
Edelmetall-Rally auf dem PrĂŒfstand: Warum Gold und Silber die wahren Sieger bleiben

Es knistert an den RohstoffmĂ€rkten. Nach Wochen des Verkaufsdrucks haben sich Gold und Silber in den vergangenen Tagen krĂ€ftig erholt â und schon eilen die ĂŒblichen Auguren der groĂen BankhĂ€user herbei, um dem Aufschwung die FlĂŒgel zu stutzen. Ein bemerkenswertes Schauspiel, das eines deutlich macht: Wer das Wesen echter Werte verstanden hat, lĂ€sst sich von kurzfristigem Zahlengewitter nicht beeindrucken.
Die nackten Zahlen sprechen eine klare Sprache
Am Mittwochmorgen notierte Silber im frĂŒhen Handel bei rund 59,47 Dollar je Unze â ein satter Sprung von etwa 6,3 Prozent gegenĂŒber dem Vorwochenschluss von 55,90 Dollar. Auch das gelbe Metall legte im selben Zeitraum um rund 2,4 Prozent zu und kletterte auf etwa 4.119 Dollar je Unze. Von ihren RekordstĂ€nden Ende Januar â Gold bei sagenhaften 5.589 Dollar, Silber bei schwindelerregenden 121 Dollar â sind beide zwar noch ein gutes StĂŒck entfernt. Doch der Blick auf diese HöchststĂ€nde zeigt, welche gewaltige AufwĂ€rtsbewegung diese Metalle bereits hinter sich haben.
Wenn Analysten nur âSchnĂ€ppchenjagd" sehen wollen
Die Rohstoffstrategen der ING erklĂ€rten die jĂŒngsten Gewinne kurzerhand zur bloĂen âSchnĂ€ppchenjagd nach jĂŒngster SchwĂ€che" â und nicht etwa zu einer echten Verschiebung des geopolitischen oder makroökonomischen Umfelds. Man könnte fast schmunzeln ĂŒber diese Formulierung. Denn seit wann muss eine Verschiebung erst amtlich beglaubigt werden, damit kluge Anleger reagieren dĂŒrfen?
Höhere Zinsen und ein festerer US-Dollar hĂ€tten dem Glanz der Edelmetalle etwas genommen, so die Argumentation. Zugleich rĂ€umten die Experten jedoch ein, dass die Spannungen im Nahen Osten weiterhin stĂŒtzend wirkten. Ein Widerspruch, den man kaum ĂŒberhören kann.
âSilber könnte weiter ĂŒberdurchschnittlich abschneiden, wenn die StĂ€rke bei den Industriemetallen anhĂ€lt â flankiert von der Nachfrage nach sicheren HĂ€fen", so die ING-Analysten sinngemĂ€Ă.
Silber â das unterschĂ€tzte Doppeltalent
Genau hier liegt der springende Punkt. Silber ist eben nicht bloĂ ein monetĂ€res Edelmetall, sondern zugleich ein unverzichtbarer industrieller Rohstoff. Ob in Solarzellen, in der Elektronik oder â wie es die Marktbeobachter betonten â in der viel beschworenen KI-Revolution mit ihren Supercomputern: Ohne Silber lĂ€uft schlicht nichts. Die verbesserte Stimmung im Bereich der Industriemetalle, insbesondere bei Kupfer, könnte dem Silberpreis zusĂ€tzlichen RĂŒckenwind verleihen.
Die BĂ€ren der GroĂbanken und ihr âTodeskreuz"
Ganz anders klingt es bei der Bank of America. Dort wittert man das Potenzial fĂŒr weitere Kursverluste beim Gold und verweist dramatisch auf ein sogenanntes âTodeskreuz" â jenes Chartmuster, bei dem der kurzfristige Durchschnitt unter den langfristigen fĂ€llt. Ein technisches Signal, gewiss. Doch wer sich allein von solchen Mustern leiten lĂ€sst, verkennt die fundamentale RealitĂ€t. UBS wiederum senkte ihre Marke fĂŒr einen attraktiven Einstieg von rund 55 auf 48 bis 50 Dollar und warnte vor âanhaltenden Gegenwinden". Man darf gespannt sein, wie lange diese Vorsicht Bestand hat.
Der Blick der Praktiker: Kein gebrochener Bullenmarkt
Erfrischend nĂŒchtern Ă€uĂerte sich hingegen die Chefin des US-Edelmetallentwicklers Hycroft Mining. Sie bezeichnete die jĂŒngste Preiskorrektur schlicht als ânormale Korrektur" und stellte klar, dies sei âkein gebrochener Bullenmarkt". Ihre entscheidende Beobachtung sollte jedem Sparer zu denken geben:
âDie Menschen wollen keine harten Vermögenswerte besitzen, die durch die Schulden eines anderen Landes gedeckt sind â und wir sehen 17 Monate ununterbrochene KĂ€ufe der Zentralbanken."
Gold habe die US-Staatsanleihen als wichtigste Anlageklasse ĂŒberholt und werde zunehmend zur Architektur des Finanzsystems. Ein Satz, der in Zeiten ausufernder Staatsverschuldung â man denke nur an das deutsche 500-Milliarden-Sondervermögen und die im Grundgesetz verankerte Schuldenorgie â wie ein Weckruf klingt.
Was die NervositÀt der Banken wirklich verrÀt
WĂ€hrend in Berlin und BrĂŒssel munter neue Schulden gemacht werden und Politiker Versprechen brechen, kaum dass die Tinte unter dem Koalitionsvertrag getrocknet ist, kaufen die Notenbanken dieser Welt seit anderthalb Jahren unermĂŒdlich Gold. Das ist kein Zufall, sondern ein untrĂŒgliches Signal des Misstrauens gegenĂŒber dem papierenen Geldsystem. Die kurzfristigen Prognosen der BankhĂ€user mögen mal so, mal so ausfallen â die langfristige Botschaft der physischen Nachfrage ist eindeutig.
Physische Edelmetalle bleiben, was sie seit Jahrtausenden waren: ein bewĂ€hrter Anker der Vermögenssicherung, unabhĂ€ngig von der BonitĂ€t irgendeines verschuldeten Staates. Als sinnvolle Beimischung zu einem breit gestreuten Vermögen behaupten Gold und Silber ihre Rolle â ganz gleich, welches Chartmuster gerade in Mode ist.
Haftungsausschluss: Dieser Beitrag stellt keine Anlageberatung dar und gibt ausschlieĂlich die Meinung unserer Redaktion sowie die uns vorliegenden Informationen wieder. Die genannten Kursangaben und EinschĂ€tzungen beruhen auf den zum Zeitpunkt der Erstellung verfĂŒgbaren Quellen. Jeder Anleger ist verpflichtet, eigenstĂ€ndig ausreichend zu recherchieren und trĂ€gt die Verantwortung fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst. Wertentwicklungen der Vergangenheit sind kein verlĂ€sslicher Indikator fĂŒr zukĂŒnftige Ergebnisse.

Deutschland Deutschland Das groĂe Live-Webinar am 29. Juli â wie Sie Ihr Vermögen schĂŒtzen, ohne auszuwandern
Live mit Marc Friedrich, Peter Hahne, Philip Hopf, Gerald Grosz, Kay Gottschalk & Tim Kellner â moderiert von Dominik Kettner. 100 % kostenlos.





Die Stimmen des Abends

MarcFriedrich

PeterHahne

PhilipHopf

GeraldGrosz

KayGottschalk

TimKellner
- Kettner Edelmetalle News
- Finanzen
- Wirtschaft
- Politik


















