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Kettner Edelmetalle
16.02.2026
06:05 Uhr

Eisige Realität: Finnlands Windkraft-Wunder erfriert im nordischen Winter

Eisige Realität: Finnlands Windkraft-Wunder erfriert im nordischen Winter

Was passiert, wenn eine Nation ihre Energieversorgung auf den Wind setzt – und der Wind nicht nur ausbleibt, sondern die Anlagen selbst zum Opfer der Naturgewalten werden? Finnland liefert gerade die ernüchternde Antwort. Eine massive Kältewelle hat die Windkraftkapazitäten des Landes nicht etwa gedrosselt, sondern vielerorts komplett lahmgelegt. Die Rotoren stehen still, die Strompreise schießen in die Höhe, und fossile Ersatzkraftwerke müssen einspringen. So viel zur grünen Energiewende.

Wenn Physik auf Ideologie trifft

Der Mechanismus ist so simpel wie gnadenlos: Bei Temperaturen von minus 20 Grad und darunter setzt sich Eis an Rotorblättern, Sensoren und Windmessgeräten fest. Schon eine hauchdünne Eisschicht verändert das aerodynamische Profil der Blätter derart, dass die Anlagen nicht mehr effizient arbeiten können. Schlimmer noch – die entstehende Unwucht gefährdet Lager und Getriebe, weshalb die Betreiber ihre Turbinen aus Sicherheitsgründen automatisch abschalten. Eiswurf, also das unkontrollierte Abschleudern von Eisbrocken, stellt zudem eine unmittelbare Gefahr für Menschen und Infrastruktur in der Umgebung dar.

Der finnische Netzbetreiber Fingrid registrierte einen regelrechten Absturz der Einspeisung. Die Windparks lieferten zeitweise nur noch einen winzigen Bruchteil ihrer installierten Leistung. Besonders hart traf es Westfinnland, wo ein Großteil der Kapazitäten konzentriert ist. Das Ergebnis gleicht einem Totalausfall – dutzende Anlagen gingen gleichzeitig vom Netz.

Nebelwolken als unsichtbarer Feind

Besonders perfide wirkt ein Phänomen, das selbst manchen Energieexperten überraschen dürfte: Tiefe Nebelwolken, die sich exakt auf Höhe der Rotorblätter festsetzen, treiben die Vereisung unablässig voran. Eine Beraterin des Branchenunternehmens Kjeller Vindteknikk beschrieb die Situation so, dass in Finnlands wichtigstem Windstromgebiet diese Nebelschichten ständig neues Eis entstehen ließen. Die Vereisung trete also keineswegs nur bei Schneefall auf, sondern wachse auch in ruhigen, kalten Inversionslagen stetig weiter.

Damit geraten die Windparks in eine fatale Abwärtsspirale: Selbst wenn einzelne Anlagen kurzzeitig wieder anlaufen, frieren sie binnen kürzester Zeit erneut ein. Ein Neustart wird zur Sisyphusarbeit. Und die Prognosen verheißen nichts Gutes – das Europäische Zentrum für mittelfristige Wettervorhersage erwartet bis mindestens Mitte Februar Temperaturen, die rund sieben Grad unter der 30-Jahres-Norm liegen könnten.

Schneller Ausbau, mangelnde Vorsorge

Hier offenbart sich ein strukturelles Versagen, das symptomatisch für die gesamte europäische Energiepolitik steht. Finnland hat seine Windkraftkapazitäten in den vergangenen Jahren rasant ausgebaut – getrieben von ambitionierten Klimazielen und politischem Ehrgeiz. Doch bei diesem Tempo blieb offenbar die technische Vorsorge auf der Strecke. Blattheizungen und Anti-Icing-Systeme, die einer Vereisung entgegenwirken könnten, sind nicht verpflichtend. Betreiber müssen nicht einmal zentral melden, ob ihre Turbinen mit solchen Schutzsystemen ausgerüstet sind.

Das Ergebnis ist vorhersehbar: Ausgerechnet die Anlagen ohne Heizung fallen zuerst aus, und niemand weiß genau, wie viele das sind. Man hat also Milliarden in eine Infrastruktur investiert, die beim ersten ernsthaften Wintereinbruch kollabiert. Wer hätte gedacht, dass es in Finnland kalt werden kann?

Doppelbelastung durch Windflaute

Als wäre die Vereisung allein nicht genug, trifft Finnland eine zweite Hiobsbotschaft: Der Wind war im Januar so schwach wie in keinem Januar der letzten zwanzig Jahre. Ein entsprechender Index von Kjeller Vindteknikk belegt diese historische Flaute eindrücklich. Die wenigen Anlagen, die noch laufen, produzieren in der Windstille kaum nennenswerte Mengen Strom. Vereiste Rotoren plus Windflaute – eine toxische Kombination für jedes Energiesystem, das auf Windkraft als tragende Säule setzt.

Strompreise auf Zwei-Jahres-Hoch

Die Konsequenzen für den Verbraucher sind brutal. Wenn die Windkraft in großem Stil wegfällt, müssen teure Reservekapazitäten und Stromimporte die Lücke füllen. Die Großhandelspreise kletterten zeitweise auf ein Zwei-Jahres-Hoch. Und das ausgerechnet in einer Phase, in der die Nachfrage durch die extreme Kälte ohnehin massiv ansteigt. Die Bürger heizen, die Industrie braucht Strom – und die Windräder stehen still wie Denkmäler einer gescheiterten Planung.

Prognosen deuten darauf hin, dass Finnlands Windproduktion noch rund zwei Wochen extrem niedrig bleiben könnte. Meteorologen erwarten zudem, dass die gesamte nordische Windstromerzeugung für Wochen bis zu 20 Prozent unter dem Normalwert liegen werde. Das Stromsystem muss also in der wichtigsten Verbrauchsphase des Jahres auf teure Ersatzquellen umschalten – ein Szenario, das die Befürworter der Energiewende gerne als „unwahrscheinlich" abtun.

Eine Lektion, die auch Deutschland betrifft

Was sich in Finnland gerade abspielt, sollte auch hierzulande als Weckruf verstanden werden. Deutschland hat unter der ehemaligen Ampelregierung – allen voran unter dem grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck – den Windkraftausbau mit aller Macht vorangetrieben. Genehmigungsverfahren wurden beschleunigt, Abstandsregeln gelockert, Naturschutzbedenken beiseitegewischt. Doch die fundamentale Frage, was passiert, wenn der Wind nicht weht oder die Anlagen einfrieren, wurde konsequent ignoriert.

Die finnische Kältewelle zeigt in aller Deutlichkeit: Windkraft ist keine verlässliche Grundlast. Sie ist wetterabhängig, saisonal schwankend und – wie sich nun herausstellt – auch anfällig für genau jene klimatischen Extremereignisse, vor denen die Klimabewegung so eindringlich warnt. Die Ironie könnte kaum größer sein. Wer sein Energiesystem auf eine Technologie aufbaut, die bei Kälte versagt, der spielt mit der Versorgungssicherheit seiner Bürger. Und wer dann auch noch die konventionellen Kraftwerke abschaltet, die als Backup dienen könnten, der handelt nicht nur fahrlässig – er handelt verantwortungslos.

In Zeiten wie diesen zeigt sich einmal mehr, dass physische Werte ihren Reiz nicht verlieren. Während Energiemärkte schwanken und politische Versprechen sich in Luft auflösen, bleiben Edelmetalle wie Gold und Silber ein verlässlicher Anker der Vermögenssicherung. Wer sein Portfolio klug diversifiziert und auf bewährte Sachwerte setzt, ist gegen die Unwägbarkeiten einer zunehmend fragilen Energiepolitik deutlich besser gewappnet.

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