attraktivität des Treibstoffs liegt auf der Hand: Diesel kostet wieder mehr als zwei Euro je Liter. Was früher als Bagatelle galt, ist heute eine lohnende Beute.
Vom Steuergeschenk zum Preisschock
Die Rechnung ist bitter simpel. Mit dem Wegfall der befristeten Entlastung von 17 Cent je Liter sprang der Dieselpreis laut Auswertungen bereits vom 30. Juni auf den 1. Juli um durchschnittlich 10,4 Cent nach oben. Danach ging es weiter bergauf.
Das Bundeskartellamt ermittelte für Juli einen Durchschnittspreis von 2,097 Euro je Liter Diesel. Nach ADAC-Zahlen kostete der Liter am 5. Juli im Tagesmittel noch 1,946 Euro – am 31. Juli waren es 2,225 Euro. Ein Plus von fast 28 Cent binnen weniger Wochen.
Der Automobilclub kritisiert diese Entwicklung deutlich: Der Rohölpreis sei zwar zum 23. Juli kurzzeitig über 100 Dollar je Barrel gestiegen, zum Monatsende jedoch auf deutlich unter 90 Dollar gefallen – die Spritpreise hätten trotzdem nicht entsprechend nachgegeben. Der ADAC fordert deshalb eine kritische Prüfung der Raffinerie- und Großhandelspreise durch das Bundeskartellamt.
2.000 Liter aus einer manipulierten Zapfsäule
Wie professionell einzelne Täter offenbar vorgehen, zeigt ein Fall in Versmold-Peckeloh. Ein 34-Jähriger soll dort am 2. August eine Selbstbedienungszapfsäule manipuliert und anschließend zwei Tanks mit rund 2.000 Litern Diesel befüllt haben. Zeugen wunderten sich über den endlos langen Tankvorgang und riefen die Polizei. Ein Richter ordnete Untersuchungshaft an – es gilt die Unschuldsvermutung.
In Sachsen verschwanden am 22. und 23. Juli ebenfalls über 2.000 Liter: rund 1.000 Liter aus drei Straßenbauwalzen bei Aue-Bad Schlema, mehr als 1.000 Liter aus einem Fahrzeug auf einem Parkplatz an der A72 bei Niedercrinitz. Auslaufender Kraftstoff verursachte in Aue-Bad Schlema einen geschätzten Sachschaden von 20.000 Euro.
Baustellen, Rastplätze, Speditionen – die neuen Tatorte
In Münster zapften Täter zwischen dem 10. und 13. Juli rund 1.000 Liter von einer Baustelle ab, nachdem sie den Bauzaun geöffnet hatten. Anfang August traf es einen Lkw an der A2 in Brandenburg: Während der Fahrer seine gesetzliche Ruhezeit einhielt, verschwanden rund 100 Liter aus dem Tank eines Aggregats.
Eine bundesweite Statistik für die Wochen seit Juli fehlt bislang. Ein flächendeckender Anstieg lässt sich also nicht belegen. Klar ist aber: 1.000 Liter Diesel entsprachen im Juli rechnerisch fast 2.100 Euro Tankstellenwert.
Wenn der Staat mitverdient
Aus Sicht unserer Redaktion ist das mehr als eine Kriminalstatistik-Randnotiz. Energiesteuer, CO2-Abgabe und Mehrwertsteuer machen einen erheblichen Teil des Preises aus – der Staat kassiert bei jedem Preissprung automatisch mit. Wer täglich pendelt, Handwerker beschäftigt oder eine Spedition führt, zahlt die Zeche.
Politisch wurde die Entlastung ersatzlos gestrichen, statt sie durch eine dauerhaft niedrigere Belastung zu ersetzen. Kritiker sehen darin ein Musterbeispiel für eine Abgabenpolitik, die den Mittelstand schleichend auszehrt.
Der Kaufkraftverlust an der Zapfsäule zeigt, wie schnell Papierwerte schrumpfen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber gelten vielen Bürgern seit Generationen als bewährte Ergänzung zur Vermögenssicherung in einem breit gestreuten Portfolio.
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar. Er gibt die Einschätzung unserer Redaktion auf Basis der uns vorliegenden Informationen wieder. Jeder Anleger muss eigene Recherchen anstellen und trägt die Verantwortung für seine Entscheidungen selbst.

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