
Doppelte Abfuhr auf hoher See: Warum ein „All-Gay-Kreuzfahrtschiff“ weder in der Türkei noch in Ägypten willkommen ist
Es ist eine Geschichte, die viel über die klaffenden Wertekonflikte unserer Zeit verrät. Ein Kreuzfahrtschiff, gebucht von rund 2.000 überwiegend schwulen Männern, sucht im östlichen Mittelmeer einen Hafen – und wird gleich zweimal abgewiesen. Erst durch die Türkei, dann durch Ägypten. Zwei muslimisch geprägte Staaten machen unmissverständlich klar, dass sie über ihre eigenen Grenzen selbst entscheiden. Ein Vorgang, der in westlichen Redaktionsstuben für Empörung sorgt, aber bei genauerem Hinsehen eine unbequeme Wahrheit offenbart.
Was genau geschehen ist
Bei dem Schiff handelt es sich um die Scarlet Lady der Reederei Virgin Voyages. Gechartert wurde die Reise vom US-Veranstalter Atlantis Events, einem Unternehmen, das seit Jahrzehnten Reisen ausschließlich für schwule Männer organisiert und die aktuelle Fahrt selbst offensiv als „all-gay cruise“ bewirbt. Ursprünglich sollte das Schiff im ägyptischen Alexandria anlegen. Doch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, so berichten es britische Medien, sei den Passagieren über die Bord-App mitgeteilt worden, dass eine Einfahrt in ägyptische Gewässer nicht gestattet werde. Eine offizielle Begründung der Behörden habe es nicht gegeben – der Zusammenhang mit der thematischen Ausrichtung der Reise dürfte jedoch auf der Hand liegen.
Bereits Ende Juni hatten türkische Behörden dem Schiff das Anlegen in Kuşadası und Istanbul verweigert. Die Provinzverwaltung von Aydın begründete die Entscheidung damit, dass die Reise gegen „moralische Werte“ verstoße und in der Gesellschaft „großes Unbehagen“ ausgelöst habe.
Ein Veranstalter, der aus allen Wolken fällt
Unternehmenschef Rich Campbell zeigte sich in einer Mitteilung an die Reiseteilnehmer überrascht. Es sei in der langen Firmengeschichte das erste Mal, dass eine Reise durch mutmaßlich politische Entscheidungen zurückgewiesen worden sei, so Campbell sinngemäß. Ägypten war ursprünglich erst nach der türkischen Absage als Ersatzziel in den Plan aufgenommen worden. Nun soll die Route über Mittelmeerhäfen innerhalb der EU führen. Auch die für einen Bordauftritt gebuchte US-Sängerin Patti LuPone meldete sich schockiert, aber kämpferisch zu Wort und erklärte, sie sei bereit, für die Männer an Bord aufzutreten.
Die Frage, die niemand stellen möchte
Man muss weder die Route dieser Kreuzfahrt gutheißen noch die Neigungen ihrer Passagiere teilen, um die eigentliche Pointe zu erkennen. Denn hier prallen zwei Welten aufeinander, die in der deutschen Debatte gerne kunstvoll ineinander verwoben werden. Auf der einen Seite steht ein westlicher Zeitgeist, der jede Absage sofort als Diskriminierung geißelt. Auf der anderen Seite stehen souveräne Staaten, die schlicht bestimmen, wer ihre Häfen betreten darf und wer nicht.
Es bleibt jedem Land selbst überlassen, für welche Gäste es seine Grenzen öffnet – und für welche nicht. Genau das nennt man staatliche Souveränität.
Und hier wird es interessant. Ausgerechnet jene politischen Kreise, die uns hierzulande unentwegt predigen, „der Islam gehöre zu Deutschland“, verstummen auffällig, wenn islamisch geprägte Staaten mit exakt jenen Werten ernst machen, die man in Berlin als „intolerant“ und „rückständig“ brandmarken würde. Wie passt das zusammen? Die Antwort lautet: Es passt eben nicht. Die vielbeschworene Kompatibilität zwischen weiten Teilen der islamischen Welt und der westlichen Vorstellung grenzenloser Buntheit existiert schlicht nicht – auch wenn man sie in deutschen Talkshows Abend für Abend herbeiredet.
Selektive Empörung als Prinzip
Man stelle sich für einen Moment vor, ein europäischer Staat hätte einem solchen Schiff die Einfahrt verweigert. Der mediale Aufschrei wäre ohrenbetäubend gewesen, die Rücktrittsforderungen kaum zählbar. Doch weil die Absage aus Ankara und Kairo kommt, wählt man den leisen Ton. Diese doppelten Standards sind es, die viele Bürger unseres Landes längst durchschaut haben. Man kann nicht auf der einen Seite unbegrenzte Zuwanderung aus Kulturkreisen feiern, in denen Homosexualität teils drakonisch verfolgt wird, und gleichzeitig so tun, als ließen sich diese Widersprüche durch bunte Fahnen und Sonntagsreden auflösen.
Europa, so ließe sich sarkastisch anmerken, hatte einmal selbst gewachsene Werte und Traditionen, die es zu bewahren wusste – heute gibt man sie unter politischem Druck bereitwillig auf. Der Rest der Welt hingegen denkt gar nicht daran, es uns gleichzutun. Vielleicht sollte man in Berlin genau darüber einmal ernsthaft nachdenken, statt reflexartig mit dem moralischen Zeigefinger zu wedeln.
Was bleibt
Die Scarlet Lady wird ihren Weg in europäische Häfen finden, wo man sie mit offenen Armen empfängt. Die eigentliche Lehre dieser Episode aber liegt tiefer: Sie führt vor Augen, wie tief die kulturelle Kluft tatsächlich ist – jene Kluft, die eine unehrliche Migrations- und Integrationspolitik seit Jahren beharrlich unter den Teppich kehrt. Wer wirklich für gesellschaftlichen Zusammenhalt eintreten will, muss diese Realitäten benennen dürfen, ohne gleich in eine Schublade gesteckt zu werden. Genau das erwartet auch ein Großteil der Menschen in diesem Land von einer Politik, die endlich wieder für Deutschland und nicht gegen es regieren sollte.
In Zeiten, in denen politische Gewissheiten von heute auf morgen verworfen werden und die Verlässlichkeit staatlicher Institutionen bröckelt, zeigt sich einmal mehr, wie wertvoll Beständigkeit ist. Wer sein Vermögen langfristig sichern möchte, sollte auf bewährte Sachwerte setzen. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben über Jahrhunderte hinweg bewiesen, dass sie unabhängig von politischen Moden und ideologischen Verwerfungen ihren Wert bewahren – eine sinnvolle Beimischung für jedes breit gestreute und krisenfeste Portfolio.

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