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Eichhörnchen-Zoff: Gen-Z-Bewegung zerfleischt sich nach Krawall-Nacht

Eichhörnchen-Zoff: Gen-Z-Bewegung zerfleischt sich nach Krawall-Nacht
Symbolbild: KI-generiert

Am 31. Oktober gab es Halloween-Demos in über 30 Städten, danach geplünderte Geschäfte in Frankfurt. Jetzt streitet die Bewegung offen mit sich selbst. Nur wenige Tage nach dem bundesweiten Protesttag liegt die Jugendbewegung „Gen Z regelt“ im Clinch mit sich selbst. Ortsgruppen sagen sich von der Bundesorganisation los – und die Bundesorganisation von den Ortsgruppen.

Im Kern geht es um eine simple Machtfrage: Wer spricht eigentlich für diese Bewegung? Und wie hält sie es mit der Gewalt?

Vom Schülerprotest zur Straßenschlacht

Angetreten war das Bündnis nach eigener Darstellung für bessere Bildung, gegen steigende Lebenshaltungskosten, für mehr Klimaschutz und gegen eine Wehrpflicht. Nach Angaben der Organisatoren gingen bundesweit rund 120.000 Menschen friedlich auf die Straße. Über die auffallend professionelle Webseite hatten sich zuvor mehr als 180.000 Menschen „angemeldet“.

Doch mit der Dunkelheit kippte die Stimmung. In Frankfurt gingen Schaufenster zu Bruch, Geschäfte wurden geplündert, darunter ein Waffengeschäft. Die Polizei räumte die Zeil mit Wasserwerfern. Medienberichten zufolge zählte die Polizei 100 verletzte Beamte und 54 Festnahmen. Auch aus Köln, Hamburg und Stuttgart wurden Ausschreitungen gemeldet.

Ein Bekenntnis zur Gewaltfreiheit – und der Shitstorm

Ausgerechnet eine Absage an Gewalt brachte das Fass zum Überlaufen. Die Dachorganisation erklärte auf Instagram:

„Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeglicher Form der Gewalt sowie von gewalttätigen Handlungen anderer Gruppen oder Einzelpersonen, die nicht Teil unserer Demonstration waren.“

Eigentlich selbstverständlich, sollte man meinen. Teile der eigenen Basis sahen das anders. Kritiker bemängelten, zur angeblichen „Polizeigewalt“ fehle jedes Wort. Ein Aktivist mit dem Pseudonym „Fuchsrevolte“ warf der Bundesorganisation vor, das „Spiel vom Staat“ mitzuspielen. Die Berliner Ortsgruppe distanzierte sich knapp von dem Beitrag.

„Kommt dieses Statement aus dem Kanzleramt?“

Noch heftiger fiel das Echo auf eine zweite Erklärung aus. Darin sagte sich die Dachorganisation von Accounts und Gruppen los, deren Inhalte mit den eigenen nicht vereinbar seien. Als Verantwortlicher der Webseite ist laut Impressum ein nach eigenen Angaben 18-jähriger Abiturient eingetragen. Er tritt als Sprecher auf, doch über ihn ist kaum etwas bekannt.

Die Ortsgruppen Wuppertal, Ravensburg und Stuttgart wiesen die „Spaltung“ fast wortgleich zurück. Ein Bremer Schülerkollektiv fragte, ob die Erklärung aus dem Kanzleramt stamme. Die Konkurrenzgruppe „Gen Z regelt das“ sprach per Video sogar von einer möglichen „Psy-Op vom Verfassungsschutz“. Belege dafür lieferte sie nicht. Ein linker Aktivist nannte die Erklärung „an Lächerlichkeit nur schwer zu übertreffen“. Er hatte Erwachsene im Vorfeld aufgerufen, sich „zwischen die Bullen und unsere jungen Mitmenschen“ zu stellen.

Neongrün statt Orange: Der Bruch wird sichtbar

Inzwischen sieht man die Spaltung auch. „Gen Z regelt“ bleibt bei Orange-Schwarz und dem Eichhörnchen als Symbol. „Gen Z regelt das“ tritt seit Wochenbeginn in Neongrün und Schwarz auf, mit der Silhouette eines kämpferisch blickenden Gesichts. Unter diesem Banner ruft das Bündnis bereits zu einem Aktionstag Mitte November und zum zentralen Jugendprotesttag am 20. November auf.

Berichten zufolge stehen hinter diesem deutlich linkeren Flügel vor allem linksradikale Hochschul- und Jugendgruppen sowie propalästinensische Initiativen. Er soll die Ortsgruppen inzwischen weitgehend steuern. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte schon vor dem 31. Oktober gewarnt: Es gebe konkrete Hinweise, dass Linksextremisten die Proteste unterwandern wollten.

Wer zahlt am Ende die Zeche?

Die Sorgen junger Menschen um bezahlbares Leben und eine sichere Zukunft sind berechtigt. Das gilt erst recht in einem Land, das mit einem 500-Milliarden-Sondervermögen gewaltige Schulden auf kommende Generationen abwälzt. Doch wer solche Anliegen mit Böllern, Steinwürfen und Plünderungen verbindet, verspielt aus Sicht unserer Redaktion jede Glaubwürdigkeit.

Bezahlen müssen das Polizisten, Ladenbesitzer und Steuerzahler. Übernimmt nun ausgerechnet der radikalere Flügel die Führung, könnte es am 20. November schlimmer werden als nur mit Worten.

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