
Eiszeit zwischen Washington und Ottawa: USA frieren gemeinsame Verteidigungskommission mit Kanada ein

Was sich seit Monaten als diplomatisches Beben zwischen den beiden nordamerikanischen Nachbarn abgezeichnet hat, ist nun offiziell: Die Vereinigten Staaten setzen ihre Teilnahme am sogenannten Permanent Joint Board on Defense mit Kanada aus. Dieses traditionsreiche Gremium, das die militärische Zusammenarbeit beider Länder über Jahrzehnte hinweg koordinierte, wird vom US-Kriegsministerium auf Eis gelegt. Der stellvertretende Verteidigungsminister Elbridge Colby gab die Entscheidung unmittelbar nach einem Treffen mit dem US-Botschafter in Kanada, Pete Hoekstra, im Pentagon bekannt.
Der Vorwurf aus Washington: Worte ohne Taten
Colby fand klare Worte. Kanada habe es schlichtweg versäumt, glaubwürdige Fortschritte bei seinen Verteidigungsverpflichtungen zu erzielen. Die Kluft zwischen rhetorischen Bekenntnissen und tatsächlichem Handeln sei nicht länger zu überbrücken. „Ein starkes Kanada, das harte Macht über Rhetorik stellt, kommt uns allen zugute", so Colby. Im Klartext bedeute dies: Wer dauerhaft auf den Verteidigungsschirm anderer Nationen setze, ohne selbst substanzielle Beiträge zu leisten, könne nicht erwarten, weiterhin als gleichberechtigter Partner behandelt zu werden.
Hintergrund ist das beim NATO-Gipfel in Den Haag vereinbarte Ziel von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Verteidigungsausgaben. Kanada hinkt diesem Wert dramatisch hinterher. Mit gerade einmal 1,1 Prozent rangiert das Land auf einem beschämenden 16. Platz innerhalb der Allianz – ein Befund, der angesichts der geopolitischen Lage in der Arktis und der wachsenden Bedrohungen durch Russland und China geradezu fahrlässig anmutet.
Vom Abendessen in Mar-a-Lago zum diplomatischen Frostbruch
Die Vorgeschichte liest sich wie ein Lehrstück über gescheiterte Diplomatie. Bereits im Dezember 2024, kurz nach dem Wahlsieg Donald Trumps, reiste der damalige Premierminister Justin Trudeau nach Mar-a-Lago. Beim Abendessen mit dem künftigen Präsidenten gestand Trudeau offen ein, dass Kanada seine NATO-Verpflichtungen nicht erfüllen könne. Das Land habe sich über Jahrzehnte hinweg auf den US-Verteidigungsschirm verlassen und sei nun nicht in der Lage, eigene substanzielle Beiträge zu leisten.
Trudeau argumentierte zudem, Kanada könne weder seine nichttarifären Handelshemmnisse abbauen noch sich vollständig in das USMCA-Abkommen integrieren, weil die heimische Klimapolitik den schwerindustriellen Kapazitäten der USA und Mexikos schlicht nicht entspreche. Eine Aussage, die zeigt, wohin grün-ideologische Politik führt – nämlich in die wirtschaftliche und sicherheitspolitische Abhängigkeit.
Trumps Antwort darauf war legendär: Wenn Kanada nicht als gleichwertiger Partner agieren könne und strukturell wirtschaftlich abhängig bleiben müsse, dann solle es eben der 51. Bundesstaat werden. Eine provokante, aber treffende Pointe.
Carneys Konfrontationskurs gegen jede Vernunft
Statt nach Trudeaus Abgang einen pragmatischen Kurs einzuschlagen, entschied sich der neue Premierminister Mark Carney für das genaue Gegenteil. Anstatt Konfliktpunkte abzubauen, startete er eine aggressive Anti-Trump-Kampagne, offenbar um innenpolitisch Punkte zu sammeln. Carney verkündete sogar, die Ära des Handels zwischen den USA und Kanada sei vorbei – eine bemerkenswerte Aussage angesichts der Tatsache, dass Kanada wirtschaftlich existenziell auf den südlichen Nachbarn angewiesen ist.
Carney suchte stattdessen Anschluss in Europa und China und kündigte an, keine US-Kampfjets und Militärausrüstung mehr zu beschaffen. Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen, denn die kanadische Verteidigungsinfrastruktur ist über Jahrzehnte hinweg eng mit dem US-amerikanischen Militärsystem verzahnt worden.
Trump baut bilateral mit Mexiko – Kanada bleibt außen vor
Während Ottawa sich in antiamerikanischer Rhetorik suhlt, schmiedet die Trump-Administration unter Federführung des US-Handelsbeauftragten Jamieson Greer ein bilaterales Abkommen mit Mexiko. Das USMCA-Abkommen dürfte nach allem, was sich abzeichnet, bald Geschichte sein. Kanada wird gezwungen sein, einen eigenen, bilateralen Deal mit Washington auszuhandeln – aus einer dramatisch geschwächten Position heraus.
Eine Lektion auch für Europa
Was sich derzeit zwischen Washington und Ottawa abspielt, sollte auch in Berlin und Brüssel sehr aufmerksam verfolgt werden. Trump meint es ernst mit seinen Forderungen an die NATO-Partner. Wer jahrzehntelang auf Kosten amerikanischer Steuerzahler in einer komfortablen Sicherheitsgarantie verharrt hat, ohne eigene Beiträge zu leisten, wird zur Kasse gebeten. Deutschland mit seinem maroden Bundeswehrzustand und seinen ständigen Klimadebatten anstelle ernsthafter Verteidigungspolitik dürfte als Nächstes ins Visier geraten.
Die Bundesregierung unter Friedrich Merz wäre gut beraten, nicht denselben konfrontativen Fehler wie Carney zu begehen. Stattdessen müsste sie pragmatisch die Realitäten anerkennen: Die Zeiten, in denen Europa militärisch unter dem amerikanischen Schirm Pause machen konnte, sind unwiderruflich vorbei.
Geopolitische Verwerfungen – ein klarer Fingerzeig für Anleger
Die Eiszeit zwischen den beiden nordamerikanischen Nachbarn ist ein weiteres Symptom einer Welt im Umbruch. Handelsbeziehungen, Bündnisse und vermeintliche Selbstverständlichkeiten geraten ins Wanken. Wer in solchen Phasen ausschließlich auf Papierwerte, fragile Lieferketten und politisch instrumentalisierte Währungssysteme setzt, geht ein erhebliches Risiko ein. Physische Edelmetalle wie Gold und Silber haben sich seit Jahrtausenden als verlässlicher Anker in Zeiten politischer und wirtschaftlicher Verwerfungen bewährt. Sie sollten daher als sinnvolle Beimischung in einem breit gestreuten, krisenfesten Vermögensportfolio nicht fehlen.
„Nur wer in die eigenen Verteidigungsfähigkeiten investiert, kann sicher, geschützt und wohlhabend sein." – Elbridge Colby
Haftungsausschluss: Die in diesem Artikel geäußerten Einschätzungen stellen die Meinung der Redaktion dar und stellen keine Anlageberatung, Steuerberatung oder Rechtsberatung dar. Jeder Leser ist verpflichtet, eigene Recherchen anzustellen und gegebenenfalls einen qualifizierten Berater zu konsultieren, bevor er Anlageentscheidungen trifft. Eine Haftung für etwaige Verluste oder Schäden, die aus der Nutzung der hier dargestellten Informationen entstehen, wird ausdrücklich ausgeschlossen.
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