
Dunkelfeldstudie zu Gewalt in Deutschland: Was die Regierung jetzt erstmals offenlegt
An diesem Dienstag präsentiert die Bundesregierung eine Studie, die es in dieser Form noch nie gegeben hat. Erstmals wird das tatsächliche Ausmaß von Gewalt in Familien, Partnerschaften und im öffentlichen Raum systematisch erfasst – jenseits der bekannten Polizeilichen Kriminalstatistik, die bekanntlich nur die Spitze des Eisbergs abbildet. Die Frage, die sich jeder vernünftige Bürger stellen muss, lautet: Warum erst jetzt?
Das Dunkelfeld: Wo die offizielle Statistik versagt
Die jährlich veröffentlichte Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) erfasst ausschließlich jene Straftaten, die den Behörden auch tatsächlich gemeldet werden. Bei Delikten wie Vergewaltigung, häuslicher Gewalt oder verbaler sexueller Belästigung deuten frühere Untersuchungen jedoch auf ein enormes Dunkelfeld hin. Wie viele Opfer schweigen? Wie viele Taten werden nie angezeigt? Genau diese Lücke soll die neue Studie mit dem sperrigen Titel „Lebenssituation, Sicherheit und Belastung im Alltag" – kurz LeSuBiA – nun schließen.
Dass der Studientitel das Wort „Gewalt" bewusst vermeidet, mag auf den ersten Blick irritieren. Dahinter steckt allerdings methodische Überlegung: Ein Titel, der explizit auf Gewalt verweist, hätte vor allem Betroffene zur Teilnahme motivieren können – und damit die Ergebnisse verzerrt. Ein nachvollziehbarer Ansatz, wenngleich man sich fragen darf, ob diese Vorsicht nicht auch symptomatisch ist für eine politische Kultur, die unangenehme Wahrheiten gerne hinter Euphemismen versteckt.
Istanbul-Konvention als Auslöser – doch die Studie geht weiter
Formal erfüllt die Bundesregierung mit dieser Dunkelfeldstudie eine Verpflichtung aus der sogenannten Istanbul-Konvention, jenem internationalen Abkommen zur Verhinderung von Gewalt gegen Frauen. Doch die Studie geht über diesen Rahmen hinaus: Sie nimmt nicht nur Frauen, sondern alle Menschen in Deutschland als potenziell Betroffene in den Blick. Das ist bemerkenswert – und überfällig. Denn Gewalt kennt kein Geschlecht, auch wenn die öffentliche Debatte bisweilen einen anderen Eindruck erweckt.
Federführend betreut wurde das Projekt vom Bundeskriminalamt (BKA). Konzipiert und umgesetzt haben es das Bundesinnenministerium und das Familienministerium gemeinsam, wobei die Vorbereitungen bereits vor der gescheiterten Ampel-Koalition begonnen hatten. Vorgestellt werden die Ergebnisse nun von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), Bundesfamilienministerin Karin Prien (CDU) und BKA-Präsident Holger Münch. Mehrere Tausend Menschen wurden bundesweit für die Erhebung befragt.
Die unbequeme Wahrheit hinter den Zahlen
Man darf gespannt sein, welche Erkenntnisse die Studie zutage fördert. Denn eines ist klar: Deutschland hat ein massives Sicherheitsproblem. Die Kriminalität befindet sich auf einem Rekordniveau, Messerangriffe gehören mittlerweile zum traurigen Alltag, und das Vertrauen der Bevölkerung in die Fähigkeit des Staates, seine Bürger zu schützen, schwindet rapide. Es ist die bittere Ernte einer jahrelangen Fehlpolitik, die Sicherheit zugunsten ideologischer Projekte vernachlässigt hat.
Ob die neue Große Koalition unter Friedrich Merz den Mut aufbringt, aus den Ergebnissen dieser Studie auch tatsächlich konsequente politische Maßnahmen abzuleiten, bleibt abzuwarten. Denn Studien allein schützen niemanden. Was Deutschland braucht, sind Politiker, die wieder für die Sicherheit ihrer Bürger einstehen – und nicht nur Papiere produzieren, die in Schubladen verschwinden. Das ist nicht nur die Meinung unserer Redaktion, sondern entspricht dem Empfinden eines Großteils der deutschen Bevölkerung, die sich in ihrem eigenen Land zunehmend unsicher fühlt.
Die Dunkelfeldstudie könnte ein wichtiger erster Schritt sein. Aber eben nur ein erster. Entscheidend wird sein, ob auf Erkenntnis auch Handlung folgt – oder ob wir uns weiterhin mit wohlklingenden Studientiteln begnügen, während die Realität auf den Straßen eine ganz andere Sprache spricht.

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