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Kettner Edelmetalle
14.07.2026
05:51 Uhr

DNA-Jagd im „Weißen Riesen“: Wenn ein ganzes Hochhaus unter Generalverdacht steht

Es sind Bilder, die eigentlich in einen Krimi gehören – doch sie spielen sich in der Realität ab, mitten in Deutschland, mitten in Kiel. Rund 200 Einsatzkräfte rückten am frühen Dienstagmorgen um sechs Uhr in das berüchtigte Hochhaus mit dem Spitznamen „Weißer Riese“ im Stadtteil Mettenhof ein. Das Gebäude wurde weiträumig abgeriegelt, die Bewohner durften es zunächst nicht verlassen. Wohnung für Wohnung, Etage für Etage arbeiteten sich die Ermittler durch die 242 Wohnungen auf 22 Stockwerken. An jeder Tür wurde geklingelt. Und beinahe jeder Bewohner soll eine DNA-Probe abgeben.

Ein feiger Anschlag mit fast tödlichem Ausgang

Was war geschehen? In der Nacht zum 2. Juli wurde ein mehrere Kilogramm schweres Stück einer Gehwegplatte aus einer der Wohnungen auf einen vorbeifahrenden Streifenwagen geworfen. Der massive Betonbrocken – rund zehn mal zwanzig mal fünf Zentimeter groß – durchschlug die Frontscheibe des Polizeifahrzeugs. Eine 25-jährige Polizistin wurde an Hand und Sprunggelenk so schwer verletzt, dass sie bis heute dienstunfähig ist. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Mordes.

Man stelle sich das einen Moment lang vor: Eine junge Frau, die ihren Dienst für die Allgemeinheit verrichtet, wird beinahe erschlagen. Aus purer Feigheit, aus dem Schutz der Anonymität eines Hochhauses heraus. Wer so handelt, hat mit unserer Rechtsordnung längst gebrochen.

Wenn die DNA-Reihenuntersuchung zum letzten Mittel wird

Weil bis heute unklar ist, aus welcher Wohnung der tödliche Wurf kam, und weil selbst eine ausgesetzte Belohnung von 1000 Euro keinerlei verwertbare Hinweise brachte, greifen die Ermittler nun zu einem außergewöhnlichen Mittel. Auf dem sichergestellten Stein fanden sich DNA-Spuren. Das Amtsgericht Kiel ordnete daraufhin eine DNA-Reihenuntersuchung an – betroffen ist praktisch jeder, der am Kurt-Schumacher-Platz 1 gemeldet ist oder dort tatsächlich wohnt und zum Tatzeitpunkt das 14. Lebensjahr vollendet hatte.

Ein ganzes Hochhaus unter Verdacht – weil offenbar niemand bereit ist, den Täter zu benennen. Das Schweigen der Gemeinschaft spricht dabei Bände.

Unterstützt von Drohnen und von der Bereitschaftspolizei aus Eutin, begleitet von einer Staatsanwältin vor Ort, läuft die Fahndungsmaßnahme auf Hochtouren. Nahezu die gesamte Bewohnerschaft steht im Fokus. Ein bemerkenswerter Vorgang, der zeigt, wie tief die Verhältnisse in manchen Vierteln bereits gesunken sind.

Ein Brennpunkt mit System

Der „Weiße Riese“ macht seit Jahren Schlagzeilen – wegen seines maroden baulichen Zustands und wegen der sozialen Probleme, die sich dort verdichten. Allein im Jahr 2025 rückte die Polizei nach Angaben einer Sprecherin bereits 107-mal zu diesem einen Gebäude aus. Man lasse sich diese Zahl auf der Zunge zergehen: Mehr als hundert Einsätze in einem einzigen Jahr, an einer einzigen Adresse.

Ist das noch normal? Ist das der Zustand, den wir als Gesellschaft hinzunehmen bereit sind? Wer wissen will, wohin eine jahrzehntelange Politik des Wegschauens und der falschen Prioritäten führt, findet die Antwort in Betonhochhäusern wie diesem. Die zunehmende Verrohung, die Attacken auf Einsatzkräfte, die Kriminalität auf Rekordniveau – all das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis politischer Fehlentscheidungen. Es ist die Überzeugung eines Großteils der Bürger dieses Landes, dass es endlich Politiker braucht, die wieder für Deutschland und für seine Ordnung eintreten, statt sie schleichend preiszugeben.

Man wünscht der verletzten Polizistin von Herzen eine vollständige Genesung. Und man wünscht sich einen Rechtsstaat, der solche Täter nicht mit Samthandschuhen anfasst, sondern mit aller Konsequenz zur Rechenschaft zieht.

Hinweis der Redaktion: Der vorliegende Beitrag gibt die Einschätzung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Es gilt für alle Beteiligten die Unschuldsvermutung, solange keine rechtskräftige Verurteilung vorliegt.

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