
Drohgebärden aus Washington: US-Botschafter setzt Kanada wegen Kampfjet-Deal unter massiven Druck

Die transatlantischen Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihrem nördlichen Nachbarn Kanada erreichen einen neuen Tiefpunkt. US-Botschafter Pete Hoekstra hat Ottawa unmissverständlich vor den Konsequenzen gewarnt, sollte die kanadische Regierung den geplanten Kauf von 88 amerikanischen F-35-Kampfjets nicht wie vereinbart durchführen. Was sich hier abspielt, ist nichts Geringeres als ein diplomatischer Machtkampf, der die jahrzehntelange Verteidigungspartnerschaft zwischen beiden Ländern grundlegend erschüttern könnte.
Washington droht mit amerikanischen Jets über kanadischem Territorium
Die Worte des US-Diplomaten lassen an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig. Sollte Kanada seine Verteidigungsfähigkeiten nicht wie geplant mit amerikanischen Kampfjets ausbauen, müssten die Vereinigten Staaten diese Lücke selbst füllen – und zwar mit eigenen Flugzeugen im kanadischen Luftraum. „NORAD müsste verändert werden", so Hoekstra in einem Interview mit CBC News, ohne jedoch konkrete Details zu nennen.
Das North American Air Defence Command, jene jahrzehntealte Partnerschaft zur gemeinsamen Luftraumüberwachung, steht damit plötzlich zur Disposition. Eine Vereinbarung, die bislang den Einsatz des jeweils nächstgelegenen Flugzeugs erlaubte – unabhängig von der Nationalität – könnte unter Trumps Regierung zum Druckmittel umfunktioniert werden.
Dänemark warnt eindringlich vor amerikanischer Abhängigkeit
Besonders brisant erscheint in diesem Zusammenhang die Warnung aus Dänemark. Rasmus Jarlov, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses im dänischen Parlament, rät Kanada unmissverständlich vom Kauf ab:
„Wählt einen anderen Kampfjet. Die Maschinen sind etwa die Hälfte der Zeit in Reparatur, und die Amerikaner haben die volle Macht, unsere Luftwaffe zu zerstören, indem sie die Ersatzteillieferungen einstellen."
Diese Aussage sollte jeden aufhorchen lassen, der sich mit Fragen der nationalen Souveränität und strategischen Unabhängigkeit beschäftigt. Wer sich in vollständige Abhängigkeit von amerikanischer Militärtechnologie begibt, liefert sich im Ernstfall einem Partner aus, dessen Zuverlässigkeit unter der aktuellen Administration mehr als fragwürdig erscheint.
Schwedische Alternative findet breite Unterstützung in der Bevölkerung
Der neue kanadische Verteidigungsminister hat bereits angekündigt, sich nach Alternativen umzusehen. Die schwedische Gripen steht dabei im Fokus – und findet erstaunlich breite Zustimmung. Eine Umfrage von Ekos Politics ergab, dass 72 Prozent der Kanadier die Integration des schwedischen Kampfjets befürworten würden. Die Bevölkerung scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben.
Natürlich würde eine gemischte Flotte die kanadische Luftwaffe vor zusätzliche logistische Herausforderungen stellen. Zwei verschiedene Wartungsinfrastrukturen müssten unterhalten werden. Doch ist dieser Preis nicht allemal geringer als die vollständige Abhängigkeit von einem zunehmend unberechenbaren Partner?
Trumps Annexionsphantasien vergiften das Klima
Die Spannungen zwischen beiden Ländern haben eine Vorgeschichte. Trumps wiederholte Äußerungen über Kanada als potentiellen 51. US-Bundesstaat sowie seine aggressiven Zolldrohungen haben das Verhältnis nachhaltig beschädigt. Premierminister Mark Carney kritisierte beim Weltwirtschaftsforum in Davos scharf, dass Großmächte wie die USA wirtschaftliche Verflechtungen als Waffen einsetzen würden.
Die Reaktion aus Washington ließ nicht lange auf sich warten: Trump lud Carney kurzerhand aus seinem internationalen Friedensrat wieder aus. Ein diplomatischer Affront, der das wahre Gesicht der aktuellen US-Außenpolitik offenbart.
Was wir hier beobachten, ist ein Lehrstück darüber, wie schnell vermeintlich unerschütterliche Bündnisse ins Wanken geraten können, wenn eine Seite beginnt, Partnerschaft mit Unterwerfung zu verwechseln. Kanada täte gut daran, seine strategische Unabhängigkeit zu wahren – auch wenn der Preis dafür amerikanische Kampfjets über dem eigenen Territorium sein sollten.

- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik











