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Kettner Edelmetalle
15.09.2026
05:30 Uhr
KI-generiert

Ein Marder legt ganz Pfullendorf lahm: 110.000 Volt, ein Knall, Blackout

Ein Marder legt ganz Pfullendorf lahm: 110.000 Volt, ein Knall, Blackout
Symbolbild: KI-generiert

Ein einziges Tier, ein einziger Kurzschluss – und in Pfullendorf ging das Licht aus. Am Montagabend, 7. September 2026, kletterte kurz vor 22 Uhr ein Marder im Umspannwerk HesselbĂŒhl auf eine Hochspannungsanlage. Sekunden spĂ€ter: ein lauter Knall, ein Lichtbogen, Dunkelheit im gesamten Stadtgebiet.

Nach Angaben der Stadtwerke ĂŒberbrĂŒckte das Tier zwei Phasen und kam dabei mit einer Spannung von 110.000 Volt in Kontakt. Der Marder verendete, die Sicherungstechnik schaltete ab. Rund 30 Minuten spĂ€ter, gegen 22.30 Uhr, floss der Strom wieder.

Großalarm wegen eines Nagetiers

Der Knall war weithin zu hören – und ließ zunĂ€chst Schlimmeres befĂŒrchten. Die Leitstellen alarmierten Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, das DRK Pfullendorf sowie Mitarbeiter der Stadtwerke und der Regionalnetze Linzgau. Ein Rettungswagen kam eigens aus Wilhelmsdorf.

Hinweise auf Sabotage fanden die EinsatzkrĂ€fte laut Polizeiangaben nicht. Kurios: WĂ€hrend der Netzstörung schlug die Gefahrenmeldeanlage einer Schule Alarm. Die Feuerwehr rĂŒckte mit einem Löschfahrzeug an – der Fehlalarm war schlicht eine Folge des Stromausfalls.

Der Transformator selbst blieb nach Berichten der regionalen Presse unbeschĂ€digt. Deshalb ließ sich die Versorgung so schnell wiederherstellen. Verletzte gab es keine.

Wie verwundbar ist unser Netz wirklich?

So skurril die Episode klingt – sie fĂŒhrt eine unbequeme Wahrheit vor Augen. Ein einzelner Marder genĂŒgte, um eine komplette Stadt von der Stromversorgung zu trennen. Was passiert dann erst bei einem gezielten Angriff auf kritische Infrastruktur, bei einem schweren Sturm oder bei einer Kaskade im Hochspannungsnetz?

Die offiziellen Zahlen wirken auf den ersten Blick beruhigend. Laut Bundesnetzagentur lag die durchschnittliche NichtverfĂŒgbarkeit von Strom je Letztverbraucher im Jahr 2024 bei 11,7 Minuten, nach 12,8 Minuten im Vorjahr. Die Behörde bescheinigt dem deutschen Netz, im europĂ€ischen Vergleich zu den zuverlĂ€ssigsten zu zĂ€hlen.

Doch es gibt eine zweite Zahl: 830 Netzbetreiber meldeten fĂŒr 2024 insgesamt 164.645 Versorgungsunterbrechungen in der Nieder- und Mittelspannung – rund 6.300 Meldungen mehr als im Jahr zuvor. Nur wurden die Störungen schneller behoben. HĂ€ufiger, aber kĂŒrzer: Das ist die Statistik hinter der Beruhigungsformel.

Energiewende auf Kante genÀht

Parallel wĂ€chst der Aufwand, das Netz ĂŒberhaupt im Gleichgewicht zu halten. Medienberichten zufolge flossen im Jahr 2025 rund 433 Millionen Euro an Betreiber von Wind- und Solaranlagen, deren Strom wegen NetzengpĂ€ssen gar nicht erst eingespeist werden konnte. Geld fĂŒr Strom, den niemand bekommen hat – bezahlt ĂŒber die Netzentgelte, also von jedem Haushalt.

Aus Sicht unserer Redaktion zeigt der Fall Pfullendorf im Kleinen, was im Großen gilt: Ein Stromnetz, das immer stĂ€rker von schwankender Einspeisung und immer komplexerer Steuerung abhĂ€ngt, braucht Reserven – nicht Ideologie. Kritiker der Energiepolitik der vergangenen Jahre mahnen seit Langem mehr Redundanz und gesicherte Leistung an.

Vorsorge beginnt vor dem Ernstfall

FĂŒr BĂŒrger bleibt die nĂŒchterne Lehre: Wer Bargeld, VorrĂ€te, Taschenlampe und ein batteriebetriebenes Radio im Haus hat, ĂŒbersteht 30 Minuten Dunkelheit entspannt – und auch lĂ€ngere AusfĂ€lle. Kartenzahlung funktioniert ohne Strom nicht. Physische Werte, die unabhĂ€ngig von Servern und Netzen existieren, haben in solchen Momenten einen eigenen, sehr handfesten Charme.

Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der Information und stellt keine Anlageberatung dar. Wir sprechen keine Kauf- oder Verkaufsempfehlungen aus. Jeder Leser ist fĂŒr seine Anlageentscheidungen selbst verantwortlich und sollte eigenstĂ€ndig recherchieren.

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